Sie bekommen es nicht hin. In diesem Winter versagen die meisten Städte und Kommunen auf ganzer Linie. Wenn es darum geht, Falschparkern nachzustellen, scheuen sie keine Anstrengung. Ganze Heerscharen von Ordnungshütern streifen durch die Gassen und kassieren ab. Aber kaum schneit und friert es ein bisschen, passiert gar nichts mehr, Straßen und Bürgersteige sind tagelang spiegelglatt. "Wir können nichts dafür", jammert es derzeit aus den Behörden, "es gibt kein Salz mehr."
Mein Verständnis hält sich in Grenzen. Dass es im Winter schneien kann, weiß jeder. Die Verantwortlichen hätten sich besser vorbereiten sollen. Die Kommunen sind dafür verantwortlich, dass der Verkehr sicher fließen kann, dass alte Menschen ohne Angst, sich den Hals zu brechen, einkaufen gehen können. Dafür zahlen wir alle fette Steuern, Abgaben und Gebühren. Entsprechend können wir eine ordentliche Gegenleistung erwarten. Außerdem: Warum soll ich vor meiner eigenen Haustür Schnee schippen, wenn die Stadt ihre Pflicht dazu nicht erfüllt? Juristisch haben die Stadtväter natürlich vorgesorgt. Mit dem Schild "Eingeschränkter Winterdienst" ziehen sie sich aus der Affäre. So leicht hat es der Privatmann nicht, er wird zur Kasse gebeten, sollte vor seiner Haustür jemand zu Schaden kommen.
Schon sind die Krankenhäuser voll mit Menschen, die sich was weiß ich gebrochen haben. Der volkswirtschaftliche Schaden durch die vielen Krankentage ist groß. Die geschädigten Unternehmen und Krankenkassen sollten die Gemeinden verklagen. Selbst Todesfälle gehen schon auf das Konto der verantwortungslosen Kommunen. Dass die Bürgermeister angesichts dieser Gleichgültigkeit ruhig schlafen können, ist bezeichnend. Bei so viel Versagen, können wir normalen Bürger nur auf den Frühling hoffen – und brav Schnee schippen.
Mit freudlichen Grüßen
K.Welp-Niediek