Lassen wir ihn, versenken wir ihn in der Mottenkiste der Historie. Denn manchmal erfüllt sich Geschichte doch und es wird Zeit, Neues zu entwickeln.
Einst hatte der 1. Mai seinen Sinn. Als die Arbeiter jeden Tag elf Stunden und mehr an sechs Tagen in der Woche für einen Hungerlohn schuften mussten, war es wichtig, am Maifeiertag nicht nur auf diese ausbeuterischen Verhältnisse hinzuweisen, sondern gegen sie anzukämpfen. Dieser Kampf war glücklicherweise erfolgreich, und davon profitieren wir heute alle.
Tag der Arbeit: Nur was für Faulenzer?
Aber mit diesem Erfolg wird der Feiertag überflüssig. Ja, er wird sogar zu einem sinnentleerten Ritual, bei dem die Bsirskes, Sommers und Hubers dieser Welt so tun, als sei immer noch Arbeiterkampf angesagt. Dabei wollen sie nur ihre eigene Existenz als selbsternannte Arbeiterführer sichern. Dabei übersehen sie, dass sogar das Interesse ihrer eigenen Klientel – also der Gewerkschaftsmitglieder – an den Maikundgebungen sinkt.
Immer weniger Menschen nehmen daran teil. Aus einer Industriegesellschaft ist zunehmend eine Dienstleistungsgesellschaft geworden. Bei den Arbeitgebern hat sich zunehmend die Erkenntnis durchgesetzt, dass mit vernünftigen Arbeitsverhältnissen besserer Profit zu erzielen ist, und der sich verstärkende Fachkräftemangel macht die Anbieter von Arbeitskraft stärker und selbstbewusster. Es ist die Sozialpartnerschaft, die die deutsche Wirtschaft stark macht, nicht der Kampf von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gegeneinander.
Soziale Unterschiede wird es immer geben. Sie zum Anlass zu nehmen, am 1. Mai Sozialneid zu schüren, wie es vielfach geschieht, hilft niemandem. Begehen wir den Tag der Arbeit, indem wir arbeiten.
ABSOLUTE FRECHHEIT!