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29.12.2012
WEISS
Ruhe bitte!
VON ANNIKA FALK

Hund und Katze haben ein wesentlich feineres Gehör als wir Menschen. So leiden sie in der Silvesternacht besonders, verkriechen sich unterm Sofa oder im Keller. Es gibt Familien, die ihre Vierbeiner über Silvester in eine entlegene Tierpension bringen, wo sie ihre Ruhe haben. Für diese Betreuung wird Geld ausgegeben, das genauso unnötig ist wie das Geld, das Jahr für Jahr in die Luft geballert wird. Auf fünf Minuten Feuerwerk folgt erst eine verrauchte Dachterrasse und am nächsten Morgen Überstunden für die Müllmänner, die Tonnen Raketenreste beseitigen müssen.

Wem nutzt private Rumböllerei, am besten den ganzen 31. Dezember über, weil es einige Ungeduldige nicht erwarten können? Niemandem. Ganz im Gegenteil: Sage und schreibe 31 Millionen Euro zahlen Versicherer jährlich für Schäden, die durch Feuerwerkskörper entstehen. Denn leider setzen auch bei Silvesterknallern einige auf das Prinzip "Geiz ist geil".

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Silvester: Mit Böllerei oder in aller Stille?




So werden Finger verbrannt, Gliedmaßen abgesprengt oder lebenslange Hörschäden in Kauf genommen. Durch Feuerwerkskörper, die in China oder Indien unter skandalösen Bedingungen produziert werden und deren Arbeiter chemischen Stoffen ausgesetzt sind, die Asthma oder Tuberkulose auslösen.

Die Deutschen geben für Kracher und Raketen pro Jahr 110 Millionen Euro aus. Geld, das sinnvoller eingesetzt werden könnte. Ein Tipp für alle, die Gutes tun und nicht ganz auf die bunten Lichter verzichten wollen: "Brot für die Welt" bietet eine Taschenfeuerwerk-App für das Smart-phone an. Der Erlös kommt Bedürftigen zugute. Geht übrigens auch ohne Handy: einfach keine Böller kaufen und das Ersparte einem guten Zweck spenden.

Oder investieren Sie das Geld in eine gute Flasche Rotwein. Das beruhigt die Nerven bei Böllerschlägen der Nachbarn.

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Noch ein Tipp:
Wir stellen jedes Jahr eine fette Lautsprecherbox in den Fensterrahmen. Hinter die auf "Schlitz" gezogene Schallo. Dann kommt eine krachende Feuerwerks-CD in den Player und schon gehts mit recht lautem Getöse für gut 20 Minuten ab.

Draußen beim gemütlichen Glas Sekt stehend ist es zu amüsant-köstlich, wie andere gucken und glotzen, weil es knallt wie bekloppt, aber nix ist zu sehen!

Mag ja vielleicht jemand nachmachen. Der Spaß ist garantiert!


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