Hannover (nw/gär). Angesichts zahlreicher Staus und Unfälle auf der Autobahn 2 prüft das Land Niedersachsen Möglichkeiten zum Ausbau und zur technischen Verbesserung der Ost-West-Achse. Das Land und der Bund haben beim Institut für Verkehrstechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig ein Gutachten in Auftrag gegeben, um alle Optionen für die Autobahn zu untersuchen.
Nach Angaben des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums soll das Gutachten ganzheitlich und ergebnisoffen Möglichkeiten zur Verbesserung des Verkehrsflusses und zur Erhöhung der Sicherheit auf der Autobahn untersuchen. Die Expertise betreffe Möglichkeiten einer verbesserten Verkehrslenkung und des Einsatzes von Telematik genauso wie die Entlastung der Autobahn durch andere Verkehrsträger und einen möglichen Ausbau.
Geprüft werde in dem Gutachten auch ein Ausbau der Autobahn auf insgesamt acht Spuren, sagte Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP). Nach Fertigstellung des Gutachtens wolle er im kommenden Jahr mit dem Bund über die A2 sprechen. Handlungsbedarf bestehe für die gesamte Trasse durch Niedersachsen, "für die gesamte Strecke, an der die weißen Kreuze an Unfälle erinnern".
Abwarten in Düsseldorf
Für einen achtspurigen Ausbau der A2 sprach sich der Vorsitzende des Vereins Logistikportal Niedersachsen, Mathias Krage, aus. Nach Angaben des Vereins investiert die Logistikwirtschaft trotz Krise weiter in neue Umschlagplätze in dem Bundesland. Die Branche habe in diesem Jahr 80 neue Investitionsprojekte in Niedersachsen gestartet. Im Jahr 2008 seien es allerdings noch 104 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 600 Millionen Euro gewesen. Niedersachsen gehöre zu den zehn führenden Logistikregionen Europas und sei gerade für Unternehmen aus Übersee das Tor zur Europäischen Union, sagte Wirtschaftsminister Bode.
Im nordrhein-westfälischen Verkehrsministerium war der neue Vorstoß aus dem benachbarten Niedersachsen gestern noch nicht bekannt. Man wolle die Ergebnisse des Gutachtens abwarten, sagte eine Sprecherin. Angesprochen auf eine achtspurige Autobahn gab sie zu bedenken, dass derzeit noch nicht einmal der sechsspurige Ausbau der A2 auf nordrhein-westfälischem Gebiet vollständig abgeschlossen sei. Im Vergleich zur sechsspurigen A3, wo zwischen Köln und Oberhausen jeden Tag zwischen 120.000 und 170.000 Fahrzeuge unterwegs seien, sei die A2 zwischen Dortmund und der niedersächsischen Grenze mit 60.000 bis 90.000 Fahrzeugen auch deutlich geringer frequentiert. Allerdings habe die A2 in NRW zweifelsohne die höchste Lastwagen-Dichte.