Das ist mal wieder typisch. Erst bricht für Fußball-Deutschland die Welt zusammen, als sich Michael Ballack nach einem Foul von Kevin-Prinz Boateng erst von seinen Bändern im Knöchel und dann vom WM-Traum verabschieden kann. Dann, ein paar WM-Spiele und Hurra-Auftritte der deutschen Elf später, soll der "Capitano" zum alten Eisen gehören und gefälligst das Kapitänsamt niederlegen? Wo sind wir denn? Ballack bleibt Kapitän, auch wenn er die Armbinde kurz mit dem Stützstrumpf tauschen musste.
Ballack ist der einzige echte Kerl zwischen all den Nutella-Boys. Zum Kapitän wird man nicht, weil man das Amt lautstark in den Medien einfordert. Lahm ist ein begnadeter Fußballer. Ein Leader ist er nicht.
Ein Kapitän muss mehr können als nur Wimpel wechseln
Das hat sich bei der WM gezeigt. Wer die Kapitänsbinde tragen will, muss mehr können, als nur die Wimpel wechseln. Wenn sich die Mannschaft bei der WM vor Anpfiff im Kreis versammelte, hielt Bastian Schweinsteiger die Ansprache, nicht Lahm. Das sagt schon alles.
Ballack oder Lahm: Wer ist der Richtige?
Ballacks Präsenz auf dem Feld ist unerreicht. Wie staunende Balljungen und ohne eine einzige gelbe Karte schlichen die Deutschen nach dem verlorenen Halbfinale gegen Spanien vom Platz. Ballack hätte hier im Spiel ein Zeichen gesetzt. Gerade weil er nicht "Everybody’s Darling" ist, flößt Ballack jedem Gegner Respekt ein.
Seine Torgefahr hätte uns besonders in den schmutzigen Spielen gegen Serbien und Spanien weitergeholfen. Er hat sich in England – der Liga mit dem schnellsten Fußball – behauptet. Auf diese Erfahrung kann die deutsche Elf noch lange nicht verzichten.
Oder ist irgendwer ernsthaft der Meinung, das Deutschland MIT IHM Weltmeister geworden wäre?? (...)