Geld aufs Sparbuch packen? Nur weil mal wieder Krise ist? Man nicht weiß, was morgen kommt? Wer macht denn so was? Ich jedenfalls nicht.
Geld will investiert werden. Ein neuer Wohnzimmerschrank – her damit. Der alte Teppich ist verfleckt und plattgerannt – dann raus damit. Ein neues Auto wäre auch nicht schlecht. Eine schicke Winterjacke sowieso. Und die Kinderchen haben ja schließlich auch noch Wünsche. Wie? Immer noch was auf dem Konto: Wie wäre es mit einem teuren Urlaub? Wellness im Luxushotel – Kraft tanken für die nächste Shopping-Tour.
Eurokrise: Geld sparen oder Kohle raushauen?
Ob Krise oder Boom: Auf eins ist schließlich immer Verlass. Wirklich billiger ist im Laufe der Jahre nur wenig geworden. Der Computer vielleicht, eine digitale Kamera. Aber sonst? Da zahlen wir jedes Jahr ein bisschen mehr.
Warum also warten? Die Zinsen sind historisch niedrig, wer jetzt Geld zur Bank trägt, bekommt in ein paar Jahren weniger Teppich, weniger Schrankwand, weniger Jacke dafür, als wenn er heute auf Einkaufstour geht. Wer konsequent ist, haut das Geld also nicht nur raus, er leiht sich sogar von der Bank noch ein paar Scheine dazu, weil natürlich auch die Kreditzinsen niedrig sind. Okay, wer will, kann das ja vorher noch mal kurz durchrechnen.
Aber sonst: Einkaufen ist Bürgerpflicht. Das bläuen uns die Konjunkturexperten doch schon seit Jahren ein. Der Konsum stützt das wacklige Wachstum: Hören wir auf mit Konsumieren, geht die Wirtschaft in die Knie. Dann ist sie nicht mehr die Konjunkturlokomotive Europas, wir nicht mehr Vorbild für Resteuropa, dann müssen wir uns reinreden lassen.
Weil dann nämlich die Krise doch noch hinterrücks zuschlägt. Und wir müssten – richtig – noch viel mehr konsumieren.