Das Video bei nw-news.de: Rumänen und Chinesen beleidigt
Düsseldorf (ddp/dpa). Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat mit einer Verbalattacke gegen Fremde Empörung ausgelöst. Der Zusammenschnitt einer öffentlichen Parteiveranstaltung in Duisburg am 26. August im Kommunalwahlkampf, der von Jusos der NRW-SPD aufgenommen wurde und im Internet-Portal Youtube kursiert, stößt auf heftige Kritik bei der Opposition.
Rüttgers sagt in dem Video unter anderem: "Im Unterschied zu den Arbeitnehmern hier im Ruhrgebiet kommen die in Rumänien eben nicht morgens um sieben zur ersten Schicht und bleiben bis zum Schluss da. Sondern sie kommen und gehen, wann sie wollen, und wissen nicht, was sie tun."
Über potenzielle chinesische Investoren äußerte er: "Und wenn es sein muss, dann treffen wir noch irgendwelche Chinesen bei irgendwelchen Sachen im Rathaus, und wenn die dann nicht endlich in Duisburg investieren wollen, dann werden die auch noch gewürgt - so lange, bis sie Duisburg schön finden." Bereits im Landtagswahlkampf 2000 hatte Rüttgers mit seinem Spruch "Kinder statt Inder" für Aufsehen gesorgt.
Am Freitagabend ruderte Rüttgers zurück und äußerte sein Bedauern. "Ich wollte niemanden beleidigen, wenn das doch geschehen ist, tut mir das leid", ließ er über die nordrhein-westfälische CDU und die Staatskanzlei mitteilen. Und erklärte: "Ich habe mich vor die nordrhein-westfälischen Arbeitnehmer gestellt, deren hervorragende Leistungen weltweit anerkannt sind und die durch falsche Entscheidungen von Konzernzentralen ihren Arbeitsplatz verloren haben." Er werde weiter für die Arbeitnehmer in Nordrhein-Westfalen kämpfen. Die Staatskanzlei sprach von "Missverständnissen über Äußerungen im Wahlkampf".
SPD: Nahe dran an der Volksverhetzung
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Rumänen und Chinesen beleidigt: Muss Rüttgers sich entschuldigen?
NRW-SPD-Fraktionsvize Ralf Jäger sagte der "Süddeutschen Zeitung", die Aussagen seien "nahe dran an der Volksverhetzung". Von einer "ungeheuerlichen Entgleisung" sprach der Grünen-Fraktionsvize Reiner Priggen. "Das ist unterstes Stammtisch-Niveau", sagte Priggen dem Blatt. Solche Aussagen dürften einem Spitzenpolitiker nicht unterlaufen.
Der Generalsekretär der NRW-CDU, Hendrik Wüst, sagte dem Blatt: "Die Wahrheit ist, dass Ministerpräsident Jürgen Rüttgers in einer Rede auf einer Duisburger Wahlveranstaltung vor der Hintergrund der Abwanderung von Nokia aus dem Ruhrgebiet den Arbeitsethos und die Arbeitsmoral nordrhein-westfälischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer herausgestellt hat."
Eine Entschuldigung lehnt die CDU offenbar ab, vielmehr erklärte Wüst: "Was ist schlimm daran, wenn sich Jürgen Rüttgers vor diesem Hintergrund vor die Arbeitnehmer in NRW stellt?" Es sei bezeichnend für die nordrhein-westfälische SPD, dass sie "Rüttgers angreift, wenn der sich für die Arbeitnehmer in unserem Land einsetzt"
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Kommentare
Carsten schrieb am 05.09.2009 15:42 Uhr
Herr Rüttgers hat vollkommen recht. Ich selber habe beruflich auch mit mehreren Lieferanten aus der Region zu tun und kann bestätigen, dass die Arbeitseinstellung in den Ländern so ist. Von daher hat er nur die deutsch Arbeitsmoral verteidigt, ich denke einmal, das ist nicht verwerflich. Aber man sieht hier die Hilfslosigkeit der SPD, ob dieses vorgehen allerdings Wählerstimmen bringt ist abzuwarten.
sven schrieb am 05.09.2009 10:53 Uhr
ja, jetzt haut alle auf den rüttgers ein. kommt haut alle nochmal drauf. nur solltet ihr aber auch mal überlegen, wer alles das kreuz an der falschen stelle gemacht hat!! ich war es nicht! also bitte, wer hat denn so ein gewählt? erst wählen und dann drauf haun, was seid ihr doch arm!
Sven schrieb am 05.09.2009 09:52 Uhr
Hier sehen wir mal wieder das große Problem unseres Landes. Kaum sagt mal jemand was wirklich FAKT ist, gibt es einen auf die Rübe.......
Natürlich wurde dieser Sachverhalt recht offen und direkt kund getan, aber so ist es nunmal.
Wir brauchen mehr von solchen Menschen, die sich nicht scheuen sich mal den Mund zu verbrennen.
Wenn ich immer darauf achte es allen Recht zumachen, nur mit dem Ziel bloß niemandem auf den Schlips zu treten, werden wir keine Probleme lösen!
Wir können natürlich auch so weiter machen wie bisher:
Wir machen es allen Recht, subventionieren die EU, und zerstören uns dabei selbst.
Wir unterstützen andere dabei, uns zu zerstören.....
Wer dies gut heißt, und weiterhin solch Vorgehensweisen unterstützt, hat kein Interesse an unserem Land und unseren Nachkommen.
Andreas Tegtmeier schrieb am 04.09.2009 21:38 Uhr
Von nix kommt nix. Man mag solche Aussagen Stammtischparolen nennen, aber auch Stammtischparolen haben oftmals einen ernsten Hintergrund.
Herr Rütgers hat die Stimmung, die bei einem großen Teil des bundesdeutschen Volkes und sicherlich besonders auch in Bochum, herrscht, erkannt und spricht dies nur offen aus.
(...)
Nebenbei bemerkt: Sonst wird immer von unseren Politikern (oft zu Recht) erwartet, dass sie nicht dauernd um Sachverhalte drum herum reden, jetzt sagt endlich mal einer die Wahrheit, schon ist es auch wieder falsch.
Der Liberale schrieb am 04.09.2009 21:22 Uhr
Mmmmmh, die Abstimmung bei der NW sieht ganz anders aus, als die hier kund getane Meinung. Als Befürworter von Rüttgers darf man jetzt gar nichts mehr sagen ohne in die rechte Ecke gestellt zu werden. Deshalb finden sich auch hierzu keine weiteren Kommentare.
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