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22.07.2009
OWL
Prominente rufen zum Wahlboykott auf
In der Internet-Gemeinde wächst die Empörung – aber möglicherweise etwas vorschnell
VON ALEXANDRA JACOBSON

Nichtwählerin | FOTO: DPA

Berlin/Bielefeld. Kurz bevor der Bundestagswahlkampf in seine Schlussphase mündet, rufen Prominente im Internet dazu auf, nicht wählen zu gehen. Der 70 Sekunden lange Videospot mit dem Titel "Nicht wählen" auf der Internetplattform youtube.de zeigt Berühmtheiten aus unterschiedlichen Bereichen.

Zusammengefunden haben sich unter anderem der Filmemacher Detlev Buck, der Schauspieler Claude-Oliver Rudolph, die Moderatorin Sarah Kuttner, der Fernsehkoch Ralf Zacherl, der Komiker Mike Krüger und der Schlagersänger Bernhard Brink.
Die Sprache ist derb, teilweise aggressiv. Kaum jemand drückt sich so gewählt aus wie Jan Hofer, der Chef-Nachrichtensprecher der Tagesschau: "Sie werden es kaum glauben, aber ich gehe nicht wählen." Ansonsten werden die plattesten Klischees aneinandergereiht. Für Claude Oliver-Rudolph zum Beispiel sind "alle Politiker Versager".

Link zum Thema
Wahlboykott auf Deutsch

Wahl(boykott) auf Amerikanisch



nw-news.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Vielleicht ist aber alles ganz anders gemeint. Eventuell taucht demnächst ein zweiter Spot auf, wo dieselben Promis plötzlich Einsicht demonstrieren und doch zum Urnengang aufrufen. Am nächsten Dienstag, 28. Juli, wollen Jan Hofer und seine Mitstreiter auf einer Pressekonferenz in Berlin das Rätsel lüften. Die Idee stammt von der TV-Produktionsfirma "Pro Bono" von Friedrich Küppersbusch und der Politik-Plattform politik-digital.de. Ein Sprecher der Internetplattform sagte, man wolle vor der Bundestagswahl die Themen Politikverdrossenheit und Wahlmüdigkeit thematisieren.

Im US-Präsidentschaftswahlkampf gab es etwas Ähnliches. Da riefen Hollywoodstars wie Leonardo DiCaprio, Dustin Hoffman und Jennifer Aniston ebenfalls zum Nichtwählen auf. Allerdings kippte deren Videospot nach der Hälfte um und mündete dann in einen furiosen Aufruf, sich als Wähler registrieren zu lassen.

Die deutschen Nachahmer scheinen ihr Publikum etwas länger auf die Folter spannen zu wollen. In der Internetgemeinde schwillt derweil die Empörung an. Etliche Nutzer beschweren sich in entsprechenden Foren. "Das sind doch alles Idioten. Besonders der Tagesschausprecher. Wer nicht wählt, macht doch alles nur noch schlimmer", heißt es da beispielsweise.
        
Ist es ein Scherz? Oder gar ernst gemeint? Im Internet rufen Promis dazu auf, nicht wählen zu gehen. Angeblich sollen so Politikverdrossenheit und Wahlmüdigkeit thematisiert werden.

Wer sich seine eigene Meinung bilden möchte, schaut am besten gleich mal nach und vergleicht die deutsche Version mit der amerikanischen ...


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Kommentare
Das höchst mögliche Recht einer Demokratie ist es, wählen zu gehen. Es wäre fatal von diesem Recht nicht Gebrauch zu machen. Ein großer Teil der Weltbevölkerung wäre froh an einer demokratischen Wahl teilnehmen zu können

Nichtwählen heißt: KEINE STIMMENPRÄMIE für die Parteien ! Der Entzug von GELD schmerzt diese KASTE am meisten ! Daher ist Nichtabgabe der Stimme sehr wohl ein probates Mittel !!!

Politikverdrossenheit ist verständlich, ein Wahlboykott jedoch unverantwortlich. Er stärkt nur die Radikalen. Hauptsache es wird eine der 4 demokratischen Parteien der `relativen Mitte`gewählt: welche, ist dann schon Nebensache!

Dann geht wenigstens zur Wahl und streicht euren Zettel durch, damit kein Geld in die Parteikassen fließt! Denn für jeden, der nicht zur Wahl geht, gibt es Geld (wenn auch nur paar Cents).

kampagne klar - aber doch wohl keine gute, oder?



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