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17.11.2012
Kommentar
Raketen auf Jerusalem
Abendländische Werte
VON THOMAS SEIM

NW-Chefredakteur

Es ist eine Tragödie: In gut fünf Wochen feiern wir Weihnachten, das Fest des Friedens und der Nächstenliebe, und gleichzeitig eskaliert im Geburtsland Jesu Christi der Krieg. Es ist ein Krieg, der vor mehr als vier Wochen mit einer neuen Art der Aggression gegen Israel begann: Die Hamas – das ist die verbrecherische Terror-Organisation, die die Vertreter der rechtmäßigen und gemäßigten Palästinenser-Regierung von Mahmud Abbas aus Gaza vertrieben hat – schoss neuartige Raketen auf israelisches Gebiet ab. Am Donnerstag erreichte sie damit Tel Aviv, gestern sogar Jerusalem.

Die israelische Regierung reagiert zunächst mit der Tötung des Hamas-Führers Ahmed al Dschabari. Es folgen weitere Luftangriffe. Nun macht sie mobil. Die Hamas wiederum erklärt die Eskalation ihrer Angriffe mit der Offensive des Siedlungsbaus der Israelis auf palästinensischem Gebiet, den die Regierung Netanjahu vorantreibt.
Die Kriegsgegner im Nahen Osten verfahren nach dem Auge-um-Auge-Prinzip. Sie verstehen es dabei als Prinzip der Rache und verdrängen, dass es sich nicht um eines der Eskalation, sondern um eines der Deeskalation handelt. Keine Reaktion auf einen Angriff soll größer sein dürfen als der Angriff selbst. Auch so – defensiv – kann man diese Devise lesen.


Wir Deutsche haben schon wegen unserer verheerenden Geschichte des Nationalsozialismus eine Verantwortung an der Seite Israels. Aber auch deshalb: Es sind die abendländischen Werte von Demokratie und Selbstbestimmung, von Freiheit und Aufklärung, für die Israel im Nahen Osten steht. Als einziger Staat. Die Vizepräsidentin der Jüdischen Weltkongresses, Charlotte Knobloch, hat recht, wenn sie sagt, dass der Terror alles "kaputt" macht, "woran wir glauben". Es macht zugleich betroffen, wenn sie klagt, es sei "bedauerlich, wie wenig Verständnis in weiten Teilen der Bevölkerung und der Medien für die einzigartige geopolitische Situation Israels herrscht".

Das darf tatsächlich nicht sein. Für Deutschland gibt es in diesem Konflikt keine Äquidistanz. Aber gerade weil wir uns Israel verbunden fühlen, muss man auf die Sorgen und Gefahren hinweisen dürfen, die mit der kalten Strategie eines skrupellosen Machttaktikers wie des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu verbunden sind.

Auge um Auge – ja, Israel hat das Recht auf Selbstverteidigung. Aber es ist zugleich der große Irrtum eines Teils des jüdischen Volkes, dass es dauerhaften Frieden im Krieg gewinnen kann. Das Gegenteil ist der Fall. Deshalb muss man die Israelis an den zweiten Teil des Vermächtnisses ihres Staatsgründers und erfolgreichsten Kriegsherrn Ben Gurion erinnern: "Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft (. . .) mit dem selbstständigen jüdischen Volk in seiner Heimat (. . .) Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten."

Nur mit diesen abendländischen Werten ist Frieden zu gewinnen.

Mail an den Autor: thomas.seim@ihr-kommentar.de

Kommentare
Christian W.: Sie nerven extrem!

@ @Christian W.
Jaja...fehlerhafte, psychologisch angehauchte Analysen, dazu vorsätzlich falsch wieder gegebene Kommentare von mir, die so nirgendwo zu finden sind, und denen mit Anführrungszeichen noch der Anschein eines Zitats gegeben werden soll... bei so einer Vorgehensweise würde ich moch auch anonym verstecken! :D

Habe hier noch nie Zensur festgestellt. Sie sollten vielmehr an Ihrer Ausdrucksweise feilen. Leider verfügen Sie grundsätzlich über eine Argumentationsweise, die oft hart an der Grenze der Nutzungsregeln vorbei schrammt. Sollte Ihr Beitrag hier also nicht erschienen sein, wird das gute Gründe haben. Die vor allem Sie selbst am besten wissen. Sich dann darüber aber auch nich zu beschweren ist schon ein Ausbund an Hass gegen sich selbst. Ich darf Sie z.B. an Ihre inhumanitäre Feststellung erinnern, dass selbst unwissende Behinderte einen Euroschlüssel haben müssen, "ansonsten zahlen sie - fertig", so Ihre indiskutable Meinung. Es gibt eben selbst in der Onlinewelt gewisse zu beachtende Anstandsregeln. Wenn Sie sie beachten wird die Redaktion kein Problem sehen, Ihren Beitrag online zu stellen.

Ich stimme den Vorschlag von Herrn Hörentrup zu. Es macht keinen Sinn sich als Nation immer wieder vereinnahmen zulassen und Partei zu ergreifen, um dann im schlimmsten Fall vielleicht noch selbst aktiv
am Kriegsgeschehen teilzunehmen - siehe Afghanistan.

Typisch NW... ein Kommentar, der nicht nach der nase des Herrn Chefredakteurs ist, und nicht uneingeschränkt Pro-Israel, wird natürlich wie immer konsequent zensiert!
Kleiner Tipp... wenn Ihr eh nur eure Meinung gelten laßt, erspart euch doch diese lächerliche Kommentar-Funktion hier bei diesem Thema!



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