USA, Kanada, Neuseeland, Australien – da möchtest du hin? Wir sagen dir, wie das geht und wo du alle Infos bekommst
Am 11. Februar findet im Ceciliengymnasium in Bielefeld die große Jugendbildungsmesse statt – eine Pflichtveranstaltung für alle, die gern ins Ausland möchten.
Denn hier versammeln sich über 80 Austauschorganisationen, Veranstalter und Agenturen aus ganz Deutschland, um über alle Bereiche eines Auslandsaufenthalts zu informieren. Alle weiteren Infos findet Ihr unter
www.weltweiser.de/messenauslandsaufenthalte.htm
Bis dahin findet Ihr wichtiges Wissen auch auf unserer Seite. Für euch haben wir außerdem mit drei Schülern aus Ostwestfalen-Lippe gesprochen, die mit der Organisation ec.se bereits im Ausland gewesen sind. Sie berichten von ihren Erfahrungen und Erlebnissen.
Drei wichtige FragenWer kann beim Schüleraustausch mitmachen?
Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren.
Wann mache ich mein Auslandsjahr am besten?
In der 10. Klasse. Dann verpasst du nicht den wichtigen Stoff der Oberstufe.
Muss ich ein ganzes Jahr weg sein?
Nein. Aufenthalte im Ausland sind ab der Dauer von drei Monaten und bis zu zwei oder mehr Jahren möglich.
Organisation
Zunächst musst du dich um den Auslandsaufenthalt bewerben. In Deutschland gibt es etwa 80 Organisationen, die dafür zuständig sind. Meist musst du in der Bewerbung erklären, wer du bist und warum du ins Ausland möchtest. Anschließend folgt ein Gespräch mit einem Berater der Organisation, zu dem du mit deinen Eltern gehen musst. Schließlich bist du noch nicht volljährig.
Das Land, in das du gehen möchtest, kannst du dir immer aussuchen – allerdings ist bei vielen Organisationen eine Ortswahl in den USA nicht möglich, weil dort so viele Schüler hinwollen. Oft gibt es für Schüler und Eltern ein Vorbereitungstreffen in Deutschland, zu dem du hingehen musst. Hier wirst du über kulturelle Unterschiede, Organisatorisches und die Programmregeln informiert. Einige Wochen, bevor es losgeht, bekommst du dann deine Gastfamilie zugeteilt und kannst Kontakt aufnehmen.
Wie teuer wird's?
Die Kosten für ein Jahr im Ausland sind sehr unterschiedlich und abhängig vom Zielort. Ein Jahr in den USA beispielsweise kostet rund 7.000 Euro, ein Aufenthalt in Kanada, Australien oder Neuseeland kostet zwischen 15.000 und 30.000 Euro, weil es hier Schulgebühren gibt. Schüler, deren Eltern sich diese Summen nicht leisten können, haben die Chance, sich um finanzielle Unterstützung per Stipendium oder Auslands-Bafög zu bewerben. Ob man es erhält, hängt vom Einkommen der Eltern ab.Alle Infos dazu findest du unter:
www.das-neue-bafoeg.de. Privatschulen und Internate im Ausland, auch in den USA, sind noch einmal sehr viel teurer. Hier kostet ein Jahr zwischen 25.000 und 50.000 Euro.
Schule vor Ort
Kanada, Australien, Neuseeland und die USA haben ein Gesamtschulsystem. Das heißt, du gehst von circa 9 Uhr bis um 15 Uhr zur Schule. Nachmittags gibt es oft schulische Aktivitäten, Sport oder Kunst zum Beispiel. Du hast hier viele Freiheiten bei der Fächerwahl und weniger Fächer als in Deutschland. In Australien und Neuseeland müssen die Jugendlichen Schuluniformen tragen. Außerdem bekommst du einen Betreuer zugeteilt, der sich um dich kümmert und für fragen da ist.
SCHÜLER BERICHTEN
"Wir haben so viel dazugelernt"
Marco (16) und Svenja (18) Schale
Für uns gab es viele Gründe, ins Ausland zu gehen: um unser Englisch zu verbessern, eine fremde Kultur kennenzulernen – und auf eigenen Beinen zu stehen. Deshalb sind wir auch auf getrennte Schulen gegangen. Und die Zeit in Kanada hat unsere Erwartungen übertroffen. Svenja hat es sogar so gut gefallen, dass sie ihren Aufenthalt von drei auf sechs Monate verlängert hat. Die Leute in Kanada sind superfreundlich und die Fächer in der Schule viel interessanter als bei uns: Kochen, Holzarbeiten, Theater gab es da.
An den Wochenenden konnten wir Skifahren gehen, weil wir mitten in den Bergen lebten. Allerdings lernt man auch zu schätzen, dass man eine Familie, ein richtiges Zuhause hat. Heimweh haben wir beide zwar nicht gehabt, aber wir kommen jetzt viel besser miteinander klar als vorher – man weiß jetzt, was man dem anderen hat. Außerdem sind wir beide in der Schule jetzt viel besser in Englisch.
"Die beste Zeit meines Lebens"
Anfang 2011 habe ich für drei Monate an der Westküste Australiens, in Queensland, gelebt. Und ich muss sagen: Das war die beste Zeit meines Lebens! Meine Gastfamilie war total lieb, die Kultur und die Natur extrem spannend und ich hatte überhaupt kein Heimweh. In der Schule bin ich super mitgekommen, weil der Stoff dort viel leichter war als bei uns. Und nachdem ich mich erstmal überwunden hatte, klappte das mit dem Englisch auch gut.
Allerdings musste ich mich daran gewöhnen, dass die Regeln für Jugendliche in Australien viel strenger sind. Ich musste immer früh zu Hause sein, in der Woche um 22 Uhr und am Wochenende um Mitternacht. Außerdem musste ich die Schuluniform tragen: Weiße Bluse, blauer Rock, der exakt bis zum Knie geht, Make-up war verboten. Die sind sogar mit Reinigungstüchern in der Schule herumgerannt, so streng haben die darauf geachtet.
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