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15.04.2009
PADERBORN
Feuerwehr trägt Trauer
Wie kam es zu dem schweren Unfall am Karfreitag? Eine hitzige Debatte im Internet
VON HOLGER KOSBAB

Weht im Wind | FOTO: MARC KÖPPELMANN

Paderborn. Drei Tote – ein Feuerwehrmann und zwei Taxifahrgäste – und neun Verletzte, von denen zwei noch immer in Lebensgefahr schweben. Auch Tage nach dem schweren Verkehrsunfall zwischen einem Einsatzfahrzeug und einem Taxi machen allein die Fakten betroffen. Hinzu kommt eine hitzige Diskussion im Internet. Wer hat Schuld? Wie kam es zu dem fürchterlichen Zusammenprall an der Kreuzung Südring und Warburger Straße?

Während an den Feuerwehrfahrzeugen schwarze Fähnchen wehen und die Angehörigen der toten Fahrgäste trauern, machen im Internet Vorwürfe und Gerüchte die Runde. Gegenüber stehen sich besonders folgende Positionen: Erstens sei der Taxifahrer wild gebrettert. Zweitens das Feuerwehrfahrzeug, ausgestattet mit Sonderrechten, sei ohne Rücksicht auf den Verkehr über die Kreuzung gelenkt worden. Eine der Diskussionsplattformen ist die Seite www.taxiblog.de des Paderborners Torsten Bentrup. Dort ist EckiPB als Kollege des betroffenen Unglücksfahrers von Taxi Czernoch "völlig erschüttert und kann an fast nichts anderes denken, als an den Unfall und seine Folgen. Ich würde es begrüßen, wenn wir mit einigen Kollegen an dem ökumenischen Gottesdienst am Donnerstag teilnehmen würden."

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Dieser ist um 18.30 Uhr in der Meinolf-Kirche. Der Trauergottesdienst für den toten Feuerwehrmann ist am Freitag, 17. April, um 10 Uhr in der Bonifatius-Kirche. Ein anderer Eintrag trägt den Verfassernamen Paderborner. Dieser mutmaßt, dass der Unfall vielleicht nicht passiert wäre, wenn die Ampeln nachts komplett abgeschaltet wären. Dann hätten beide Fahrer an der Kreuzung "besser nach anderen Verkehrsteilnehmern geschaut".

Warten auf die Untersuchungsergebnisse

Viele der sich äußernden Personen sind bestürzt über jene Blog-Einträge, die sie auf der Seite www.welt.de finden. Dort spekuliert unter anderem Alexander Frietsch, dass der Taxifahrer als selbsternannter König der Straße die Vorfahrt des Einsatzfahrzeuges missachtet habe. "Wer auch immer hier meint einen Kommentar über den Taxifahrer und selbsternannten Koenig der Straße abzugeben, verkneife sich diesen bitte!", schreibt S.N. Der betroffene Fahrer sei als sehr integer und ruhig bekannt. "Nachdem ich den ganzen Tag an seinem Bett verbracht habe und auch jetzt nicht sicher ist, ob er es überlebt", bittet S.N. um Rücksicht.

Polizeisprecher Michael Biermann hat von den Spekulationen im Netz gehört. Auch, um diese nicht noch weiter anzuheizen, würden zunächst keine weiteren Details zum Unfallhergang bekannt gegeben. "Wir wollen erst die Untersuchung des Gutachters abwarten", sagt Biermann. "Wann diese fertig sein wird, lässt sich noch nicht sagen." Auch die Stadt Paderborn wartet die Ergebnisse ab.

Vor drei Monaten war es an der Kreuzung Südring/Warburger Straße bereits einmal zu einem Unfall mit drei Verletzten gekommen, an dem ein Einsatzfahrzeug beteiligt war. Damals war ein Rettungswagen mit eingeschaltetem Blaulicht und Horn an einem Samstagmittag mit einem Audi zusammengestoßen. Der Audi-Fahrer hatte das Rettungsfahrzeug nicht bemerkt. Am 30. März gab es in Salzkotten einen Unfall des Notarzt-Einsatzfahrzeugs mit einem Fiat.

Video

"Es kommt immer wieder zu Unfällen mit Einsatzfahrzeugen", sagt Polizeisprecher Biermann. Eine gesonderte Statistik darüber werde jedoch nicht geführt. Pro 2.000 Einsätze gebe es einen Unfall, nennt Jens Reinhardt von der Stadt Paderborn einen Wert des Bundesamtes für Straßen. "Dies trifft auch auf die Paderborner Feuerwehr zu", sagt der Sprecher. Jeder Berufsfeuerwehrmann nehme dabei jedes Jahr an einer Schulung zum Thema Sonder- und Wegerechte teil.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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