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24.10.2009
PADERBORN
Schlamperei mit Studiengebühren
Uni Paderborn rechnet Beitragsmittel nebulös ab
VON MARIUS GIESSMANN

Hofft auf Besserung

Paderborn. Es herrscht Misstrauen an der Universität Paderborn. Der Grund: Vorenthaltene Informationen. Ohne jeden Beleg hält sich hartnäckig das Gerücht, die umstrittenen Netbooks für Erstsemester seien mit ungenutzten Studiengebühren subventioniert worden. An Belegen fehlt es jedoch auch in den entsprechenden Verwendungsberichten der Fakultäten. Die Arbeit eines hauseigenen Prüfungsgremiums ergab kürzlich, dass 24 Prozent der Mittel nicht detailliert abgerechnet wurden - schätzungsweise mehr als eine Million Euro.

In der Senatssitzung am 16. September benannte Barbara Tigges-Mettenmeier, Vorsitzende des siebenköpfigen Prüfungsgremium zur Sicherung der Qualität der Lehr- und Studienorganisation (QdL-PG) diesen Mangel für die Nachweisberichte des Wintersemesters 2007/2008 sowie des Sommersemesters 2008. Zum Verbleib rund eines Viertels der Mittel könne ihr Gremium deshalb keine Aussage machen, so Tigges-Mettenmeier. Eine Zahl, die Präsident Nikolaus Risch nach unabhängiger Aussage mehrerer Senatsmitglieder aufgrund ihrer "Ungenauigkeit" nicht in das Protokoll des öffentlichen Sitzungsteils aufnehmen wollte. Dort heißt es lediglich: "Als bedeutender Kritikpunkt wird die Nichtverausgabung von Beitragsmitteln genannt, deren exakte Höhe nicht habe ermittelt werden können."

Den schriftlichen Prüfungsbericht sowie die Stellungnahme des siebenköpfigen Gremiums erklärte das Präsidium kurzerhand zur Verschlusssache. Gegen den Mehrheitsbeschluss der Gremiumsmitglieder wurden deren Arbeitsergebnisse erstmals in seiner dreijährigen Geschichte nicht im Internet veröffentlicht. Selbst die Senatsmitglieder erhielten den - auf jeder Seite als vertraulich gekennzeichneten - Bericht erst, nachdem sie lautstark protestiert hatten.

Die Ursache dieser Brisanz liegt in dem mehr als 300 Seiten starken Verwendungsbericht der Fakultäten. "Dort gibt es Positionen in Höhe von 100.000 Euro, die pauschal mit dem Vermerk ,Anschaffung’ begründet sind", berichtet ein weiteres Senatsmitglied. "An anderer Stelle wird eine einzelne Computermaus hingegen mit Quittung und Lieferschein abgerechnet."Schwankungen, die eine lückenlose Nachvollziehbarkeit unmöglich machen, wie Tigges-Mettenmeier zugibt.

Für die Zukunft hofft die Vorsitzende des Prüfungsgremiums auf "einheitlichere Angaben". Mit "ganz großer Sicherheit" könne der kommende Bericht anschließend auch veröffentlicht werden, sagt Tigges-Mettenmeier. "Das ist erledigt", kommentiert sie die unklaren Mittelverwendungen und fügt hinzu: "Wenn wir weitergesucht hätten, hätten wir sicher eine Antwort bekommen, wie die Gelder verwendet worden sind."

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
PB Student: Die Erfahrung zeigt leider, dass zumindest Uni-weit eine kooperative Herangehensweise auch nichts bringt. Auf Fakultäts/Fachbereichs-Ebene gibt es oft eine gute Kooperation zwischen Studierenden und Professoren, da es eben um fachliche Dinge geht und man sich kennt. Aber wenn du ernsthaft glaubst, dass man nur durch die Signalisierung von Gesprächsbereitschaft auf Hochschulebene weiterkommt bei einem Risch-geführten Präsidium, dann bist du einfach grün hinter den Ohren. Natürlich ist Kooperationsbereitschaft wichtig. Aber warum um alles in der Welt sollte der selbstherrliche Präsident sich denn überhaupt für die Belange der Studierenden interessieren? Der erklärt sich selbst zu Lippenbekenntnissen höchstens bereit, wenn man lautstark die Trommel rührt... Im Übrigen haben wir in Paderborn recht gute Erfahrungen mit Demos gemacht. Paderborn ist nicht Frankfurt.

Ich finde es auch nicht in Ordnung, wie 1Mio. € in irgendwelchen dunklen Kassen verschwindet, um den Erstsemestern eine (für die Lehre) nutzlose Technikspielerei zu spendieren. Die Abschaffung der NCs und der dadurch entstandene Andrang ist auch nicht gerade angenehm (wobei das in unserer Fachschaft kaum zu spüren ist, dafür aber auf den Gängen oder in der Mensa). Aber hier in jedem dritten Kommentar einen vor den Latz zu bekommen, da die Chemie ein neues Gebäude bekommt, lass ich mir nicht bieten. Wenn jemand mal ins J Gebäude gehen würde, wüsste er, dass das kein Zustand ist. Fast alle zwei Jahre werden mehrere Stockwerke überflutet, da man an keine Abflüsse gedacht hat. Das Inventar ist teilweise Uralt. Es gibt keine Gasversorgung, da die Gasleitung irgendwo undicht ist. Jetzt dürfen wir mit Camping-Kochern vorlieb nehmen. Und wem es immer noch nicht aufgefallen ist. Das J-Gebäude an sich war nie als Laborgebäude konziepiert (siehe fehlende Abflüsse, etc.). Der Plan sieht vor, dass die Labors alle in K untergebracht werden, woraufhin J entkernt wird und zu einem Gebäude für mehr Seminarräume und Hörsäle umgebaut wird. Und glaubt mir, uns Chemikern reichen die A Hörsäle alle mal. Was glaubt ihr für wen man die ganzen neuen Räumlichkeiten wird einsetzen werden. Also bitte denkt erstmal nach, bevor hier irgendwelche Küngelei zwischen dem Uni-Präsidenten und dem Department Chemie vorgeworfen wird. Und ich betone nochmals: Das Verschwinden der Gelder ist meiner Meinung nach eine Schweinerei!

Da müssen wir als Studenten was machen, aber naja...wer den Mund hält und nichts macht hats vielleicht nicht anders verdient, denn mit solchen Leuten kann man ja alles machen. Wir werden leider gar nicht wahrgenommen, obwohl wir es sind die die Uni ausmachen!

Das kann man echt nicht einfach so schlucken. Erst die miserable Studiensituation in die die Uni gelenkt wurde und jetzt auch noch schlampiger Umgang mit unseren Studienbeiträgen. Das kann es echt nicht sein. Für nen Grilltag auf den Paderwiesen lassen die Leute gern mal ein paar Vorlesungen sausen, aber wenn es darum geht, dieser Art von "Hochschulmachenschaften" Grenzen zu setzen hat natürlich niemand Zeit. Die moderne Jugend ist doch schließlich vernetzt und kommunikationsfreudig und Plattformen, um sich zu organisieren gibt es genug. Die Österreicher machen es vor. Und ich für meinen Teil fänd es richtig gut, die großen Hörsäle (AudiMax, G, C1) und am besten noch die Gänge des B-Gebäudes zu besetzen bis die Hochschulleitung Stellung nimmt und für die vollständige Klärung der Mittelverwendung sorgt. Prof. Dr. Joachim Fischer (Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik) hat 1968 ein ganzes Semester damit verbracht dafür zu demonstrieren, dass Studenten in Vorlesungen Fragen stellen dürfen (hat er in seinen Vorlesungen jedenfalls immer erzählt). Aber dieses Engagement bringt heutzutage ja keiner mehr auf. Dabei stinken die Zustände an der UPB bis zum Himmel! Leute, wir müssen uns organisieren, wenn wir was erreichen wollen. Der Kommentar mit dem Aufruf zur Unterschriften-Aktion ist doch schon mal ein Anfang. Sammelt eure Kommilitonen in StudiVz-Gruppen oder so, schließt euch mit anderen Gruppen zusammen, dann wächst die Zahl der Organisierten. Und seid an der Uni mit euren Meinungen PRÄSENT und LAUT!!! Es kann so nicht weitergehen!

Wir sollten es zumindest versuchen, wenn wir jetzt schon wissen was am Ende passiert ohne es ausprobiert zu haben, sollten wir umschulen auf "hellseher". Damit lässt sich bestimmt gutes Geld verdienen, dann müssen wir es wenigstens nicht mehr der Uni geben! Ich bin der Meinung es muss etwas passieren, unterschriftenaktionen und offene Briefe an das rektorat und die hochschulleitung sind ein anfang, aber wenn nichts zurückkommt dann müssen wir weiter gehen, warum machen wir es nicht wie die österreicher und kämpfen endlich mal anstatt immer nur reden zu schwingen?!



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