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07.03.2011
KOMMENTAR: Der geplatzte Traum der Koalition
NRW steuert auf Neuwahlen im Sommer zu
VON PETER JANSEN, DÜSSELDORF

Wieder an die Urne? | FOTO: DPA

Wenn Worte einen Sinn machen, wird in NRW vor den Sommerferien ein neuer Landtag gewählt. Was SPD-Fraktionschef Norbert Römer angekündigt hat, was von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und den Grünen bestätigt wurde, läuft eindeutig darauf hinaus, dass schon ein Jahr nach der letzten Wahl die Bürger erneut die Möglichkeit erhalten, über die Politik im größten Bundesland zu entscheiden.

Neuwahlen nach so kurzer Zeit mögen nicht populär sein, aber sie sind der einzige Weg aus einer verfahrenen Situation. Der Traum der rot-grünen Minderheitskoalition von einem neuen Politikstil und Entscheidungen mit wechselnden Mehrheiten ist geplatzt. CDU und FDP denken nicht daran, SPD und Grünen zu helfen. Von den Linken, die vor allem in finanziellen Fragen reichlich realitätsfremd agieren, können, wollen und dürfen sich SPD und Grüne nicht abhängig machen. Wenn das Urteil des Verfassungsgerichts zum Nachtragshaushalt so ausfällt wie erwartet und die Koalition zum strikten Sparen verdonnert wird, ist die Minderheitsregierung am Ende ihrer Handlungsmöglichkeiten.

Natürlich wird ein Haushalt nicht dadurch verfassungskonform, wenn er von einer eindeutigen Mehrheit verabschiedet wird. Aber bei der Bewältigung der erwarteten Sparauflagen kann Rot-Grün nicht mit der Unterstützung anderer Parteien rechnen. Ebenso unrealistisch ist die Bildung einer anderen Koalition mit eigener Mehrheit, das haben die wochenlangen Sondierungsgespräche im letzten Sommer bewiesen.

Noch vernünftiger, als auf eine weitere Verfassungsklage der Opposition zu warten, ist es, wenn SPD und Grüne sofort die Initiative ergreifen und noch in diesem Monat die Auflösung des Landtags und damit Neuwahlen beantragen. Damit würden dem Land trostlose Monate erspart, in denen sich politisch nichts bewegt.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Kann mich den Kommentaren von Oliver hier nur anschließen! CDU und FDP werden bei einer Neuwahl schon sehen, was sie von Ihrer totalen Blockadepolitik haben. Hoffentlich fliegt die FDP in hohem Bogen aus dem Landtag. Und die Linkspartei gleich hinterher. Diese radikalen Parteien braucht kein Mensch. Dann wird es auch klare Mehrheitsverhältnisse geben.
Der Ansatz eines neuen Politikstiles von Frau Kraft war sehr gut. Aber mit Betonköpfen wie Laumann und Co. leider nicht umsetzbar. Die Herren können es wohl nicht verkraften, dass NRW nach Johannes Rau endlich mal wieder eine Ministerpräsidentin hat, die das Prädikat "Landesmutter" verdient, weil sie über Parteigrenzen hinweg auf die Menschen zugeht, statt nur zu polarisieren.

Gleichzeitig müssten aber auch CDU, FDP und Linke geschlossen gegen die Auflösung stimmen - und hier hat die CDU schon angekündigt, einer Auflösung nicht im Weg zu stehen.

Mich würde interessieren, wie rot/grün Neuwahlen herbeiführen will. Da müsste der Landtag mit Mehrheit aufgelöst werden. Die Mehrheit hat rot/grün aber nicht. Für schwarz/gelb würden Neuwahlen keine Verbesserung bringen. Die Linkspartei ist bei der letzten Wahl nur knapp über die 5% Hürde gekommen und würde Gefahr laufen, bei Neuwahlen nicht mehr in den Landtag zu kommen. Folglich wird es keine Neuwahlen geben und der Bürger kann beim hilflosen handeln der Regierung weiter zuschauen.

@ Nico ::
2008:: Versuchte Einführung von E10 durch Sigmar Gabriel --> SPD
2001:: Novellierung des Atomgesetzes: Jürgen Trittin --> SPD/Grünen "Trittin betonte, dass die Bundesregierung verpflichtet sei, den im Ausland lagernden Atommüll zurückzunehmen." -> Heutige CastorTransporte!!!!
2010:: Die SPD war zunächst für Stuttgart 21, gab dann aber dem Druck der Straße nach und spricht sich mittlerweile für einen Volksentscheid aus.

@ Sachverstand
bezüglich der Studiengebühren gebe ich Ihnen Recht. Dies ist eine politische Glaubensfrage, die man nicht mit Ja beantworten muss. Auch Sie zeigen allerdings im zweiten Teil Ihres Beitrags, das Sie die Politiker einer ganzen Landespartei pauschal für unfähig erklären. Und wieder. genau diese Haltung ist es, die ich für undemokratisch halte.



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Als Präsidentin des Deutschen Bundesrates brach die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am Samstag zu einer fünftägigen Reise nach Israel und Palästina auf. Thomas Seim, Chefredakteur der Neuen Westfälischen, begleitet sie auf ihrer ersten Auslandsreise als Ministerpräsidentin und berichtet täglich.

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