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01.04.2013
KOMMENTAR
Europa muss agieren
Neuordnung der Finanzwelt
VON CHEFREDAKTEUR THOMAS SEIM

Bielefeld. In dieser Woche hat die EU Zypern gerettet. Das Wort von der Rettung schreibt sich allerdings nur widerwillig in den Leitartikel.

Es gibt gute Gründe, damit zu zögern. Zunächst sind es die Kosten und Risiken, die deutsche Steuerzahler nun wieder übernehmen, die die Skepsis wachsen lassen. Dann machen auch die Wirkungen auf die Zyprer oder die Inhaber von Konten auf zypri-schen Banken kein gutes Gefühl. 20 Prozent, 40 Prozent, gar 80 Prozent – das waren die Zahlen, die man lesen konnte über die Kürzungen. De facto ist das eine Enteignung.

Man wagt sich nicht vorzustellen, was vor den Türen unserer Sparkassen los wäre, wenn es hier nur den Hauch des Verdachts gäbe, man würde Ähnliches versuchen. Nicht anders ist die Situation auf Zypern. Davon zeugen die Bilder mit wütenden Demonstranten, die unserer Kanzlerin auf wenig schmeichelhaften Plakaten schon wieder das Hitler-Bärtchen ankleben. Dabei trifft es ja wohl zu, dass Merkel sich zwar hart gegenüber Zypern präsentiert. Aber allein ist sie damit nicht. Es hat selten eine so große Übereinstimmung der EU gegeben wie jetzt gegenüber Zypern.

Der Grund dafür sind einerseits unverantwortliche Bank- und Geldstrategien des gespaltenen Inselreichs. Wichtiger noch sind die Gelder ausländischer Anleger, die ihre Investitionen durch Euro-Staaten absichern wollten.

Gegen letztere hilft nur das geeinte Vorgehen der Euro-Staaten. Allein ist gegen solch eine Herausforderung nichts auszurichten. Der – in den Hitler-Vergleichen sich manifestierende – Vorhalt, Deutschland bewege sich erneut wie ein Hegemon, geht fehl. Deutschland ist ohne EU ein Zwerg, eine Nussschale in stürmischer See auf den ökonomischen Weltmeeren.

Eine zweite Nachricht aus den Finanzmärkten macht das sehr deutlich. Die sogenannten BRICS-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – wollen eine eigene Bank gründen und mehr Einfluss in den internationalen Geldinstitutionen. Noch sind sie sich nicht einig genug, um das abzuschließen. Aber nicht nur nach Expertenmeinung droht von dort ein Frontalangriff auf die Vorherrschaft von Euro und Dollar. Die globale Machtverschiebung mit einer Neuordnung der Welt ist in vollem Gange. Deutschland kommt darin nur als Teil Europas vor oder gar nicht.

Das ist die Basis, auf der man über die Hilfsmaßnahmen für Griechenland, Zypern, Spanien, Portugal und wohl auch Italien entscheiden muss. Das wäre aber nur der Anfang. Europas Schwäche ist, dass es nur reagiert, nicht agiert. Die BRICS-Partner aber werden handeln. Das ist das größte Risiko für den europäischen Wohlstand, nicht die Rettung Zyperns.

Vielleicht ist die bevorstehende Aufnahme Kroatiens in die EU ein Anfang, die eigene Handlungsfähigkeit wiederherzustellen. Ein Anfang, mehr nicht. Die Türkei müsste dringend folgen.

Damit zu zögern ist kaum zu verantworten. Leider muss man befürchten, dass dies von den meisten unserer Politiker, die die EU lieber verkleinern würden, nicht gesehen wird. Das wäre ein Jammer.

Ihre Mail an den Autor: thomas.seim@ihr-kommentar.de

Kommentare
In Europa und weltweit "agieren" ausnahmslos die "Globalisierungseliten", 100 Menschen, die über 88 % des Kapitalvermögens verfügen, die "Group of Thirty, die "Bilderberger" usw. Sie wollen und werden eine neue "Weltordnung schaffen. Das WorldWideWeb gibt darüber in einer Vielzahl von unzensierten, objektiven Webseiten Auskunft. Suchen Sie nicht nur über die zensierten Webseiten bei google oder You Tube. Es gibt weltweit seriöse Suchmaschinen, die nicht einer Medienkontrolle der "Murdochs, Blacks, Bertelmanns, Springer usw". unterliegen. Es gibt Suchmaschinen, die nicht Ihre IP-Adresse speichern. Es gibt weltweit Journalisten/innen und Buchautoren und Ökonomen, die nicht auf der Pay-Liste einer Partei, eines Verbandes, eines Unternehmens usw. stehen. Ich gebe einen kurzen Überblick über interessante Literatur aus verschiedenen Blickwinkel:
"Der grösste Raubzug der Geschichte", Weik/Friedrich
"Der Raubzug der Banken", Heynen
"Die Schuldenlawine", Flossbach/Vorndran
"Deutschland im Schuldensog", Kirchhof
"Die Unersättlichen", Greeg Smith
"So nicht Europa", Bittner
"Der Deutschland Clan", Roth
Brüssler Spitzen" Rubner
"Korrupt", Rose
"Die Billion Schulden Bombe",
"Billion-Poker",Fichtner
"Europa vollende Währung", Mayer
"Empörung in Europa", Wohlmeier usw.
Vertrauen sie nicht den Talk-Show-Gästen "der Illners, Kerners, Beckmanns, Jauchs, Wills" und ihren "allwissenden" Gästen mit ihren wiederkehrenden "Sprechblasen".
Suchen Sie selbst die Wahrheit.
" Man muss die Wahrheit wiederholen, weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von Einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen, Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist im wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist" (Goethe). Ich ergänze, heutzutage viele Medien!
"Die nächste Generation wird nicht so sehr die Untaten der bösen Menschen zu beklagen haben als vielmehr das erschreckende Schweigen der guten" (frei übersetzt nach M.L. King). Und zum Abschluss noch ein Zitat von Mahatma Ghandi:
"Der Irrtum wird nicht zur Wahrheit, auch wenn er sich ausbreitet und Anklang findet".


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