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06.03.2010
WEISS
Freie Ortswahl für Hundehaufen
VON CARSTEN HEIL

Die Hundehasser sollen sich nicht so haben. Mit ihrem Gezeter über Hundehaufen auf dem Bürgersteig geht es denen doch nur ums Grundsätzliche. Sie sind nie mit Hunden, dem wahren Freund des Menschen, in Verbindung gewesen, haben nie erfahren, was so ein Vertrauter an Freude geben kann, und meckern aus Prinzip.

Dass ein Lebewesen sein Stoffwechsel-Endprodukt irgendwo ablegen muss, ist keine neue Erkenntnis. Also müssen auch Hunde müssen. Wenn sich nun Hinz und Kunz aufregen, dass die Tiere ihren Kot einfach so in der Gegend hinterlassen, sollten sie sich mal fragen: Wo denn sonst? In den Städten ist alles zubetoniert. Warum stellen die Kommunen nicht ausreichend Hundewiesen zur Verfügung oder Hundetoiletten? Selbst schuld, wenn der Dreck auf der Straße liegt.

Obergenaue fordern jetzt, dass Herrchen und Frauchen die Hinterlassenschaften wegmachen. Das tun sie nur, um sich darüber zu belustigen. Ja, wofür zahlen die Hundefreunde denn die horrenden Steuern? Hunderte von Euro jedes Jahr. Da ist es nicht zu viel verlangt, wenn die städtische Straßenreinigung als kleine Gegenleistung den Hundekot mit wegmacht.

Außerdem ist die Aufregung völlig überflüssig. Entweder spült der nächste Regen die Sache in die Gosse, oder sie geht ihren natürlichen Gang und wird zersetzt. Der Kot verschwindet von ganz allein. Andere machen viel mehr Dreck. Und der vergeht nicht. Wenn Raucher beispielsweise ihre Zigarettenkippen einfach in die Gegend schnippen, liegen die Filter da noch nach Wochen. Sie vergammeln nicht. Und Autofahrer schaden der Gesundheit ihrer Mitmenschen mit den giftigen Abgasen viel mehr, als ein Hund das jemals tut. Im Vergleich dazu fällt ein Hundehaufen nicht ins Gewicht. Hunde sollten Rechte haben, auch das auf freie Ortswahl fürs Geschäft.


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Kommentare
Als Familie mit Kind und Hund sind wir täglich mit allen Facetten des Hundekotproblems konfrontiert. Es gibt eigentliche keine Bereiche in der Stadt, wo wir nicht aufpassen müssen, dass unser Kind nicht in Hundehaufen tritt. Auch auf den Spielplätzen ist Hundekot an der Tagesordnung. Das ist einfach nur eklig und bestimmt nicht mit der Zahlung von Hundesteuer zu entschuldigen!
Als Hundebesitzer verstehen wir nicht, warum wir regelmäßig dafür belächelt werden, dass wir die Haufen unseres Hundes sofort entfernen. Als wir uns einen Hund angeschafft haben, war uns klar, dass zur Hundehaltung in Stadt dazugehört, die Hinterlassenschaften wegzumachen. Wen das stört, sollte sich keinen Hund anschaffen oder umziehen. Wenn alle Hundebesitzer den Hundekot ihres vierbeinigen Lieblings wegmachen würden, wäre ein großer Schritt zu mehr Toleranz von Hunden in der Stadt getan... Und nicht nur die Kinder wären sehr dankbar für eine haufen-freie Stadt...

Der Bericht von Hr. Heil ist ein typischer Fall von Realitätsverlust eines Lobbyisten.
1. Nicht jeder, der keine Hundescheiße am Schuh mag, ist auch ein Hundehasser.
2. Von der Hundesteuer erhalten weder Hundebesitzer noch nicht Hundebesitzer etwas zum Reinigen oder als Schadensersatz.
3. Jeder Autofahrer zahlt KFZ-Steuer und darf natürlich trotzdem kein Altöl in die Landschaft kippen. ( Beispiele dieser Art liessen sich unendlich anführen.
4. Wer wegen seiner Hundesteuer sich das Recht anmaßt, seinen Hundedreck überall zu hinterlassen, muss logischerweise auch jedem Raucher das Recht zubilligen, seinen Dreck überall zu hinterlassen. Ein Raucher zahlt nicht nur Hunderte, sondern leicht Tausende an Zigarettensteuer.
5. Eine Sauerrei kann man nicht mit einer anderen Sauereien rechtfertigen.
6. Das Recht eines Menschen geht in jedem Fall vor dem Recht eines Hundes. Jeder Mensch hat das Recht, angstfrei jeden Park, jede Strasse und jeden Wald zu betreten, ohne es dulden zu müssen, dass irgend ein liebenswerter Hund ihm seine Schnautze in den Schritt oder woanders hindrückt. Auch wenn manche Angst vor Hunden übertrieben und panisch erscheint, so ist diese zu respektieren und auch Hunde, die noch nicht als Beisser aufgefallen sind, sind an der Leine zu führen.
7. Es entzieht sich der Befugnis jeden noch so Schlauen, sich über gesetzliche und rechtliche Vorschriften hinweg zu setzen und seien die Vorschriften noch so unsinnig. Schließlich stammen Gesetze von Politikern. Da darf man die Erwartungen nicht so hoch ansetzen.

Wir haben unser ganzes Leben immer Hunde gehabt und entfernen immer den Kot, wenn es mal nicht im Wald passiert. Wenn ich in Hundekot trete, weil Hundebesitzer ihren Hund direkt vor unserer Einfahrt scheißen lassen, kann ich das absolut nicht akzeptieren. Das Problem sind nicht die Hunde, sondern die Halter!!

Wir sind selbst Hundebesitzer (bis Januar hatten wir zwei und jetzt noch einen Hund).Trotzdem finde ich es total eklig, wenn überall auf der Straße und dem Bürgersteig Hundehaufen liegen. Da möchte ich auch nicht reintreten. Und was man selber nich will, sollte man auch den Anderen nicht zumuten. Wir haben immer Plastiktüten dabei und sammeln alles ein, wenn unsere Luci nicht gerade irgendwo im Unterholz verschwindet. Denn da kommt man wirklich nicht immer hin. Bei großen Hunden ist es schon schwieriger, aber es gibt auch große Plastiktüten. Und Mülleimer stehen (fast) überall. Ich finde also weder die eine noch die andere Meinung o.K. Der "Mittelweg" ist nach meiner Meinung auch hier wie so oft der bessere.
Brigitte Schmitz

Herr Heil, als ehemaliger Hundebesitzer (der übrigens immer die Hinterlassenschaft seines Hundes beseitigte) finde ich es zu einfach, den nicht-Hundebesitzern notorisches nörgeln zu unterstellen. Der Halter hat Verantwortung für sein Tier; kann er diese nicht ausfüllen sollte er sich fragen ob er die Reife besitzt einen Hund zu halten.Dem Tier gegenüber ist es unfair es als Verschmutzer zu diskreditieren, das Problem ist am oberen Ende der Leine. Und das Argument ich zahle Steuern ist unsozial: es ist menschenverachtend andere seinen Dreck wegmachen zu lassen und stellen Sie sich vor wie es hier aussähe, wenn jeder Steuerzahler seinen Unrat fallen liesse wo er gerade steht. Sie sollten Ihre Einstellung überdenken!



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