Sonnabend, 26.05.2012
Homepage-Ticker | RSS | Twitter | Impressum | Kontakt | AGB | Mediadaten


Schrift

04.02.2012
WEISS
Einkaufen ist Bürgerpflicht
VON STEFAN SCHELP

Geld aufs Sparbuch packen? Nur weil mal wieder Krise ist? Man nicht weiß, was morgen kommt? Wer macht denn so was? Ich jedenfalls nicht.

Geld will investiert werden. Ein neuer Wohnzimmerschrank – her damit. Der alte Teppich ist verfleckt und plattgerannt – dann raus damit. Ein neues Auto wäre auch nicht schlecht. Eine schicke Winterjacke sowieso. Und die Kinderchen haben ja schließlich auch noch Wünsche. Wie? Immer noch was auf dem Konto: Wie wäre es mit einem teuren Urlaub? Wellness im Luxushotel – Kraft tanken für die nächste Shopping-Tour.

Umfrage
Eurokrise: Geld sparen oder Kohle raushauen?




Ob Krise oder Boom: Auf eins ist schließlich immer Verlass. Wirklich billiger ist im Laufe der Jahre nur wenig geworden. Der Computer vielleicht, eine digitale Kamera. Aber sonst? Da zahlen wir jedes Jahr ein bisschen mehr.

Warum also warten? Die Zinsen sind historisch niedrig, wer jetzt Geld zur Bank trägt, bekommt in ein paar Jahren weniger Teppich, weniger Schrankwand, weniger Jacke dafür, als wenn er heute auf Einkaufstour geht. Wer konsequent ist, haut das Geld also nicht nur raus, er leiht sich sogar von der Bank noch ein paar Scheine dazu, weil natürlich auch die Kreditzinsen niedrig sind. Okay, wer will, kann das ja vorher noch mal kurz durchrechnen.

Aber sonst: Einkaufen ist Bürgerpflicht. Das bläuen uns die Konjunkturexperten doch schon seit Jahren ein. Der Konsum stützt das wacklige Wachstum: Hören wir auf mit Konsumieren, geht die Wirtschaft in die Knie. Dann ist sie nicht mehr die Konjunkturlokomotive Europas, wir nicht mehr Vorbild für Resteuropa, dann müssen wir uns reinreden lassen.

Weil dann nämlich die Krise doch noch hinterrücks zuschlägt. Und wir müssten – richtig – noch viel mehr konsumieren.

Mehr zum Thema in nw-news.de

Schrift

Kommentare
Ein herrlich ironischer Kommentar, der zeigt, in welchem Wahnsinnssystem wir leben.

Realsatire

Herrlich wie offen hier die groteske Absurdität unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems zur Schau gestellt wird.
Ein System, in dem es nicht um Konsum zur Bedürfnisbefriedigung der Menschen (immer mehr können ihre Bedürfnisse nicht ausreichend befriedigen! Man sagt auch Armut dazu..) geht, sondern der schiere Systemerhalt auf Konsum basiert.
Wie sinnvoll ist ein System, dessen Kern ist, begrenzte Ressourcen möglichst effektiv zu verschwenden zur Bereicherung eines Prozentes der menschlichen Weltbevölkerung.
Danke, dass sie werter Herr Journalist Schelp mit ihrem unreflektierten Eliten-Nachgeplapper den Wahnsinn dieser von uns gewählten Wirklichkeit quasi im Vorbeigehen, aus Versehen transparent gemacht haben.


WAS MEINEN SIE? SCHREIBEN SIE IHRE MEINUNG



Sicherheitscode:

Bitte geben Sie oben
stehenden Code hier ein*:


*Pflichtfelder





Anzeige

Sarrazins zweiter Streich
Am Dienstag erscheint das neue Buch eines alten Bekannten: Diesmal hat sich Thilo Sarrazin ein kaum weniger brisantes Thema ausgesucht als letztes Mal: "Europa braucht den Euro nicht" heißt sein aktuelles Werk. mehr

Was bedeuten deine Träume?
Vieles von dem, was wir im Schlaf erleben, passiert nicht einfach so, sondern weil dein Unterbewusstsein dir etwas sagen will. Wir deuten dir fünf Träume - von Monstern bis zur Prüfungsangst. mehr

Yannick Kortenbreer kocht Himbeer-Tiramisu
Die Gastronomen und Köche dieses Restaurants verstehen ihr Fachwerk – und deshalb heißt ihr Gasthaus auch genau so. Untergebracht im gemütlichen – na, raten Sie mal – Fachwerkhaus im Norden von Gütersloh, legen die Inhaber Simon Focke und Rüdiger Kieke vor allem Wert auf eines: hervorragende Qualität zu erschwinglichen Preisen. mehr