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30.06.2012
WEISS
Faulpelz-Bike
VON FLORIAN PFITZNER

Echte Fahrradfahrer brauchen keinen Motor unterm Sattel. Wer weder alt noch krank ist oder seine Brötchen als Postbote verdient, sollte sich nicht so anstellen, auf seine Muskelkraft vertrauen und selbst was auf die Kette bringen.

Deutschland ist Europameister – im Zunehmen. Hierzulande leben die beleibtesten Menschen des Kontinents, zwei Drittel der Deutschen sind übergewichtig. Und auch weltweit holen wir rapide auf. Auf der Liste der Industrieländer mit den fettesten Einwohnern liegen nur noch die Vereinigten Staaten vor uns – und zwar hauchdünn. Etwas mehr Bewegung täte also der Mehrheit unserer Gesellschaft gut. E-Bikes jedoch machen jede Radtour zur Farce.

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Die Faulpelz-Fahrräder sind nicht nur schwer unsportlich, sie bringen auch selbst bis zu 30 Kilo auf die Waage. Treppen und andere Hindernisse sind so für kaum jemanden zu überwinden. Und wer es doch schafft, all das Heavy Metal wieder aus dem Keller zu wuchten, fragt sich spätestens im Hausflur, weshalb er noch mal 2.000 Euro für sein Mittelklasse-E-Bike hingeblättert hat. Für den Preis gibt’s in jedem aufgeräumten Fahrradladen zwei federleichte Rennräder mit flotten 21 Gängen.

Und sind wir doch mal ehrlich, besonders lässig sieht es auch nicht aus, wenn man sich über den tiefen Einstieg auf den barocken Oma-Sattel schwingt, direkt über der klobigen Batteriebox. Eben noch ein Blick auf den Füllstand, dann einen in den Rückspiegel – fehlt nur noch der ledernde Sattelgepäckträger mit Gemeindewappen aus der Uckermark; ein ideales, weil flaches Terrain für das Seniorenfahrrad. Denn Serpentinen sind mit dem klotzigen Akku am Rahmen nur schwer zu manövrieren.

Ist der Gegenwind wirklich mal zu stark, der Berg zu steil oder hat der Muskel zum Ende der Partie tatsächlich zugemacht, gilt weiterhin das alte Biker-Credo: Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt.

Mehr zum Thema in nw-news.de
Kommentare
Argumente aus dem hohlen Bauch heraus ohne jede Praxiserfahrung. Darf man auch Freude am Radfahren haben? Und die ist mit dem E-bike gegeben. Und nach einer ausgiebigen Tour weiß man, dass man nicht nur auf dem Hintern gesessen hat. Nur wenige Alte und Kranke können noch E-bike fahren. Meine Beobachtung ist die, dass immer mehr Leute mehr Radfahren und das ist gut so.

Ja genau: Probe fahren! Testen, testen, testen und nicht ungebildet und unrecherchiert niedermachen!

Aber wehe diese E-Bike-Vermaledeier wollen sich ein neues Motorrad oder Auto kaufen: Dann wird Probe gefahren bis die Schwarte kracht!

Man man, wie kann man sich nur so einen Mist zusammen schreiben!? Ich dachte Herr Heil sei schon die Krönung, aber dies Ding hier setzt dem noch einen oben drauf!

Schulnote: 6 - setzen!

Also, mein Mann und Ich haben beide seit März 2012 ein Pedeelec. Wir kennen die Vorurteile gegen diese Räder, aber seit wir diese gekauft haben sind wir locker 50 km am Stück in Bielefeld und Umgebung unterwegs und es macht Spaß. Vorher war ich nach dem ersten Berg schon geschafft,und es machte keinen Spaß mehr. Gerade in Bielefeld wo es immer Berg hoch und runter geht. wir haben unsere Freizeitbeschäftigung gefunden. Und wie viel Bekannte in unseren jungen Alter (45-50) auf einmal auch ein Pedelec fahren!! An alle Neider , hört auf zu lästern wenn Ihr keine Ahnung habt und fahrt diese Räder doch mal Probe. Liebe Grüße..

Ich fahre die F***R X-Serie, weil...

"...für ein effizientes Grundlagentraining die Belastungsintensität möglichst gleichmässig sein sollte. Mit der zuschaltbaren Motorunterstützung kann ich auch bei mehrstündigen Trainings auf steilen, gebirgigen Strecken im optimalen Pulsbereich trainieren." (Daniel Albrecht, Schweizer Skirennfahrer)

So stehts auf der F***r Homepage (ohne Werbung machen zu wollen), aber das ist ja zumindest als Hinweis zu verstehen, das E-bikes offensichtlich auch im Leistungssportbereich eine Daseinsberechtigung haben.

das zunehmende Gewichtsproblem hat in erster Linie etwas damit zu tun, was und vor allen Dingen wie viel man isst und weniger damit, ob ich ein normales Fahrrad oder ein e-bike benutze.

Ob ich dabei "lässig" aussehe, interessiert mich absolut nicht; oder ist es etwa lässig, wenn sich Herren im fortgeschrittenen Alter in eine "Pelle" zwängen, die vielleicht mal vor 20 Jahren gepasst hat, sich dann auf ein Rennrad setzen und ein Bild vom "Affen auf dem Schleifstein" abgeben.

E-Bike-fahren ist fahrradfahren vom anderen Stern,
ich fahre damit 3 x so viel wie mit einem herkömmlichen Rad und in Summe dürfte dabei deutlich mehr Bewegung und Kalorienverbrauch herauskommen.

Dem Autor noch ein kleiner freundschaftlicher Tipp: nur von Dingen schreiben, von denen man etwas versteht ..



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