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10.11.2012
Schwarz
Trübsinn vorprogrammiert

Grau. Alles grau, wohin man sieht. Da braucht man keinen Blick auf den Kalender. Wenn man morgens aus dem Fenster blickt und einen dicht wolkenverhangenen Himmel sieht, Nieselregen, Bäu-me, die ihr letztes Laub verlieren, dann weiß man: schon wieder November. Da möchte man am liebsten gleich im Bett liegen bleiben. Trübsinn ist vorprogrammiert.

Wo ist nur wieder der Sommer hin, mit all seiner Energie und Leichtigkeit?, fragt man sich. Er hatte doch gerade erst mit einem goldenen Oktober richtig losgelegt. Es wird nicht richtig hell, der Morgennebel zieht sich über den ganzen Tag, und wenn er doch einmal Platz für die Sonne macht, dann schlägt er sich auf den Autoscheiben nieder – natürlich um dort festzufrieren.

Umfrage
November: Mehr als Schwermut?




Was für ein trostloser Monat! Ob morgens in der Straßenbahn, im Auto oder auf der Straße, überall sehe ich sie: mürrisch dreinblickende Menschen mit Schnupfnasen, die vor dem nie enden wollenden Novemberregen fliehen und sich nur noch mit dem Gedanken an den nächsten Strandurlaub durch den Tag schleppen. Kein Wunder.

Dazu kommt, dass ab Mitte November die Geschäfte vor lauter Glitzerkram und Dingen, die die Welt nicht braucht, bersten. Der frühe Weihnachts-Overkill erinnert nicht zuletzt auch an die endlose Liste an Dingen, die noch dringend vor dem Fest erledigt werden müssen. Heißt: im hoffnungslosen Weihnachtsgetümmel mehr oder weniger wohl überlegte Geschenke für Familie und Freunde besorgen, Haufen von Rechnungen bezahlen und so weiter. Wer da nicht den Herbstblues bekommt, ist wohl ein unglaublicher Optimist oder schon im Winterschlaf.

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Kommentare
Einverstanden gegen den vorweihnachtlichen Overkill. Aber letztes Jahr habe ich übrigens festgestellt, dass man die Zeit von Anis, Kardamom, Muskat, Nelken und Zimt auch zum Anlass nehmen, sich für die Geschichte dieser Backkultur zu interessieren, zum Beispiel den Handel und die Verwendung von Gewürzen, die allesamt nicht in diesen Breiten wachsen. Das war eben einmal etwas Besonderes zu den Festtagen, im Gegensatz zum Dominostein aus dem Aldi, den sich ein Leiharbeiter vor der Glotze reinschmeißt, nachdem er im Straßenbau 8 Stunden lang dem Mistwetter ausgesetzt war.

Hallo Frau Spieker,

erstmal dieses: Wenn ich morgens aufstehe und aus dem Fenster schaue, sehe ich gar nichts. Um 4:15 Uhr ist es nämlich noch stockduster. Aber okay, die angestellte schreibende Zunft fängt ja auch erst so zwischen 10 und 11 Uhr an zu arbeiten.

Weiter: Die hier integrierte Umfrage bietet derweil schon die optimale Lösung: Es kommt darauf an, was man aus dem Monat macht. Ich ergänze sogar auf Monate, denn es gibt noch ein paar mehr dunkle Monate mehr, als nur den November.

Klar ist man dann mehr im Haus. Da wo es warm und gemütlich ist. Und genau das gilt es in diesen Monaten positiv zu nutzen, denn schliesslich kommt der November etc. nicht einfach so. Man weiss das ganze Jahr über darum und kann sich frühzeitig Dinge für die dunkle Zeit parat legen.

Möglichkeiten dazu gibt es satt. Wenn ich die jetzt alle hier rein tippen würde, bin ich morgen früh noch nicht fertig. Aber sieben derer notiere ich mal:

* Sich gegenseitig ein Buch vorlesen - Spannend und entspannend zugleich.

* Gemeinsam ein paar Holzscheite aus dem Garten holen, zusammen den Kamin entfachen, sich davor kuscheln und einfach mal ganz in Ruhe die Nähe geniessen.

* Warum nicht ein nettes neues Spiel kaufen und es gleich zu Hause ausprobieren?

* Dunkle Zeit, Zeit zum Kochen. Und anschliessend bei erhellenden Kerzen genießen, wobei gegenseitiges 'Füttern' besonders Genußintensiv ist.

* Sich mal hinsetzen und 24 kleine Filztäschchen zurecht schneiden, zusammen kleben. Ergibt einen netten ganz besonderen Adventskalender. Die Täschchen mit kleinen Klammern an einer gespannten Leine anhängen und mit kleinen Dingen(!) füllen, die aber von Herzen kommen. Dann sind auch kleine Dinge wunderschön. Zudem: 24 Morgende voller Spannung!

* Warum nicht mal verrückt sein? Warm anziehen und den Grill anschmeissen. Vielleicht einen kleinen Glühwein dazu geniessen. Gegrilltes schmeckt auch im Herbst/Winter gut!

* Und zum Schluß noch eines von Ihnen selbst angeliefert, Stichwort 'Blues'! Perfekt! Eine nette Blues-CD in den Player, passende Lautstärke, Partner schnappen und mit Strümpfen in den vier Wänden den Blues getanzt! Nur wenn Sie jetzt allein daran denken, wird Ihnen schon ganz anders. Tja - Kleines kann großes auslösen.

Sehen Sie Frau Spieker, es gibt so vieles zu tun, packen Sie es an! Ach ja: Und vielleicht wandeln auch Sie das sog. "Ich-muss-was-verschenken-Syndrom" (natürlich gefördert durch den immensen Werbedruck) in die gesunde Einstellung "Ich-kann-was-verschenken" um. Das mindert den Stress im Kopf enorm und vor allem das Gerenne und Gehaste durch die Shoppingstreets.

Tun Sie sich mehr Ruhe an und konzentrieren sich auf die wirklich wertvollen Dinge. Geniessen Sie diese intensiv und auch Sie werden sehr schnell umdenken und feststellen: "Was ist die dunkle Jahreszeit doch für eine herrliche Zeit". Das wünsche ich mir in einem Jahr an dieser Stelle von Ihnen zu lesen. Tun Sie es, Sie schaffen es - Wetten das!?



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