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11.02.2012
WEISS
Kontrolle mit Sinn
VON SIMONE FLÖRKE

Es gibt Regeln, damit das Zusammenleben von Menschen funktioniert. Auch beim Autofahren. Über rote Ampeln fahren wir auch nicht einfach drüber weg. Warum also Geschwindigkeitsbeschränkungen links liegen lassen? Anarchie auf dem Straßen? Nein danke, darauf habe ich wirklich keine Lust. Allerdings auch nicht auf den pädagogisch erhobenen Zeigefinger, sondern eher auf die Überzeugung, dass Tempokontrollen Sinn machen.

Und die habe ich, nachdem mittlerweile zweimal Raser dafür sorgten, dass ich mir ein neues Auto kaufen musste: einmal auf der Autobahn, als mir ein militanter und offenbar blinder Schnellfahrer am Ende des Staus mein Auto hinten und vorn auf die Hälfte verkürzte, indem er es mit voller Wucht in die haltende Autoschlange hineinkatapultierte. Zum Glück war ich mit dem großen Auto meines Vaters unterwegs. Beim Kleinwagen hätte der Raser wohl bei mir auf dem Vordersitz gesessen.

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Blitzer: Schutz oder Abzocke?




Beim zweiten Mal übersah der Raser in seinem dicken BMW sämtliche Verkehrsschilder – darunter eins mit den großen Buchstaben "STOP" – und butterte mir auf der Bundesstraße die gesamte Front meines kleinen Peugeot einfach ab. Peng. Gut, dass ich nicht einen halbe Sekunde schneller war, sonst hätte er genau die Fahrertür getroffen. Beide Male also Riesendusel.

Wer täglich im Straßenverkehr unterwegs ist und jährlich etwa 25.000 Kilometer auf den Tacho bringt, kommt an Blitzern gar nicht vorbei. Natürlich habe ich mich auch schon mal darüber geärgert und musste auch schon mal die Geldbörse zücken – wie sicherlich viele andere auch. Aber ich habe die Folgen von Raserei selbst erlebt und sehe sie, wenn wir raus zu Unfällen müssen. Deshalb: Köpfchen einschalten statt Turbo. Die Polizei hat einen langen Atem. Und ich habe keine Lust drauf, dass der dritte Versuch der rasenden Autofahrer, mich ins Jenseits zu befördern, Erfolg hat.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
@Carsten Heil vollkommen richtig und die A2 ist
leider nur ein Beispiel für diese Art von Geldmacherei .

Ist schon recht, wer meint jede Geschwindigkeitsbegrenzung macht Sinn, hat den Sinn von Geschindigkeitskontrollen nicht verstanden: Geld machen. Nur ein Beispiel: Die A 2 zwischen Magdeburg und Berlin führt Kilometerweit geradeaus, oft wenig Verkehr und hat die Begrenzung auf vielen Abschnitten bei 120km/h. Da stehen die Kontrolleure häufig. Mit Verkehrssicherheit, für die ich natürlich bin, hat das wenig zu tun. Jegliche Grenze und Norm muss aber Sinn machen, der Autofahrer muss es auch einsehen können. Dazu gehören 30 km/h vor der Schule und im Wohngebiet.

Frau Flauke, zurätzlich muss ich hier nochmal auf ihre Beispiele zu sprechen kommen. Keines taugt nämlich als Argument für Geschwindigkeitskontrollen. Der Depp, der Ihnen hintendrauf fuhr, hätte mit der erlaubten Geschwindigkeit nicht weniger Schaden angerichtet. Sein Problem war unachtsames Fahren, da hilft auch das Einhalten der geschwindigkeit nichts. Und die Kontrolle, sollte er trotzdem zusätzlich auch zu schnell gewesen sein, hätte einzig und allein bewirkt, dass er vorher noch ein paar Euro bezahlt, kurz bevor er Ihnen hinten drauf kracht. Das hätte Sie glaube ich auch nicht wirklich getröstet.
Genauso das Stoppschild. Das Missachten eines Haltegebots steht in keinem Zusammenhang zu einer möglichen Geschwindigkeitsüberschreitung. Denn wenn ich ein STopp-Schild überfahre, dann ist es keine Entschuldigung, wenn ich es mit der erlaubten Geschwindigkeit zu tun habe.
Wirklich zu schnelles Fharen, wird dort, wo es tatsächlich zu erhöhter Unfallgefahr führt zu selten kontrolliert und ein Bußgeld füllt zwar die kommunalen Konten, stoppt den Raser aber nicht in seiner Höllenfahrt.
Dann schon lieber polizeiliche Kontrolle von echten Menschen, die gefährliche AUtofahrer gleich von der Straße holen, anstatt bloß hohle Geldmaschinen an den Straßenrand zu stellen.

Wer zu schnell fährt, gehört bestraft, soweit alles klar. Was aber nie berücksichtigt wird, ist der Umstand, dass es zwischen "zu schnell" und "schneller als erlaubt" zu differenzieren gilt. Wo da der Unterschied wäre? Das lässt sich erläutern indem man beispielsweise ein Verkehrsschild mit der Aufschrift "50" betrachtet. Jedem ist klar, dass hier die Geschwindigkeit auf 50 beschränkt sein soll. Genauer betrachtet, müsste auf diesem Schild aber präziserweise folgender Text stehen "50. Außer morgens im Berufsverkehr, da fahren Sie gefälligst höchstens 30. Meistens geht es eh nicht schneller als 30. Ab 10 Uhr können Sie dann 50 fahren. Gegen Abend ist hier eh nicht viel los, da können Sie auch ruhig mit 70 hierherfahren. Je nach Witterung müssen Sie natürlich aufpassen, Bei Regen sollten Sie 10 Km/h, bei Schnee und Glätte bis zu 40Km/h bis zu einem Minimum von 20Km/h, von der zuvor empfohlenen Geschwindigkeit abziehen"
So einen Text schreibt natürlich niemand auf ein Schild und es wird auch jedem Autofahrer zugetraut, selbstständig auf die Idee zu kommen, im dichten verkehr oder bei schlechter Witterung langsamer zu fahren als erlaubt. Aber ebenso weiß der erfahrene Autofahrer im Umkehrschluss, dass nachts um drei auf einer vierspurigen STraße im Industriegebiet 70 Km/h nicht gefährlicher sind als 50 Km/h.
In solchen Situationen trifft man dann aber leider auf die Geschwindigkeitskontrollen der Kommunen, die sich genau dort einnisten, wo Sie genau wissen, dass das aktuelle Geschwindigkeitsdiktat unangebracht niedrig eingestuft ist.
Man darf allerdings Kommunale und polizeiliche Kontrollen nicht in einen Topf werfen. Die Polizei steht oft dort, wo echte Gefahren im Straßenverkehr lauern und wo Raser leichtfertig hohen Schaden anrichten können. Die meisten polizeilichen Kontrollen finden durchaus meinen Zuspruch. Die kommunalen Geldmaschinen aber durchweg nicht. Wer in deren Gebührenfalle gerät, muss meistens feststellen, dass er zwar nicht zu schnell, wohl aber mal wieder schneller als erlaubt war.

Herrje … immer diese lustigen NW-Diskussionen.

Das Blitzen ist weder Schutz noch Abzocke … es ist die Sanktionierung von Normverstößen, wodurch eine geltende Rechtsnorm bewahrt und wiederhergestellt werden soll. Wer nicht zu schnell fährt, wird nicht geblitzt – so einfach ist das. Jegliche Diskussion erübrigt sich …



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