Unkultiviert, bequem, kontaktscheu und gierig – das sind die E-Book-Leser dieser Welt. Sie verstehen das Buch nur noch als Textträger, nicht aber als Kulturobjekt. Umschlaggestaltung, Papiersorte, Lesebändchen oder nicht – das alles ist ihnen egal, solange sie damit angeben können, 3.000 Bücher von Douglas Adams bis Stefan Zweig "drauf" zu haben. Mein Haus, mein Auto, mein E-Book. Es wird Zeit, den E-Book-Aposteln die Augen zu öffnen.
Nur mit einem echten Buch haben Sie im Urlaub die Chance auf ein Rendezvous. Wenn die gut aussehende Brünette am Hotelpool auf der Sonnenliege nebenan ihr Exemplar von "Shades of Grey" beiseitelegt, ist die Kontaktaufnahme einfacher, als sie zu fragen, ob sie mit Ihnen bei einem Glas Wein die Zahl der Bücher im E-Book-Reader vergleichen möchte. Bücherleser offenbaren, was ihnen gefällt. E-Book-Leser aber sind scheue Wesen, die ihre Leseleidenschaft verbergen.
Lektüre im Urlaub: Papier oder E-Book?
Und ein Buch kann überall gelesen werden, im Bett und am Pool, es kann gefahrlos zu Boden fallen, auf die Brust sinken, wenn man einschläft, und vor allem dort gelesen werden, wo es keine Möglichkeit gibt, den E-Reader wieder aufzuladen.
Ganz nebenbei dient ein Buch zur Selbstverteidigung. Wer im Sommer von Mücken geplagt wird, greift zum neuen Clancy auf dem Nachttisch, um den Stechviechern den Garaus zu machen.
Und nimmt man Wochen später das Buch zur Hand, mit dem man auf Reisen war, rieselt vielleicht noch ein wenig Karibiksand aus den Seiten, oder man entdeckt die Rechnung eines Restaurants als Lesezeichen und erinnert sich an den Urlaub – sagen Sie mir, wie das ein E-Book macht. Schönen Urlaub!
Daher und auch weil mich dieses "entweder oder" total nervt, habe ich diesen Beitrag als Aufhänger für einen Artikel in meinem Blog genommen.
Vielleicht interessiert es ja den Einen oder Anderen. :-)
Falls ich mit meinen Gedanken falsch liege, kann mich Herr Lund gerne korrigieren.
Link unterdrückt
Gruß Martina