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21.08.2010
SCHWARZ
Gesunde Bräune ist schick
VON MATTHIAS BUNGEROTH

Mal ehrlich: Wo schaut man zuerst hin, wenn man im Straßencafé sitzt und die vorbeiflanierenden Menschen beobachtet? Sind es die käseweißen Gespenster, die daherkommen wie gerade aus der Gruft entsprungen, oder die sommerlich gebräunten, dynamisch wirkenden Urlaubstypen? Das Pendel schlägt hier ganz klar aus: Braune Haut ist "in", das sagen auch Umfragen zu diesem Thema.

Und das hat seinen Grund. Das geflügelte Wort von der "gesunden Bräune" hat sich in unser Bewusstsein fest eingegraben. Wer fahl ist wie ein Handtuch, wird hingegen von vielen Zeitgenossen für kränklich gehalten.

"Noble Blässe" wirkt Distanzierend

Die "noble Blässe" hat etwas Distanzierendes, Abgrenzendes. Doch sind wir nicht auf Kommunikation, auf Austausch auch im nonverbalen Bereich ausgerichtet?

Umfrage
Nach dem Urlaub: Ist bleich klug und braun dumm?




Das wissen auch viele Promis und verhalten sich entsprechend. Denn ein attraktiv gebräuntes Dekolleté ist nunmal kameratauglicher als die blasse Variante, und es lässt sich zudem mit reizvollen Modekreationen noch besser in Szene setzen. Auch der männliche Bizeps wirkt ansprechender, wenn er nicht kalkweiß aus dem T-Shirt-Ärmel hervorschaut.

Auch Heiner Lauterbach legt sich gerne mal auf die Sonnenbank

Das Vorurteil, nur intellektuell minderbemittelte Menschen legten Wert auf braune Haut, legen wir mal schnell zu den Akten. Auch ein Schauspielstar wie Heiner Lauterbach bekennt sich dazu, ab und zu die Sonnenbank aufzusuchen. Wollten wir ihm deshalb wenig Grips unterstellen? Wohl kaum.

Von Promis wie Dieter Bohlen oder Daniela Katzenberger wollen wir in diesem Zusammenhang erst gar nicht sprechen. Und ansonsten gilt bei Thema braune Haut die Devise "Ein bisschen Spaß muss sein . . .".

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Wer sich "bräunen" will, ok, wer nicht: Na und ? Nur weil Menschen dieses "Ichsehgeilaus"-Mainstream- Ratrace an einem gewissen Körperteil vorbei geht, sind sie noch nicht der Anhedonie verfallen!

Mal ehrlich, wer findet eine gebräunte Haut nicht attraktiver als einen Kalkeimer. Es sind nicht alle Leser öko angehaucht und auf dem Trip ncihts bracuht die Welt. Mehr gefällt es sehr etwas gebäunt zu sein, aus diesem Grund besuche ich regelmäßig ein geprüftes Sonnenstudio. Sorry, liebe Mitleser, dass Leben besteht nicht nur aus Horrornachrichten und dem Börsenteil.

Also, jetzt mal ehrlich: Das beobachtet man ja jetzt schön länger bei diesem Streitgespräch, dass da nur noch über nebensächliche Dinge gesprochen wird. Warum gibt es hier keine politischen Streitgespräche? Oder kulturelle? Stattdessen mit solchen Fragen die Leser zu nerven - dabei freue ich mich eigentlich immer auf die neue Samstagsausgabe. Nur mit solchen Fragestellungen werde ich mehr und mehr dazu übergehen, diesen Teil der Zeitung auszulassen. Eigentlich schade, denn das Konzept ist ja wirklich gut.
Und wo kommt nun die Geschichte mit blass und braun her? Ich tippe auf einen regelmäßigen Welt-Leser. ;)

Wie kann man allen Ernstes ein Streitgespräch darüber führen, ob gebräunte oder blasse Haut schöner ist? Jeder kann und darf selbst entscheiden, was er mit seinem Körper tut. Was ist denn das nächste Thema? Locken vs. Lange Haare? Blond vs. Schwarzhaarig? Majonaise oder doch lieber Ketchup?

Sanfte Bräune und ein Teint, den die Amerikaner "glowing" nennen, sind im Auge des Betrachters sicher angenehmer als das Gruften-Weiss der Ge-Biss-enen.
Aber die Sache mit der "gesunden Bräune" hat auch noch einen weniger subjektiven Hintergrund: Regelmäßiger, vernünftig getimeter Aufenthalt an der Sonne garantiert - zumindest zwischen April und September - die optimale Versorgung mit dem lebenswichtigen Vitamin D. Davon haben die meisten Deutschen nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts, Berlin, zu wenig oder gar viel zu wenig.
Ergebnis: Die rapiede Zunahme chronischer Erkrankungen wie Osteoporose, Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall, Multiple Sklerose, psychische Störungen und - ja auch - des "schwarzen" Hautkrebs sind auch auf diesen Mangel zurückzufähren - wie 2.400 wissenschaftliche Studien allein im Jahr 2009 belegen.

Die "böse" Sonne meiden, die "gute" Sonne nutzen und viel Spass dabei haben - so einfach kann das sein!


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