Sonnabend, 26.05.2012
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09.02.2010
United Snow States of America
Washington - eine vom Schnee stillgelegte Hauptstadt
AUS DEN USA BLOGGT NW-CHEFREDAKTEUR THOMAS SEIM

Angekommen | FOTO: Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen / Ralph Sondermann

Eigentlich ist der Flug LH 418 von Frankfurt nach Washington auf die Minute pünktlich. 15.20 Uhr Ortszeit setzt der Kapitän die Boeing 747 auf die Landebahn des Washingtoner John-Foster-Dulles-Airport. Es hätte alles perfekt sein können bei der Landung der NRW-Delegation zum Staatsbesuch mit Ministerpräsident Jürgen Rüttgers an der Spitze.

Die Landebahn indes ist eisglatt. Und unser Lufthansa-Jumbo hat leider nur Sommerreifen montiert. Jedenfalls behauptet das die Stimme aus dem Cockpit. Allerdings könnte das auch eine Erfindung eines Kapitäns sein, der seine Passagiere auf ein längeres Auslaufen der Maschine bis zur endgültigen Parkposition einstimmen will.

Sei's drum. Washington jedenfalls ist zur Zeit weißer als das Weiße Haus. Über 70 Zentimeter Schnee sind hier quasi über Nacht gefallen. Mehr noch als auf der A 45, der Sauerlandlinie, letzte Woche in Deutschland. Die Autos auf den Parkplätzen – kaum noch zu erkennen. Schilder, Ampeln, Bürgersteige – alles zugeschneit.

Salzmangel? Im Gegenteil!

Chaos! Am Flughafen. Vor der Flughalle räumen drei Bagger in aller Ruhe Schnee beiseite und auf die bereitstehenden Lastwagen. Dahinter stauen sich zahllose Pkw. Gehupt wird nicht. Erstaunlich geduldig die Washingtoner. Vielleicht liegt's am Wetter. Der Himmel ist blau, die Temperaturen gestiegen.

Ruhe! In der Stadt. Auf der Autobahn ins Zentrum immer wieder Räumfahrzeuge, die die Straßen streuen. Salzmangel – gibt es hier nicht. Im Gegenteil: Die Streudichte ist – sagen wir – sehr dicht. Jedenfalls gemessen am deutschen Standard.

Kaum Menschen auf den Straßen in der Innenstadt, nur wenige Autos unterwegs, Geschäfte nur zum Teil geöffnet, aber meist leer. Die Hauptstadt der letzten Weltmacht ist stillgelegt. Auf dem Weißen Haus hängen die "Stars and Stripes" schlaf herab. Wie auf Halbmast. Und das dicke Ende kommt erst noch. Schon für heute ist Neuschnee – etwa 40 Zentimeter – angesagt. Aussicht auf Besserung gibt es nicht. Im Gegenteil: Am Wochenende, vielleicht schon für Freitag erwarten die CNN-Wetter-Nachrichten einen Jahrhundert-Schneesturm.

Gut, dass wir dann hier weg sind: Morgen Weiterflug nach L.A und San Francisco. Der Terminator wartet auf uns. Dann doch lieber Westküste und Arnold Schwarzenegger besuchen.


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Kommentare
Typisch Deutsch. Hätten die Kommunen vor dem Winter 1000de Tonnen Streusalz gekauft und wir hätten an 2 Tagen Schnee gehabt, dann hätten die Leute, die jetzt meckern, rumgeschrieen das sei Geldverschwendung gewesen. Manchen Menschen kann man es einfach nicht recht machen

Fragt Herr Rüttgers denn auch mal nach, wie es die Amerikaner schaffen, genug Salz im Vorrat zu haben? Dann klappt es nächstes Jahr vielleicht auch bei uns...


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