Montag, 13.02.2012
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13.02.2010
WEISS
Kommt eurer Pflicht nach!
VON CARSTEN HEIL

Sie bekommen es nicht hin. In diesem Winter versagen die meisten Städte und Kommunen auf ganzer Linie. Wenn es darum geht, Falschparkern nachzustellen, scheuen sie keine Anstrengung. Ganze Heerscharen von Ordnungshütern streifen durch die Gassen und kassieren ab. Aber kaum schneit und friert es ein bisschen, passiert gar nichts mehr, Straßen und Bürgersteige sind tagelang spiegelglatt. "Wir können nichts dafür", jammert es derzeit aus den Behörden, "es gibt kein Salz mehr."

Mein Verständnis hält sich in Grenzen. Dass es im Winter schneien kann, weiß jeder. Die Verantwortlichen hätten sich besser vorbereiten sollen. Die Kommunen sind dafür verantwortlich, dass der Verkehr sicher fließen kann, dass alte Menschen ohne Angst, sich den Hals zu brechen, einkaufen gehen können. Dafür zahlen wir alle fette Steuern, Abgaben und Gebühren. Entsprechend können wir eine ordentliche Gegenleistung erwarten. Außerdem: Warum soll ich vor meiner eigenen Haustür Schnee schippen, wenn die Stadt ihre Pflicht dazu nicht erfüllt? Juristisch haben die Stadtväter natürlich vorgesorgt. Mit dem Schild "Eingeschränkter Winterdienst" ziehen sie sich aus der Affäre. So leicht hat es der Privatmann nicht, er wird zur Kasse gebeten, sollte vor seiner Haustür jemand zu Schaden kommen.

Schon sind die Krankenhäuser voll mit Menschen, die sich was weiß ich gebrochen haben. Der volkswirtschaftliche Schaden durch die vielen Krankentage ist groß. Die geschädigten Unternehmen und Krankenkassen sollten die Gemeinden verklagen. Selbst Todesfälle gehen schon auf das Konto der verantwortungslosen Kommunen. Dass die Bürgermeister angesichts dieser Gleichgültigkeit ruhig schlafen können, ist bezeichnend. Bei so viel Versagen, können wir normalen Bürger nur auf den Frühling hoffen – und brav Schnee schippen.


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Kommentare
Wir wohnen in Quelle in einer Seitenstraße, die seit Wochen weder geräumt, noch gestreut wurde. Unser Sohn ist auf einen E- Rollstuhl zur Fortbewegung angewiesen und seit Wochen ist es nur noch mit sehr großen Anstrengungen möglich überhaupt noch bis zur Schule ein paar Straßen weiter zu kommen. Auf gemeinsame Ausflüge zum Einkaufen verzichten wir auch schon. Auf den Bürgersteigen geht es ja noch ganz gut, aber um auf die andere Straßenseite zu kommen, über diese gefrorene"Buckelpiste" ist manchmal kaum machbar. Meist gibt es ja nette Menschen, die uns helfen. Auch an den Bushaltestellen wird bei uns nicht der Schnee und das Eis entfernt und als die Gesundheitstage in der Stadthalle waren, war noch nicht einmal der Zugang von Eis und Schnee befreit und da wundert es auch nicht, dass kaum ältere und behinderte Leute da waren. Behinderte und ältere Menschen können doch nicht Wochenlang zu Hause bleiben und auf Tauwetter warten, wie es Frau Hille-Priebe vorschlägt.

Mit freudlichen Grüßen
K.Welp-Niediek


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