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04.02.2012
SCHWARZ
Altbewährt: Spare in der Not
VON HARTMUT BRANDTMANN

Ja, Tante Johanne, is ja gut: Als ich noch Taschengeldbezieher war, verpackte sie jede Zuwendung in die Weisheit: "Spare in der Zeit, dann hast du in der Not" (gähn!). Mutter Ursula war erziehungspädagogisch auf Johannes Seite: Wenn sie mir die Münzen in die Hand zählte, sagte sie: "Zur Aussaat." Will heißen: Geh bedachtsam mit deinem Kapital um, am besten, du steckst es in dein Sparschwein ("Ja, ja").

Die Groschen hab ich umgehend der Süßigkeiten-Wirtschaft zugeführt, egal wie nah mir meine persönliche Wirtschaftskrise war – in Form eines leeren Taschengeldkontos.

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Nun ist alles größer geworden: ich selbst, mein Gehalt, die Wirtschaftskrise, mein Weitblick und – daraus folgend – mein Widerstand gegen Appelle. Ich soll die Binnenwirtschaft stärken durch Investitionen.

Warum sollte ich, wenn ich gerade keinen Bedarf habe? Weniger Geld auf dem Konto und dafür mehr Klamotten im Schrank oder übertakelte Audiotechnik im Regal oder eine Reise, die gar nicht in meinen Terminkalender passt? Ein Missverhältnis, eine Manipulation.

Apropos Klamotten: Das Hemd ist mir näher als der Rock. Noch solch eine Weisheit, deren Tragfähigkeit mir in der viel bejammerten Krise klar wird. Das andere Kleidungsstück mit symbolträchtiger Bedeutung ist der Sparstrumpf. Und wenn er gut gefüllt ist, gibt das ein gutes Gefühl, stärkt Nerven und die pekuniäre Fähigkeit zuzuschlagen. Irgendwann bekommt ihr Händler ja mein Geld.

Doch den Zeitpunkt bestimme ich nach meinen Bedürfnissen. Dieser Egoismus macht Sinn.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Hallo Herr Brandtmann,

diese Aphorismen müssen für Vieles herhalten, sind überlieferte Wahrheiten, oder auch Schwachsinn, gleichwohl beliebt, passt immer, z.B. " ... wenn der Hahn kräht auf dem Mist. .. " etc., aber im Ernst.

Sie haben vollkommen Recht, Sparen ist in unsicheren Zeiten - was wird denn mit dem € , oder meinem Arbeitsplatz - Gebot der Stunde, viel Nippes wird später eh entsorgt, das meiste hat man im Schrank hängen, wenn auch nicht immer so modern..

Aber an welche Gruppe von Bürgern in OWL richtet sich eigentlich Ihr Appell, an die fleissigen, hart arbeitenden Arbeitnehmer/innen, im 2-Schichtbetrieb, die jeden Cent eh umdrehen, Sprit kaum mehr bezahlbar, Heizungskosten, Gebühren, Bahn, Kita Beiträge, Grunderwerbssteuern, Versicherungen etc., alles teurer , rauf, sogar der vorgeschriebene Personal Ausweis ist mit 28,00 € !!! nicht billig, alles schleichend immer teurer..

Das Problem bei der Beantwortung solcher schwarz/weiß Fragen ist, daß die w e i s e n guten Ratschläge einfach dem Normalbürger am A.. vorbeigehen, weil er gar keine Möglichkeit hat, diese richtigen Ratschläge zu befolgen, würde er ja sonst gerne.

Das meint jedenfalls, in Kenntnis vieler" Lohntüten " Ihr Leser Bernd L. Müller

Das Sprichwort heisst ja eigentlich spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Somit wäre es auch vom Sprichwort her sinnvoll in der Krise zu investieren. Natürlich sollte man keinen Schwachsinn und Konsumartikel kaufen, sondern nachhaltige und lange nutzbare Güter.


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