Montag, 13.02.2012
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13.02.2010
SCHWARZ
Schnee drüber fallen lassen
VON NICOLE HILLE-PRIEBE

Wir können alles – außer Winter. Wer Schnee schippen muss, klagt über Blasen an den Händen, und wer keine hat, wird wahrscheinlich gerade vom Nachbarn verklagt. Kann denn niemand mehr hinfallen, ohne einem anderen die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben? Früher hat man sich auf die Nase gelegt und ist einfach wieder aufgestanden, heute rennen die Leute gleich zum Arzt, um sich den blauen Fleck am Po erst attestieren und später vor Gericht vergolden zu lassen. Aber wer nicht gut zu Fuß ist, hat bei dem Wetter draußen einfach nichts verloren.

Der Winterdienst kommt aus einer Zeit, in der es noch Streusalz gab. Da ist man morgens kurz vor die Tür und konnte nach ein paar wegwerfenden Handbewegungen dabei zugucken, wie sich die weiße Gefahr wie durch ein Wunder in Wasser auflöste. Jetzt haben wir den Klimawandel und Kommunen, die nicht mehr an den Winter geglaubt haben. Nach drei Schneeflocken war das Salz schon alle. Wer Winterdienst hat, guckt seitdem in die Röhre. Warum kann man eigentlich nicht einfach Schnee über die Sache fallen lassen? Der tritt sich schließlich fest und ist weniger gefährlich als die geräumten und überfrorenen Rutschbahnen, in die sich die Gehwege durch beflissenes Schippen verwandeln.

Wenn wir den Winterdienst abschaffen, hat das noch einen weiteren Vorteil: Man kann morgens länger schlafen, weil man weder selbst raus muss, noch vom Schaben und Kratzen der Nachbarn aus dem Schlaf gerissen wird. Ohne Winterdienst wäre die Welt ruhiger und friedlicher. Der Schnee könnte endlich wieder er selbst sein, weich und weiß – und kein nationales Problem, das einem den Winter ganz verleidet.


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Kommentare
Im Sommer wird der Rasen gemäht, im Herbst wird mit viel Lärm Laub geblasen und im Winter wird Salz gestreut. Das gehört sich so!
Der Unsinn gipfelt darin, dass in einem der vergangenen "Winter", 3 (drei) mal ein Streuwagen in unserer gut 100 m. langen Sackgasse Salz gestreut hat. Dies in einer Menge, dass Autoreifen im Salz Spuren hinterließen. Die Temperatur lag um den Gefrierpunkt aber es war mit Schneefall zu rechnen. Nun die Sache hat sich so erledigt, das Salz wurde nach einigen Tagen vom Regen weggespült. Bei solchen Aktionen liegt der Verdacht nahe, dass die Salzlager voll waren und das Salz weg musste. Abgesehen von dem Umstand dass Salz auf Schnee die schlechteste Lösung ist. Salz auf Schnee bildet Matsch. Matsch gefriert. Gefrorener Matsch wird wieder und immer wieder mit Salz bekämpft. Das ist der totale Blödsinn. Ein festgefahrene Schneedecke mit etwas Split abgestreut ist viel effektiver.
Winterdienst wie er zur Zeit praktiziert wird ist in einem Winter in dem es schneit nur vergeudetes Geld. Und im Winter kann es wirklich mal schneien!
Einen unfallfreien, trotz allem schönen Winter,
wünscht Horst Henselmann

Winterdienst ist zumindest sinnvoller als Ihre Abstimmung. Zwischen gar keinem Winterdienst und der deutschen Hysterie ob einer glatten Stelle auf irgend einem Gehweg gibt es eine ganze Menge. Viel befahrene Straßen und zentrale Gehwege müssen geräumt und gestreut werden, weil der festgetretene/festgefahrene Schnee sonst zur Rutschbahn wird. Nebenstrecken zu räumen und zu streuen ist Unsinn: Auf ungeräumtem Schnee geht und fährt man sicherer als auf den geräumten Strecken. Und: Bitte kein Salz. Vom Streusalz vertrocknen im Frühjahr die Bäume, das Salz verschmutzt das Grundwasser, Hunde und Katzen verletzen sich die Pfoten und aus dem Salz-Schnee-Matsch wird ein Schmierfilm, der rutschiger ist, als eine Eisbahn. Gestreuten Split, Kies und Sand kann man nach dem Winter aufkehren und wiederverwerten: ist auf Dauer also nicht mehr teurer als Salz.

Und: Kann nicht sein, dass ich für jedes Mal, wo ich mich warum auch immer auf die Klappe lege, den Grundeigentümer dafür mit großer Aussicht auf Erfolg verklagen darf. Die Rechtschutzversicherung macht's möglich. Der Gesetzgeber muss die Haftung hier auf grobe Fahrlässigkeit beschränken. Frohes Winterrutschen wünscht
Robert Fishman


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