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28.07.2012
SCHWARZ
Buchladen statt Buch laden
VON CHRISTIAN LUND

Unkultiviert, bequem, kontaktscheu und gierig – das sind die E-Book-Leser dieser Welt. Sie verstehen das Buch nur noch als Textträger, nicht aber als Kulturobjekt. Umschlaggestaltung, Papiersorte, Lesebändchen oder nicht – das alles ist ihnen egal, solange sie damit angeben können, 3.000 Bücher von Douglas Adams bis Stefan Zweig "drauf" zu haben. Mein Haus, mein Auto, mein E-Book. Es wird Zeit, den E-Book-Aposteln die Augen zu öffnen.

Nur mit einem echten Buch haben Sie im Urlaub die Chance auf ein Rendezvous. Wenn die gut aussehende Brünette am Hotelpool auf der Sonnenliege nebenan ihr Exemplar von "Shades of Grey" beiseitelegt, ist die Kontaktaufnahme einfacher, als sie zu fragen, ob sie mit Ihnen bei einem Glas Wein die Zahl der Bücher im E-Book-Reader vergleichen möchte. Bücherleser offenbaren, was ihnen gefällt. E-Book-Leser aber sind scheue Wesen, die ihre Leseleidenschaft verbergen.

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Lektüre im Urlaub: Papier oder E-Book?




Und ein Buch kann überall gelesen werden, im Bett und am Pool, es kann gefahrlos zu Boden fallen, auf die Brust sinken, wenn man einschläft, und vor allem dort gelesen werden, wo es keine Möglichkeit gibt, den E-Reader wieder aufzuladen.

Ganz nebenbei dient ein Buch zur Selbstverteidigung. Wer im Sommer von Mücken geplagt wird, greift zum neuen Clancy auf dem Nachttisch, um den Stechviechern den Garaus zu machen.

Und nimmt man Wochen später das Buch zur Hand, mit dem man auf Reisen war, rieselt vielleicht noch ein wenig Karibiksand aus den Seiten, oder man entdeckt die Rechnung eines Restaurants als Lesezeichen und erinnert sich an den Urlaub – sagen Sie mir, wie das ein E-Book macht. Schönen Urlaub!

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Kommentare
Ich denke nicht, dass Herr Lund seinen Artikel Wort-wörtlich verstanden haben möchte.
Daher und auch weil mich dieses "entweder oder" total nervt, habe ich diesen Beitrag als Aufhänger für einen Artikel in meinem Blog genommen.
Vielleicht interessiert es ja den Einen oder Anderen. :-)

Falls ich mit meinen Gedanken falsch liege, kann mich Herr Lund gerne korrigieren.

Link unterdrückt

Gruß Martina

Was für ein Schwall von sinnfreien Vorurteilen ist das denn bitte? Welcher Mensch kauft sich für viel Geld einen eBook-Reader, um damit anzugeben? Wollen auch Menschen mit ihrem elektrischen Mixer nur angeben? Sie könnten ihr Obst ja schließlich auch von Hand entsaften. Verzeihung, wir leben im 21 Jahrhundert - ja, im 21 schon. Da ist es durchaus legitim Bücher auf elektronischem Wege zu lesen, wo bis zu 2000 Bücher auf ein Gerät passen und zudem kein Papier benötigt wird. Ach übrigens, ich fahre täglich Bus - schon mal versucht im Winter, bei Notbeleuchtung im Bus zu lesen? Eben. Ein eBook hat ein beleuchtetes Display, für ein Papierbuch braucht man ein separates Lämpchen. Seit ich das Gerät habe, habe ich weit mehr Bücher gelesen als bisher üblich, und ganz ehrlich, mit Büchern vollgepackte Regale in der Wohnung - hab weder Platz dafür, noch finde ich es schön.

Das ganze soll wohl eine augenzwinkernde Glosse sein, das Ergebnis ist aber schlicht ein Anlass zum Fremdschämen. Nicht nur, dass der Autor von e-Readern offenbar null Ahnung hat, er scheint auch noch zu denken, dass öffentliches Bücherlesen in erster Linie dazu dient, Flirtangriffe vorzubereiten. Ich gehe allerdings jede Wette ein, dass der Akku meines Kobo auch ohne Aufladung noch läuft, nachdem Christian Lund in seinen drei Wochen Sommerurlaub auf Malle vergeblich um die Hotelpools geschlichen ist, um eine "gutaussehende Brünette" zu finden, die "Shades of grey" liest.

@feder
wie gut, dass ich, wenn aushäusig, bgeisterte kindle-nutzerin bin.....und so auf Ihrer "Abschuß-Liste" stehe, denn ich möchte weder, daß irgendwelche Passanten mich während des Literaturgenusses stören oder gar ansprechen, von distanzlosen Einband-Mitessern ganz zu schweigen...ich möchte nämlich nur LESEN......und dazu ist ein e-book eben etwas ganz wundervolles, denn ich kann ganz viele verschiedene Bücher leichtwiegig und praktisch überall mit mir führen und auf Wunsch genießen......

@ Christian Lund
Lieber Herr Lund, Bravo für Ihren ausgewogenen Artikel, den sie sicher bei stimmungsvollem Kerzenlicht auf von Ihnen handgeschöpftem Papier oder selbstgeglättetem Pergament mit kunstreich beschnittener Feder und handgerührter Tinte kalligraphiert haben......wo kämen wir denn sonst hin, wenn jeder so leichtfertig die Sinneseindrücke wahrer literarischer Schaffens- und Rzeptionskunst hinter sich ließe, wie diese ebook-Banausen.......

Der Text ist ein Scherz, oder? Anders kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Journalist in so wenigen Zeilen so viele Plattitüden unterbringt, um seine Technikfeindlichkeit unter Beweis zu stellen.

Ich nutze seit rund einem Jahr einen Kindle und bin schlicht begeistert: Der Akku hält mehrere Wochen, ich kann überall und jederzeit neue Bücher herunterladen und wenn ich unterwegs bin, lese ich das Buch einfach auf dem iPhone weiter.

Schade, dass einige Journalisten sind technikfeindlich sind.



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