Zunächst einmal: Nein, ich habe keinen Organspendeausweis. Und: Nein, ich habe keine Angst, dass mir, falls ich einen hätte, bei lebendigem Leib das Herz entnommen würde. Mir ist bewusst, dass viele Menschen auf Spenderorgane angewiesen sind und dass es kaum Argumente gibt, die gegen einen solchen Ausweis sprechen.
In meiner Heimatstadt Bad Oeynhausen kommt man häufig mit dem Thema Organspende in direkten oder indirekten Kontakt. Ich habe selbst mit Menschen gesprochen, die im Herz- und Diabeteszentrum auf ein Spenderorgan warten. Ein bedrückendes Gefühl, das nachdenklich macht. Allerdings muss ich gestehen, dass diese Nachdenklichkeit nicht lange angehalten hat. Zu schnell kehrt die Hektik des Alltags zurück, und die Schicksale, die hinter den Namen auf den Wartelisten stehen, rücken wieder in weite Ferne.
Organe spenden - ja oder nein?
Das Nachdenken ist jedoch bei diesem Schritt wichtig. Einen Organspendeausweis zu beantragen ist ja nicht so, als ob man einem Verein beitritt. Es gehört eine Auseinandersetzung dazu. Eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod, mit dem, was danach ist. Der jüngste Skandal um den Verkauf von Organen macht diesen Prozess nicht einfacher. Schließlich will ich, dass demjenigen geholfen wird, der es am nötigsten hat, und nicht demjenigen, der am meisten zahlt.
Diese Überlegungen brauchen Zeit. Zeit, die wir uns aber auch im Alltag nehmen müssen. Darum ist die neue Regelung der Entscheidungslösung der richtige Weg. Durch die Änderung des Transplantationsgesetzes, die seit dem 1. August 2012 in Kraft getreten ist, muss sich jeder Bürger regelmäßig damit befassen, ob er Spender werden will oder nicht. Dieser regelmäßige Anstoß wird viel dazu beitragen, dass sich Menschen aktiv mit dem Thema auseinandersetzen. Auch ich werde das tun – versprochen.
Muß Dir eigentlich recht geben - Gut analysiert.
Hast mir die Augen geöffnet.
@ Ludwig
Danke für die Unterstützung!
@ Christian W.
Punkt 1 bin keine Userin - hörte ich mich so feminin an, von meinen Texten her?
Punkt 2 Ich verstehe nicht, das sie nicht meiner Meinung sind, das dieser Artikel ins Feuilleton gehört hätte. Ich finde ja auch, es wäre schade gewesen, wenn durch einen gut verfassten Artikel, angebliche Organspender sich umentschieden hätten. haben in Deutschland sowieso zu wenig Organspender.
Zu meinen 2. und 4. Kommentar - Sorry.
Mir ging es wirklich nur um die Rubrik, nicht der Artikel.