Sonnabend, 26.05.2012
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28.01.2012
SCHWARZ
Schallende Ohrfeige
VON LENNART KRAUSE

Die Politiker haben es schwer. Nach dem Aufstehen Sektfrühstück zur Wählerbindung bei einer Partei-Ortsgruppe. Dann in den Landtag, Zeitung lesen und beim Applaudieren so tun, als hätte man zugehört. Mittagsbuffet auf Staatskosten. Am Nachmittag Korrespondenz und Telefonate. Abends Stiefeltrinken oder Tofu-Essen mit der Fraktion.

Für diese Tätigkeit verdient ein Politiker in Nordrhein-Westfalen monatlich 9.979 Euro brutto. Und weil es so schwer ist, damit auszukommen, wollen sich die Abgeordneten nun eine Gehaltserhöhung von 500 Euro gönnen. Um die eigene Rente finanzieren zu können. Doch dieses Wehklagen aus Düsseldorf kommt bei den Bürgern in NRW wie eine schallende Ohrfeige an. Denn auch wenn die Politiker es besser wissen sollten: Auch Arbeitnehmer außerhalb der Politik müssen ihre Rente finanzieren. Nicht um im Alter das Luxusleben zu genießen, sondern um etwas mehr als Hartz IV im Geldbeutel zu haben.

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Mehr Geld für unsere Politiker?




Und dass NRW-Politiker auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichtet haben, macht diese Diätenerhöhung nicht besser. Ein Großteil der Bürger würde sofort zum Chef laufen und auf diese Sonderzahlungen verzichten, um 9.979 Euro monatlich zu bekommen. Außerdem ist es spätestens seit der Kreditaffäre Wulff kein Geheimnis mehr, dass Politiker sich ihre Sonderzahlungen einfach woanders abholen.

Damit ist auch das Argument entkräftet, dass höheres Gehalt zu größerer Unabhängigkeit führe. Christian Wulff etwa bekommt bis zum Ende seines Lebens 200.000 Euro im Jahr. Geschenke von Freunden hat er trotzdem gerne angenommen. In NRW machen sich die Abgeordneten lieber gleich selbst Geschenke.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Ich bin GEGEN eine Diätenerhöhung. Und im Übrigen auch ganz stark gegen eine Erhöhung des Hartz IV-Satzes wie es RK anscheinend fordert. Ich als Student habe weniger als den Hartz IV - Satz, und nein, es handelt sich nicht um BAföG.
Ich finde die 1,1 Millionen Euro pro Jahr könnte man besser in Bildung statt in eine fürstliche Altersversorgung investieren. ich frage mich manchmal wirklich, wie Politiker solche Entscheidungen ernsthaft mit ruhigem Gewissen treffen können, ohne dabei auch nur ansatzweise der öffentlichen Meinung Gehör zu schenken. Es ist doch absolut unverschämt im Zuge einer solchen Erhöhung von Anpassung an Preise und Lohnerhöhung zu sprechen. Was sollen denn durchschnittliche Arbeitnehmer denken, deren Lohnerhöhungen, sofern sie denn welche bekommen, durch kalte Progression vernichtet wird. Was soll ein Arbeitnehmer denken, der seinen Bescheid über die künftige Rente erhält und liest, dass er irgendwann von 1000 Euro leben soll, obwohl er stets fleißig war? Soll er zu seinem Chef gehen und sagen er, er braucht sofort eine satte Lohnerhöhung, um seine mickrige Rente zu Erhöhen?
Es macht mich wütend und in irgeneiner Weise lässt es mich verzweifeln, dass von uns gewählte Volksvertreter nicht ein einziges Mal den Anstand besitzen, wie alle anderen auch zurückzustecken. Warum kann man nicht mal zugeben, dass man auch mit über 9000 Euro gut leben und eine gute Rente finanzieren kann. Ich frage mich wie eine linke Landesregierung eine solche Unverschämtheit tragen kann.
Ein gutes hat die Sache aber doch: der Landtag ist sich in einer Entscheidung mal weitgehend einig.

Ich bin FÜR Diätenerhöhungen, und zwar gekoppelt an die Steigerung des Hartz IV-Regelsatzes

Für jeden Menschen, der einen 400,00 Euro Job hat und sich deshalb um seine Zukunft keine Gedanken macht, weil kein Geld da ist was zurückgelegt werden kann, ist dies eine bodenlose UNVERSCHÄMTHEIT ! Setzt doch diese "Studierten" `mal stundenlang an die Kasse. Mal sehen was an Rente übrigbleibt.

Die Gefahr besteht meines Erachtens darin, dass Volksvertreter, die sich eigenständig die finanzielle Unabhängigkeit jederzeit garantieren können, den Blick für die Realität verlieren. Der viel zitierte Elfenbeinturm ist hier gar nicht so unangebracht, denn wer seine Schäfchen im Trockenen hat, der kann nur schwer verständnis dafür aufbringen, dass es Menschen gibt, die trotz Vollzeitjob ihre grundlegendsten Rechnungen nicht bezahlen geschweige denn, für Notfälle oder gar fürs Alter vorsorgen können. Und von den unzähligen Minijobbern braucht man da gar nicht erst reden.

Natürlich brauchen auch Politiker vom Staat ihr Existenzminimum ausgezahlt. Aber das sollte auch reichen. Ergo: Genau wie bei Hartz4 sollten auch Nebeneinkünfte von Politikern auf ihre staatlichen Leistungen angerechnet werden!
Dann könnte man sich nicht einfach mal ein paar Tausender im Monat dazu verdienen, indem man eine Beratertätigkeit ausführt, die im Endeffekt nur darinsogenannte besteht zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle die Hand zu heben und damit zum beispiel dafür sorgt, dass in Deutschland die Medikamente auch in Zukunft schön teuer bleiben.

Daher: Nebeneinkünfte anständig verrechnen und die Diätenerhöhungen dem Reallohn-Wachstum anpassen. Und schon wären unsere Politiker wieder bei uns in der Realität angelangt.

Wenn man diese Kommentare liest, wird einem total schlecht.Ich bin der Meinung, das unsere Politiker für ihre Arbeit gut entlohnt werden. Da sollte manch anderer mehr verdienen können, aber das geht nicht, weil die Politik sich nicht über einen vernünftigen Mindestlohn für alle Berufssparten einigen können. Da arbeitet manch einer redlich und was bekommt er am Monatsende. Einen Hohn für seine Arbeit. Das hat mit Neid nichts zu tun. Vor einigen Jahren war es noch so, dass man sich über seinen Arbeitslohn gefreut hat am Monatsende. Heute ist nur noch Frust und Unlust am Arbeitsplatzt. Und dann wird auf der anderen Seite auch noch davon gesprochen, dass unsere Politiker doch soviele Stunden arbeiten und von der Familie fern sind. Was ist denn für einen kleinen Handwerker der selbständig ist der Alltag. Er setzt sich auch jeden Tag 12-14-16 Stunden ein und kommt wenn er Glück hat gerade mal so über die Runden, und wenn dann einer seiner Kunden dann meint, den lasse ich doch jetzt erst einmal auf sein Geld warten, dann kommt man sich vor als Bitsteller. Wenn man sein Geld haben möchte, muss man die Gerichte bemühen und dann heisst es aber immer noch nicht, dass man das Geld bekommt. Die Summe ist mittlerweile durch Zinsen so hoch angestiegen, dass man dann dem Kunden nicht zumuten kann die Summe auf einmal zu bezahlen, dann werden Ratenzahlungen vereinbart. Aber der kleine selbständige Handwerker muss seine Lieferanten bezahlen und die Betriebskosten laufen weiter. Aber wo her bezahlen denn dieses ist kein Einzelfall. Da finde ich es wirklich paradox von soviel Einsatz von unseren Politern zu reden.
Jeder sollte dass verdienen, was ihm zusteht, aber auch gerecht, und dass sollte sich unsere Politik mal auf die Fahnen schreiben, denn dann können wir uns sicherlich in einiger Zeit über weniger Schulden in unserem Land freuen. Wenn dieses geschafft ist, könnte dann vielleicht über eine Diätenerhöhung diskutiert werden.Aber zur jetzigen Zeit ist das total deplaziert.



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