Ja sicher: Wer Lust und Kraft hat, sollte die Möglichkeit bekommen, über den 65. Geburtstag hinaus zu arbeiten. Meinetwegen bis er 75 ist. Gerne auch bis zum Umfallen. Das schont die Rentenkasse. Ein Gewinn für alle Seiten. Doch die Basis dafür darf nicht dieses Machwerk mit dem umständlichen Titel "Gesetz zur Anpassung der Regelaltersgrenze" sein, das die Große Koalition 2007 auf die Bundesbürger losgelassen hat. Denn die Rente mit 67 ist eine Zumutung, deren Bedeutung mancher, der heute voll im Saft steht, vielleicht noch gar nicht ganz begreift.
Dabei trifft die schlichte Stammtischmeinung voll ins Schwarze. Wer sich sein Leben lang für Job und Firma krummgeschuftet, sich fleißig reingekniet und aufgerieben hat, wird obendrein noch finanziell be-straft, wenn er dann reif ist für die Rente. In Wahrheit geht es dem Staat doch nur um Kürzungen: Wer künftig vor 67 in die Rente will, muss in der Regel höhere Abschläge hinnehmen als heute. Selbst wer erst mit 65 schlappmacht, hat dann oft keinen Anspruch auf das volle Geld. Wer vom Chef gar vorzeitig aus dem Betrieb gekegelt wird, ist doppelt gekniffen.
Rente mit 67: Arbeiten bis zum Umfallen?
Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit muss freiwillig sein
Betroffen sind nicht nur Beschäftigte in körperlich anstrengenden Jobs, in denen es nur eine kleine Minderheit bis 65 schafft. Auch viele vermeintlich lockere Büroarbeiten schlauchen so, dass sich die Ältesten nur mit Mühe auf den Sesseln halten. Die (schon heute mögliche) Verlängerung der Lebensarbeitszeit muss daher freiwillig bleiben. Interesse hat mancher, zumal Arbeit die Haushaltskasse besser füllt als Rente. Aber der Zwang muss weg.
Rente mit 67 droht obendrein auch die Arbeitslosigkeit zu erhöhen. Die Sozialdemokraten spüren längst, was sie sich damit eingebrockt haben. Bei den Christdemokraten dauert manches eben etwas länger. Aber an Fehlern, die sich aus der Welt schaffen lassen, muss ja keiner festhalten.