"Bitte wenden! In vier Kilometern stehender Verkehr voraus." Overkill, nichts geht mehr. Die Autobahn ist dicht und die Ausweichstrecken so voll, dass auch der Navi keinen Ausweg mehr weiß: zurück in den Stau.
Wer in diesen Wochen auf deutschen Autobahnen unterwegs ist, braucht viel Geduld und hat viel Zeit, im Auto nachzudenken: Wieso bloß soll – wie Straßenbauplaner behaupten – ausgerechnet in den Ferien weniger los sein, wenn sich ganze Bundesländer in Bewegung setzen?! Deutschland steht.
Kundenorientierung gehört nicht zu den Aufgaben der Straßenbauer
Aber was kümmert’s die Straßenbauer! Sie pflegen ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten, Kundenorientierung gehört nicht dazu. Das gilt für private Straßenbauer wie für öffentliche: Die A 1 zwischen Hamburg und Bremen ist eine 75 Kilometer lange Baustelle, seit dieser Abschnitt 2008 für 30 Jahre einem privaten Firmenverbund übertragen wurde.
Staustelle Autobahn: Frust zur Ferienzeit?
Oder die A24 zwischen Hamburg und Berlin: Ein halbes Jahr wurde in einer Baustelle nicht gearbeitet, weil man darauf wartete, dass das Land Schleswig-Holstein seine Raten bezahlt. Als das nicht fristgerecht geschah, wurde die Baustelle wieder abgebaut. Staustehen für Nichts.
Und wer zahlt? Wir! Mit etwa 80 Cent pro Liter Benzin für die Steuer subventionieren wir auch den Straßenbau. Staus zu verhindern ist Aufgabe der Straßenbauer. Zum Beispiel indem sie erst gar keinen Sanierungsstau entstehen lassen wie auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen: 63 Jahre wurde dort immer nur geflickt! Die sollen’s einfach machen wie jeder Otto Normalo, der sein Auto regelmäßig zur Inspektion bringt. Dann gäbe es freie Fahrt und entspannte Fahrer.
Was mich aber aufregt, in Interviews wird immer wieder darauf hingewiesen, die Baufirmen hätten Termine und niemand wäre daran gelegen Baustellen langsam fertigzustellen.
Das steht aber im deutlichen Widerspruch zur momentan Situation auf der A2 zwischen Exter und Oeynhausen.
Diese Baustelle sollte laut dem Baustellen-Info-System schon mitte Juli beendet sein, wurde aber vor einem Monat auf den 13.8. verlängert. Nun lese ich heute 10.9. als Enddatum.
Da Frage ich mich wirklich wie sowas sein kann? Wer es bezahlt, weiß jeder Arbeitende.