Echte Männer radeln in großen Gängen? So ein Blödsinn. Durch den Elektromotor gehört das der Vergangenheit an. Wer sich mit reiner Muskelkraft über den Teutoburger Wald quält, ist nicht fleißig, sondern dumm. Mit einem Elektromotor bleibt die Bewegung die gleiche, lediglich die Anstrengung lässt sich dosieren. Das Motto der E-Bikes lautet: Alles kann, nichts muss. Bei Bedarf wird das Helferlein am Hinterrad eingeschaltet, ansonsten wird getrampelt.
Die sportliche Betätigung erhöht sich sogar, denn niemand hat seinen inneren Schweinehund völlig im Griff. Mit Elektrounterstützung lässt sich das Tier aber einfacher überwinden. Wer den kleinen Motor für sich arbeiten lassen kann, lässt sich durch weite Wege und Berge nicht davon abhalten, das Fahrrad zu nutzen. Auch zur Arbeit kann man so locker mal mit dem Rad fahren. Die Zeiten, in denen Radler verschwitzt im Büro ankommen, sind vorbei.
Fahren mit Elektrorad: Ist das noch Sport?
Im Gegensatz zum Benzinantrieb ist der Elektromotor leise und stinkt nicht. Wie von Zauberhand gezogen schwebt man die Steigungen empor. Die Fahrradromantiker werden einwenden, dass zum Radeln die Beinarbeit gehört. Aber was ist daran romantisch, wenn man im niedrigsten Gang wie ein Duracel-Hase strampelt, um völlig entkräftet auf der Bergkuppe anzukommen? Wer dem Elektromotor vertraut, ist nicht ausgepumpt, kann die Umgebung genießen und hat darum auch mehr vom Ausflug.
Das Einzige, was also gegen den E-Motor spricht, ist der Radlerstolz, vermutlich vorrangig bei der Testosteronfraktion. Bei wem der Verstand Vorfahrt vor dem Ego hat, der erlebt mit dem Elektromotor Radeln in Reinform. Die Waden werden dankbar sein.