Dick wird der Mensch nicht zufällig. Er isst und trinkt sich die Pfunde selbst drauf. Stück für Stück. Schmeckt ja so gut, und außerdem kann er später noch abnehmen. Mal ist Weihnachten, dann ist es draußen zu kalt oder die Freundin gerade weggelaufen, so dass es auch ohne Diät schon genug Stress gibt. Schwupp: wieder drei Kilo mehr auf den Rippen. Immer gibt es neue faule Ausreden, nicht aufs Gewicht zu achten. Das heißt: Fast jeder ist selbst dafür verantwortlich, wenn er zu dick ist. Auf einen Punkt zurückgeführt: Wer zu dick ist, sollte darüber nachdenken, ob er genug Achtung vor sich selbst hat, ob er sich und seine Körperlichkeit ausreichend schätzt. Er sollte das Problem jedenfalls nicht mit verniedlichenden Begriffen wie "Speckröllchen" und "Hüftgold" überspielen.
Ja, es ist ein bisschen anstrengend, morgens durch den Wald zu joggen. Es ist mühsam, beim kleinen Hungergefühl nicht gleich zuzugreifen. Es gehört Überwindung dazu, nicht der dummen Angewohnheit nachzugeben und immer in dieselbe Schüssel mit Süßigkeiten zu greifen. Es ist eine Frage von Disziplin und hat mit einem Gefühl für Ästhetik zu tun, ob man auseinandergeht wie ein Hefekloß.
Kein Wunder, dass es dicke Menschen schwerer haben, einen Job zu finden, als Normalgewichtige. Sie erwecken den Eindruck von Bequemlichkeit und mangelndem Biss – und wer im Umgang mit sich selbst schluderig erscheint, wird schnell abgestempelt.
Ganz schlimm wird es, wenn schon Jugendliche mit zu viel Übergewicht daherkommen. Nur Fernsehen, Computer, Chips und Burger im Kopf. Bloß nicht bewegen, bloß nicht anstrengen, bloß nicht verzichten. Die innere Einstellung fehlt, da nützen auch keine Schulobstprogramme, wie jetzt in NRW gestartet. Nein, mit Dicken ist kein Staat zu machen.