"Keine Angst, der will nur spielen." Typisch. Die Joggerin muss sich von einem wildfremden Hund beschnüffeln lassen und das auch noch schön finden. Wer nicht jeden Hund "ach, wie süß" findet, erntet Kopfschütteln – und muss damit rechnen, dass der stolze Hundebesitzer mitleidig ein verschüttetes Trauma vermutet: "Sind Sie mal von einem Hund gebissen worden?" Nein! Einfach keine Lust auf Hundeschnauze.
Ganz aber hört der Spaß auf, wenn Herrchen und Frauchen die stinkenden Tretminen ihrer Vierbeiner auf Gehwegen hinterlassen und Spaziergänger zum Slalom nötigen. Sind Hundebesitzer zu bequem, den Haufen mit einer Plastiktüte aufzunehmen und in den nächsten Mülleimer zu befördern?
Oder ekeln sie sich gar vor Bellos "Geschäft"? Das wollen wir nicht glauben. Schließlich tun Hundebesitzer doch alles für ihre lieben Kleinen. Aber was machen, wenn die Liebe doch nicht bis zum Boden reicht und stattdessen zum Himmel stinkt? Wenigstens der Respekt gegenüber den Mitmenschen sollte Herrchen und Frauchen zum Eintüten animieren. Jeder hat seinen Dreck selbst wegzuräumen. Das gilt übrigens nicht nur für Hundehalter, sondern für jede Art von Müll, die rücksichtslose Zeitgenossen gern Ein-Euro-Jobbern zum Aufpicken hinterlassen. Wer das nicht akzeptieren kann, muss fühlen – zum Beispiel den Schmerz, wenn das Bußgeld für Hundekot endlich so hoch wäre, dass Bello statt Leckerli nur noch Dosenfutter bekommt und Herrchen nach dem dritten Verstoß zum Eignungstest muss.
Nicht jeder will Hundeliebe teilen, geschweige denn riechen und mit Füßen treten. Deshalb: nie ohne Tüte vor die Tür!