Grau. Alles grau, wohin man sieht. Da braucht man keinen Blick auf den Kalender. Wenn man morgens aus dem Fenster blickt und einen dicht wolkenverhangenen Himmel sieht, Nieselregen, Bäu-me, die ihr letztes Laub verlieren, dann weiß man: schon wieder November. Da möchte man am liebsten gleich im Bett liegen bleiben. Trübsinn ist vorprogrammiert.
Wo ist nur wieder der Sommer hin, mit all seiner Energie und Leichtigkeit?, fragt man sich. Er hatte doch gerade erst mit einem goldenen Oktober richtig losgelegt. Es wird nicht richtig hell, der Morgennebel zieht sich über den ganzen Tag, und wenn er doch einmal Platz für die Sonne macht, dann schlägt er sich auf den Autoscheiben nieder – natürlich um dort festzufrieren.
November: Mehr als Schwermut?
Was für ein trostloser Monat! Ob morgens in der Straßenbahn, im Auto oder auf der Straße, überall sehe ich sie: mürrisch dreinblickende Menschen mit Schnupfnasen, die vor dem nie enden wollenden Novemberregen fliehen und sich nur noch mit dem Gedanken an den nächsten Strandurlaub durch den Tag schleppen. Kein Wunder.
Dazu kommt, dass ab Mitte November die Geschäfte vor lauter Glitzerkram und Dingen, die die Welt nicht braucht, bersten. Der frühe Weihnachts-Overkill erinnert nicht zuletzt auch an die endlose Liste an Dingen, die noch dringend vor dem Fest erledigt werden müssen. Heißt: im hoffnungslosen Weihnachtsgetümmel mehr oder weniger wohl überlegte Geschenke für Familie und Freunde besorgen, Haufen von Rechnungen bezahlen und so weiter. Wer da nicht den Herbstblues bekommt, ist wohl ein unglaublicher Optimist oder schon im Winterschlaf.