Das Internet ist eine nützliche Sache – und kann zur Falle werden, wenn Unbekannte plötzlich Hassbotschaften und Drohungen per Mail und Chat verschicken. Cybermobbing nennt man das. Viele Kinder und Jugendliche sind davon betroffen. Wir haben mit dem Kommissar Lothar Rösler von der Polizei Bielefeld darüber gesprochen, was man dagegen tun kann. Und für alle, die Hilfe brauchen, haben wir wieder eine anonyme Chatberatung eingerichtet.
CYBERMOBBING PASSIERT, WENN...
- dich jemand im Internet, also zum Beispiel per Schüler-VZ, Facebook, ICQ oder per Mail beleidigt oder bedroht.
- jemand im Internet Lügen über dich verbreitet oder mit anderen öffentlich über dich lästert.
- jemand ein gefälschtes Profil von dir erstellt und in deinem Namen dort aktiv ist. Er könnte zum Beispiel andere beleidigen, die dann sauer auf dich sind, statt auf ihn.
- jemand deine Daten ins Netz stellt, ohne dafür deine Erlaubnis zu haben, und dich damit bloß stellt.
- jemand bei Schüler-VZ oder Facebook eine Hassgruppe gegen dich gründet.
- jemand in einem Online-Spiel deine Avatare zerstört.
Chat mit Tina Mowat
Du hast das, was oben in den Texten steht, schon am eigenen Leib erfahren? Du hast einen Freund, der im Internet gemobbt wird? Wir wissen, dass wir dir nur mit einem Artikel nicht helfen können. Deshalb haben wir eine anonyme Chat-Stunde für dich eingerichtet. Tina Mowat ist eine Diplompädagogin, die sich gut mit dem Thema Cybermobbing auskennt.
Sie ist am Montagabend, 16. Januar, ab 19.30 Uhr unter der ICQ-Nummer 61 45 46 025 für euch erreichbar und kann euch viele gute Ratschläge geben, was ihr in so einer Situation tun könnt. Also meldet Euch!
WAS KANNST DU DAGEGEN TUN?
1.
Informier dich
In sozialen Netzwerken zu surfen ist das Gleiche, wie am Straßenverkehr teilzunehmen: Du musst die Regeln kennen, damit du sicher bist. Lies dir die Nutzungsbedingungen und die Privatsphäre-Einstellungen von Schüler-VZ oder Facebook genau durch! Nur so hast du das Wissen und die Kontrolle darüber, wer was von dir sehen kann.
2.
Schütz deine Daten
Je weniger Informationen du über dich ins Netz stellst, desto weniger Angriffsfläche bietest du Mobbern. Wenn jemand zum Beispiel kein Foto von dir hat, kann er auch keinen falschen Account mit deinem Bild anlegen. Wenn du unbedingt Fotos hochladen musst, dann verkleinere die Auflösung.
3.
Wehr dich
Im Netz gibt es Möglichkeiten, gegen Mobber vorzugehen. Du kannst Leute für dein Profil sperren und Bilder entfernen lassen.
4.
Such dir Hilfe
Falls du gemobbt wirst, musst du mit jemandem darüber sprechen! Erzähl es deinen Eltern, einem Vertrauenslehrer oder Freunden. Wenn du weißt, wer dich mobbt, könnt ihr den Täter gemeinsam zur Rede stellen.
5.
Sammle Beweise
Schreib ganz genau auf, wer dir wann was geschickt hat. Und mach einen "Screenshot", also ein Foto von Seiten, mit denen du belegen kannst, dass du gemobbt wirst.
HILFE VON AUSSEN
Cybermobbing ist nicht einfach nur ärgern, sondern eine ernste Sache. Es gibt sogar Schüler, die sich selbst etwas angetan haben, weil sie nicht mehr mit dem Druck, der Angst und der Demütigung klarkamen. Deshalb reicht es manchmal nicht, nur mit den Tätern zu reden. Dann müssen härtere Maßnahmen her.
Datenmissbrauch ist in Deutschland eine Straftat. Das bedeutet, dass du gemeinsam mit deinen Eltern rechtlich dagegen vorgehen kannst. Ihr könnt zum Beispiel Anzeige bei der Polizei erstatten.
Die Polizei hat auch die Möglichkeit, bei den Machern von Sozialen Netzwerken nach Nutzernamen zu fragen. Wenn jemand also ein falsches Profil von dir erstellt hat oder eine Hassgruppe gegen dich gegründet hat, und du den Täter nicht kennst, kann die Polizei seine Identität feststellen lassen.
Bevor das alles möglich ist, musst du aber erstmal mit deinen Eltern oder einem Lehrer reden. Das fällt dir vielleicht schwer, vielleicht hast du Angst, dass du dann Internet-Verbot bekommst, weil sie dich schützen wollen. Trotzdem ist es wichtig, dass du deine Eltern nicht aussperrst. So nervig Erwachsene manchmal auch sind, es gibt Situationen, die man nur mit ihrer Hilfe lösen kann. Und im Internet gemobbt zu werden, ist so eine Situation. Also versteck deine Angst, deine Trauer oder deine Wut nicht, sondern sprich mit jemandem darüber.
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