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21.01.2012
SCHWARZ
Ohne Werte folgt Niedergang
VON CARSTEN HEIL

 Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden: Auch heute ist eine funktionierende Gesellschaft ohne die preußischen Tugenden nicht zu machen: Pünktlichkeit, Redlichkeit, Geradlinigkeit, Fleiß, Härte auch gegen sich selbst.

Wenn diese Werte, die einst selbstverständlich waren, noch heute von der Mehrheit der Menschen und von den Mächtigen gelebt würden, sähe es besser aus in Deutschland. Vorteilsnahme, das Upgraden in Flugzeug und Hotel auf Kosten anderer, günstigere Konditionen für sich selbst, kostenlose Urlaube, weil ICH wichtiger bin als andere, gäbe es dann nicht. Denn alle diese preußischen Tugenden stellen den anderen Menschen in den Mittelpunkt und das Ego hinten an. Das heißt auch mal Verzicht.

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Brauchen wir noch preußische Tugenden?




Wer pünktlich ist, stiehlt anderen Menschen nicht die Zeit. Wer geradlinig ist, heuchelt nicht, lässt andere nicht im Unklaren und ist wahrhaftig. Wer Redlichkeit übt, haut den Mitmenschen nicht übers Ohr. Man mag über die preußische Geschichte geteilter Meinung sein, die vom Soldatenkönig und dessen Sohn Friedrich dem Großen geprägten Eigenschaften gereichen jeder Gesellschaft zu Ruhm und Ehre. Nicht umsonst werden die Deutschen von vielen Menschen ob dieser Tugenden beneidet. Sie tragen uns durch die Krisen der modernen Welt. Wer den Pfad der Tugenden verlässt wie die Banken, darf sich nicht wundern, wenn der Niedergang folgt.

Es ist eben nicht egal, was man tut. Auch wenn die 68er genau das gepredigt haben. Deren Laschheit und Egoismus hat dahin geführt, wo wir heute sind: in die Untreue auf jedem Gebiet, in die Unzuverlässigkeit, in die Beliebigkeit und damit ins Trübe. Die preußischen Tugenden dagegen sind hell, transparent, klar.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Sehr geehrter Herr Heil,

meinem Sozialwissenschaftskurs und mir sind einige Unstimmigkeiten bezüglich des Begriffes "Werte" aufgefallen. Sie benutzen ihn in Bezug auf: Pünktlichkeit, Redlichkeit, Gradlinigkeit, Fleiß und Härte. Das uns vorliegende Unterrichtsmaterial bezeichnet diese als Normen. Normen definiert man als Richtschnur der Gesellschaft, die das menschliche Zusammenleben einfacher gestalten und durch die Werte bzw. die Zielvorstellungen erreicht werden sollen. Werte jedoch, sind Ideale bzw. Ziele, die allgemeiner gegenüber den Normen gefasst werden.
Auf Grund unseres Interesses würde uns interessieren, weshalb sie diesen Begriff als solches verwendet haben?

Vorteilsnahme, das Upgraden in Flugzeug und Hotel auf Kosten anderer, günstigere Konditionen für sich selbst,...................
Zitat. Na da freut es mich aber dass es noch Kollegen gibt, die so denken und damit anders als "Löffeljournalisten"......Herr Heil, noch nie Presserabatt in Anspruch genommen? z.B. beim Autokauf? Dan Hut ab und der Kommentar ist völlig okay!

Och, Herr Heil, das ist rasch erklärt: Das Trötchen (und auch sein preußisch geprägtes Weib) arbeitet im gleichen Beruf. Da bekommt man eben so einiges mit, auch aus dem sog. Offline, denn Augen und Ohren sind stets offen. Sie kennen doch sicher den alten Spruch, der in jeder guten Journalistenschule (zumindest in Köln) gelehrt wird: 'Ein echter Journalist schläft nie - Er ruht nur!' Oder ist Ihnen dieser unbekannt? Schönen Restsonntag und einen angenehmen Wochenstart!

MkG
Tröte und Frau

Freue mich über die differenzierte Debatte zum s/w in dieser Woche. Das ist der Sinn des Formates. Mir ist natürlich klar, dass Gehorsam nicht zu Kadavergehorsam werden darf. Gezieltes Auflehnen (Ungehorsam) gegen gültige Normen, wenn die Unsinn sind, kann auch zu Entwicklung beitragen. So sinnvoll die Tugenden sind, dürfen sie so wenig wie alles andere in die Radikalität abgleiten. Gleichwohl zeigt die Geschichte, wohin es führt, ohne Tugenden zu leben. Woher "Tröte" weiß, dass ich mich nicht bemühe, die Tugenden im Alltag zu leben, würde mich ja mal interessieren ;-))

Warum steht und schreibt Herr Heil für ein Leben das er selbst nicht lebt? Dadurch wird der Beitrag für mich unglaubwürdig.



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