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28.04.2012
SCHWARZ
Arbeiten am Tag der Arbeit
VON CARSTEN HEIL

 Lassen wir ihn, versenken wir ihn in der Mottenkiste der Historie. Denn manchmal erfüllt sich Geschichte doch und es wird Zeit, Neues zu entwickeln.

Einst hatte der 1. Mai seinen Sinn. Als die Arbeiter jeden Tag elf Stunden und mehr an sechs Tagen in der Woche für einen Hungerlohn schuften mussten, war es wichtig, am Maifeiertag nicht nur auf diese ausbeuterischen Verhältnisse hinzuweisen, sondern gegen sie anzukämpfen. Dieser Kampf war glücklicherweise erfolgreich, und davon profitieren wir heute alle.

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Aber mit diesem Erfolg wird der Feiertag überflüssig. Ja, er wird sogar zu einem sinnentleerten Ritual, bei dem die Bsirskes, Sommers und Hubers dieser Welt so tun, als sei immer noch Arbeiterkampf angesagt. Dabei wollen sie nur ihre eigene Existenz als selbsternannte Arbeiterführer sichern. Dabei übersehen sie, dass sogar das Interesse ihrer eigenen Klientel – also der Gewerkschaftsmitglieder – an den Maikundgebungen sinkt.

Immer weniger Menschen nehmen daran teil. Aus einer Industriegesellschaft ist zunehmend eine Dienstleistungsgesellschaft geworden. Bei den Arbeitgebern hat sich zunehmend die Erkenntnis durchgesetzt, dass mit vernünftigen Arbeitsverhältnissen besserer Profit zu erzielen ist, und der sich verstärkende Fachkräftemangel macht die Anbieter von Arbeitskraft stärker und selbstbewusster. Es ist die Sozialpartnerschaft, die die deutsche Wirtschaft stark macht, nicht der Kampf von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gegeneinander.

Soziale Unterschiede wird es immer geben. Sie zum Anlass zu nehmen, am 1. Mai Sozialneid zu schüren, wie es vielfach geschieht, hilft niemandem. Begehen wir den Tag der Arbeit, indem wir arbeiten.

Mehr zum Thema in nw-news.de
Kommentare
wenn ich das lese kriege ich ehrlich gesagt das große kotzen...klar würde ich sowas auch sagen und meinen das der tag überflüssig ist wenn man doch genug geld unterm arsch hat! andere leute so wie ich zb arbeiten auch heute noch für einen hungerlohn (5.30 die stunde) un da kann mir keiner sagen dass das kein hungerlohn ist..klar es gibt viele die noch ärmer dran sind aber wenn ich solche fatzen höre/lese platzt mir die hutschnurr! solche leute wissen garnicht wie es ist mit 800 euro im monat auszukommen und davon miete, versicherung, auto und essen zu bezahlen!
ABSOLUTE FRECHHEIT!

Ich dachte, die Zeitung sollte sich bemühen, die Wirklichkeit abzubilden? Statt dessen schreibt da jemand (auch wenn es eine Kolumne ist) über seine eigene Wirklichkeit und stößt einer breiten Masse vor den Kopf. Entweder liest Herr Heil seine eigene Zeitung nicht, oder diese druckt nicht nicht die ganze Wirklichkeit. Denn die besteht aus einer schön gefärbten Arbeitswelt, in der Familien trotz Arbeit nicht über die Runden kommen, qualifizierte Kräfte Hartz4 beziehen und Tausende Arbeitsplätze der Gewinnoptimierung zum Opfer fallen. Warten wir noch ein paar Jahre und lassen Herrn Heil nochmal zum Tag der Arbeit schreiben. Die industrielle Ausbeutung mag zu Ende sein, die nächste ist schon längst da...

Hallo Herr Heil,
(...)
Vielleicht können Sie aber auch mal die völlig unterbezahlten Jobs in Bielefeld unter die Lupe nehmen und fragen, warum das denn so ist....

Ich hab gearbeitet ... aber nur, damit ich in Ruhe meinen Monatsabschluss machen konnte, ohne Kollegen, die ständig "störend" reinkommen. Ich hab das in der Vergangenheit auch schon öfters sonntags gemacht oder dann, wenn niemand in der Firma war. Für manche Dinge kann man einfach nicht genug Ruhe haben, so nett die Kollegen auch sonst sind.

@Hans-Paul Broschart. Wer die Macht hat schreibt eben nur was er will und wir dummen liefern denen auch noch die entsprechenden Kommentare.



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