Schrift

30.03.2013
Schwarz
Chance für Entschleunigung
ANNIKA FALK

Mit den Feiertagen ist das so eine Sache. Einerseits nimmt man die freien Tage gerne mit, andererseits will man von deren – zugegeben häufig kirchlicher – Bedeutung nichts wissen. Jahr für Jahr werden Rufe laut, das Tanzverbot müsse abgeschafft werden, Staat und Kirche werde vermischt. Ähnliche Appelle hört man rund um Weihnachten selten, auf den Kommerz und die vielen Geschenke will schließlich keiner verzichten.

Wir leben in einem Land, das christlich geprägt ist. Da ist es nicht zu viel verlangt, den höchsten Feiertag zu respektieren! Es war eine unfassbare Heldentat Jesu, der für uns am Kreuz gestorben ist. Es ist keiner gezwungen, deshalb in Trauer und Demut zu versinken. Und den Tänzern sei gesagt: Es gibt kein Grundrecht auf permanentes Feiern. Es bleiben außerdem noch 364 Tage, an denen das Tanzbein geschwungen werden kann. Gönnt dem Körper eine Pause.

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Karfreitag: Auf den Verzicht verzichten?




Wer die Abschaffung des Tanzverbots fordert, sollte am Karfreitag – und Ostermontag und allen anderen christlichen Feiertagen – künftig an den Arbeitsplatz zitiert werden. Spätestens bei dieser Forderung würden die meisten schnell einen Rückzieher machen. Karfreitag bietet vielmehr eine Chance: Wir leben in einer Hochleistungsgesellschaft, in einer Zeit, die immer schneller wird. Mehr als sinnvoll ist da ein Tag der Entschleunigung.

Und zum Fleisch: Keiner kontrolliert, ob ich mir am Karfreitag ein Schnitzel in die Pfanne werfe. Aber von meiner Großmutter liegt mir der Begriff des Sonntagsbratens in den Ohren. Fleisch war damals so wertvoll, dass es nur an diesem besonderen Tag der Woche auf den Tisch kam. Menschen, die nicht mal einen Tag im Jahr auf Fleisch verzichten können, sollten sich also fragen, was falsch läuft.

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Kommentare
Entschleunigung gibt's erst beim Burnout!

meint das durchaus zwischen Jesus-Bild und Kirchen-Bild unterschieden werden darf. Das Jesus-Bild vermittelt einen Hero für Gerechtigkeit und ein Kämpfer für den Frieden. Ganz im Gegensatz zu Mohammed. Der war mehr Feldherr und unterdrückte mit seinem Glauben.

Für mich ist der auf jeden Fall nicht gestorben.

"Es war eine unfassbare Heldentat Jesu, der für uns am Kreuz gestorben ist."

Nein Frau Falk, es ist unfassbare Naivität, dass es noch immer Menschen gibt, die diese Ammenmärchen glauben und die Gängelung durch die Kirche in unserem säkularisierten Staat auch noch befürworten. Die Kirche war stark in Zeiten von geringer Bildung des Volks. Das ist, zumindest bei uns, inzwischen glücklicherweise anders, nur hat die Kirche noch nicht eingesehen, dass sie von allen Vereinen in unserem Land der Überflüssigste ist.



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