Sonnabend, 26.05.2012
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05.03.2011
Holzklasse mit Hannelore Kraft
NRW-Ministerpräsidentin auf Staatsbesuch in Israel
VON THOMAS SEIM


14.50 Uhr Ortszeit. Landung in Tel Aviv. Knapp vier Stunden Flug liegen hinter der deutschen Delegation. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft führt sie an. In den nächsten fünf Tagen bis Aschermittwoch besucht Kraft als amtierende Präsidentin des Bundesrates Israel und die Palästinensischen Gebiete.

Lufthansa-Flug 686 hat die deutsche Delegation nach Israel gebracht. Abflug 10:05 ab Frankfurt. Hannelore Kraft wählt mit ihrer Begleitung die Holzklasse. Mitten in einer Reisegruppe aus Bayern. Sitzplatz 50 D, ganz hinten.
Die Platzverhältnisse sind eng. Ihren etwas komfortableren Platz am Notausstieg hat die Ministerpräsidentin einem Mitreisenden mit langen Beinen überlassen. Nun also sitzt sie mittendrin.

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"Die kenn' ich. Das ist eine Politikerin", flüstert eine Reisende ihrer Nachbarin zu. Der erste Bayer kommt und bittet, ein Foto machen zu dürfen. Weitere folgen.
 Kraft lässt alles zu. Sie kommt gerade aus dem Wahlkampf in Baden-Württemberg und sieht müde aus. Die Stimmung dort sei gut, sagt sie. Die SPD, glaubt sie, wird dort vor den Grünen liegen. Und vielleicht wird es gar für Rot-Grün reichen.


Unveränderte Haltung

Einstweilen allerdings hat sie sich erstmal mit der Aufregung um denkbare Neuwahlen in NRW zu plagen. Dafür hat ein Interview ihres Fraktionsvorsitzenden im Landtag Norbert Römer gesorgt, der erklärt hatte, falls die CDU eine verfassungsrechtliche Auseinandersetzung um den NRW-Haushalt Suche, werde man die Wähler fragen, welchen Weg das Land nehmen solle. 
Kraft sagt dazu, ihre Haltung habe sich nicht verändert. Sie werde in Ruhe das Urteil des Landesverfassungsgerichts in Münster abwarten, es sorgfältig analysieren "und daraus Die Schlüsse ziehen".

Klar sei dabei für sie: "Über den künftigen Weg Nordrhein-Westfalens muss man politisch diskutieren und nicht vor das Verfassungsgericht ziehen."


Hannelore Kraft wirkt dabei zwar müde, aber ganz ruhig und überlegt. Bodenständig. Wie auf ihrem Sitz 50 D.
 Lufthansa, Holzklasse.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
@cabr: Ich kenne ein Sprichwort, das ganz unauffällig sowohl zu einer gewissen Demut als auch zur Aufgeschlossenheit mahnt, was meiner Meinung nach in Demokratie und Pluralismus absolut wichtige Dinge sind: "Man lernt nie aus."

Leute, Leute, wenn ich hier so manchen Kommentar lese, frage ich mich, ob mancheiner nicht etwas Nachhilfe in Politik nötig hätte.

Schon mal was von Globalisierung gehört? Wenn in den USA eine Bank zusammenbricht, rutscht die ganze Welt in eine Krise - auch Nordrhein-Westfalen. Zu glauben, ein Politiker müsste heute an seinem Schreibtisch sitzen - am besten mit Stechuhr, damit wir Steuerzahler wissen, wie lange er/sie da war - , ist, entschuldigen Sie, reichlich naiv.

oh, Dankeschön Frau Kraft, dass Sie sich für einen Flug entscheiden haben den sich sonst nur der normale "Pöbel" nach einem Jahr sparen gönnt.
Das Sie die Qualen auf sich nehmen und in dieses heiße und staubige Land fliegen, wo der Pöbel sonst Urlaub macht.
Was sollen wir diesem Bericht bitte entnehmen?
Sollen wir "DANKE" sagen, für diese Hingabe?
Die Plage nun an die Wahl zu denken, die bestimmt ob Sie nun doch schon in die überbezahlte Frührente gehen darf, oder doch noch etwas für Ihr vieles Geld "arbeiten" muss.

Wir sollten Frau Kraft danken, - wo kämen wir denn da auch hin, wenn alle Politiker sich genauso wie das gemeine Volk (welches Sie bezahlt und welches Sie vertreten sollen ) verhalten müssten.

Oh, ich muss Schluss machen, mein Hubschrauber landet gerade, ich muss zur Arbeit............

@lothar: Eigentlich lasse ich mich gar nicht so gerne vertreten, ob das nun in Deutschland ist oder anderswo. Aber da ich auch noch ein bisschen Schlaf brauche, akzeptiere oder zu mindest toleriere ich es, wenn ein paar Leute, die unter unserer demokratischen Beobachtung stehen, zum Beispiel solche diplomatischen Kontakte pflegen. Die erscheinen mir nämlich durchaus nötig, um etwa weiteren Kriegen vorzubeugen (in Afghanistan ist Deutschland ja schon mittenmang dabei).
Ich gebe zu, dass ich in der Vergangenheit manchmal Sorge hatte, dass europäische oder amerikanische Repräsentaten Konfliktsituationen beispielsweise im Nahen Osten sogar eher verschärfen als lindern. Aber prinzipiell würde ich sagen: Lieber eine Reise zuviel als eine zu wenig. Was dann konkret besprochen wird, kann man gegebenenfalls kritisieren.



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Als Präsidentin des Deutschen Bundesrates brach die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am Samstag zu einer fünftägigen Reise nach Israel und Palästina auf. Thomas Seim, Chefredakteur der Neuen Westfälischen, begleitet sie auf ihrer ersten Auslandsreise als Ministerpräsidentin und berichtet täglich.

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