Ich bin unschuldig. Wirklich. Sie können mir glauben. Ich habe es noch nie versucht. Ich käme gar nicht auf diese Idee: eine Diät zu machen um abzunehmen. Wofür? Als Kind war ich ein Hungerhaken, und die Tatsache, dass mir die Anzughose von meiner Hochzeit heute nicht mehr passt, macht mich sogar stolz. Hat lange gedauert, was auf die Rippen und Umgebung zu kriegen.
Mal ganz abgesehen von der wärmenden Wirkung des Polsters – der Bauch steht als Symbol für ein besonderes Vergnügen: den Genuss am Essen. Und zwar an allem, was ich essen will, und nicht an dem, was mir irgendeine Kalorientabelle erlaubt.
Sind Diäten ein trister Trend?
Nun mögen Sie sagen, der hat ja leicht reden, der wiegt ja keine 150 Kilogramm. Aber mal ehrlich – die meisten, die ich ständig übers Abnehmen reden höre, füllen auch keinen Türrahmen aus. Im Gegenteil. Ich frage dann gern: Was willst du denn noch abnehmen? Den Hörer am Telefon? Und dann kommen die Erklärungen über ein gesünderes und längeres Leben. Über Disziplin und die Glücksgefühle beim Blick auf die Waage, auf die ich mich erst gar nicht stelle (was mich von vornherein glücklich macht). Erzählen die das, um sich selbst zu überzeugen?
Wissen Sie was? Mir ist völlig wurscht, ob ich statt 95 nur 85 werde, weil ich Kartoffelchips, Schokolade und Schweinebraten nicht widerstehen kann. Lieber 85 Jahre Genuss als 95 von Sehnsucht verzehrt, weil man das Ersehnte nicht verzehrt. Und wenn meine Frau vom Waschbrett am Bauch eines Filmstars schwärmt, erinnere ich sie an unsere Waschmaschine und daran, dass mein Bauch das Ergebnis ihrer Kochkünste ist. Das beendet jede Debatte.
So, und jetzt gehen Sie in Ihre Küche oder wo immer Sie Ihre Schokolade aufbewahren, wickeln diese feierlich aus dem Silberpapier, brechen ein großes Stück ab und beißen hinein. Wetten, dass Sie dann nicht mehr an Diäten denken!
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