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22.12.2009
AUGUSTDORF
Zoff um Kasernen-Katzen
Tiere bedrohen die Gesundheit der Soldaten

Streit um Katzen | FOTO: DPA

 Augustdorf (dpa/lnw). Die Soldaten der Generalfeldmarschall- Rommel-Kaserne im lippischen Augustdorf sehen sich einer neuen Herausforderung gegenüber: den Kasernen-Katzen. Rund 30 Katzen seien durch das erbarmungslose Vorgehen der Bundeswehr bedroht, klagt die Tierschutzorganisation "aktion tier" und fährt schweres Geschütz auf.

Die Bundeswehr habe sich arrogant nicht an Absprachen gehalten und liefere die Tiere auf dem Kasernengelände nun ausgerechnet zu Weihnachten dem Verhungern aus. Der Kasernenkommandant weist die Vorwürfe empört zurück. Inzwischen tobt eine regelrechte Schlacht im Internet.

Die Vorgeschichte: 2003 befinden sich Dutzende verwilderter Katzen auf dem Gelände der mit 4.200 Soldaten größten Kaserne des Heeres. Die Tierschützer behaupten, sie hätten damals auf einen Hilferuf der Kasernenleitung reagiert, Katzen eingefangen und kastriert, viele weitervermittelt. Die restlichen 30 Katzen blieben auf dem Gelände und wurden regelmäßig gefüttert. Gesamtkosten: rund 25.000 Euro.

Link zum Thema
www.bundeswehrkatzen.org
nw-news.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Kasernenkommandant Oberst Volker Rönnike weiß nichts von einem Hilferuf, bestätigt aber, dass noch eine Anzahl Katzen auf dem Gelände sind, die nun die Gesundheit der Soldaten bedrohen. Ein Veterinär habe eine Gefahr für die Hygiene festgestellt, da sich die Tiere auch in der Nähe der Kantinen aufhalten. "Hier geht es um die Sicherheit von 4200 Soldaten", betont Rönnike.

Seit Jahren gibt es auf dem Kasernengelände kleine Futterhäuser für die Katzen. Damit ist es nun vorbei. Nachdem Gespräche zwischen dem Kasernenkommandanten und den Tierschützern stockten, schaltete sich die Wehrbereichsverwaltung West in Düsseldorf ein. "Ich habe dann vorgeschlagen, die Futterhäuser schrittweise von den Kantinen an den Rand des Geländes zu versetzen", sagt Vizepräsident Peter Niepenberg.

"Nun sind die Futterhäuser vor dem Zaun, aber sie wurden viel zu schnell versetzt, die Katzen nehmen die neuen Stellen nicht an", beschwert sich Susan Smith von der "aktion tier". "Das war so nicht abgesprochen." Ihre Kollegin, die die Tiere fütterte, sei jetzt aufgefordert worden, ihren Kasernenausweis abzugeben. "Jetzt kann sie nur noch als Besucherin auf das Gelände, aber was soll sie da eintragen? Etwa: Ich besuche Katze Muschi?" Die "aktion tier" habe die Betreuung übernommen und sei darum rechtlich verpflichtet sich weiterhin um die Katzen zu kümmern. "Das können wir nun nicht mehr." Dutzende Mails empörter Tierschützer hat Oberst Rönnike in den letzten Tagen bekommen. Sogar die Bundeskanzlerin und der Verteidigungsminister seien angeschrieben worden. "Wenn ich angeordnet hätte, die Katzen zu erschießen, könnte ich die Aufregung ja vielleicht noch verstehen", sagt Rönnike.

Smith will nicht aufgeben. "Die Katzen sind so verwildert, dass wir sie nicht einfach in ein Tierheim bringen können, das verbietet das Tierschutzgesetz." Und eine Umsiedlung wäre sehr aufwendig. Jetzt erwägt die "aktion tier" rechtliche Schritte, Tierschützer rufen im Internet dazu auf, Anzeige gegen Rönnike zu erstatten. Für die Zukunft sieht Smith schwarz: "Wenn die Bundeswehr sich nicht bewegt, hat sie bald das alte Problem: Die Katzen werden sich unkontrolliert vermehren." Die Arbeit von Jahren wäre für die Katz.


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Kommentare
Nachdem ich auf das Thema in der Tagespresse aufmerksam wurde, habe ich im Internet einmal genauer recherchiert. Mir kam von Anfang an alles sehr dubios vor. Letztendlich kam ich auf folgenden interessanten Bericht (siehe Link). Man möge ihn bei Interesse einfach mal Lesen (so fern er veröffentlich wird...). Mir erscheint dieser ganze Rummel jedoch nun in einem ganz anderen Licht (bereitwillige Spender durch günstige Werbung gesucht). http://www.spiegel.de/spiegel /print/d-67153489.html

Also, wenn ich daran denke, wieviele Mäuse unsere Katze im Stadtgebiet von Köln gefangen und uns vor die Tür gelegt hat, fällt es mir schwer, zu glauben, dass die derzeit nicht gefütterten Katzen hungern werden. Unsere Katze hatte übrigens immer eine Antenne für Futterquellen und aß bei zig anderen Haushalten "fremd". Daher glaube ich, wird eine Verlegung der Futterplätze sehr schnell die Runde machen, wenn tatsächlich an der neuen Stelle auch gefüttert wird. Diesbezüglich habe ich aber meine Zweifel, weil dies der Sache ihre "Brisanz" nehmen würde.

Als ob Deutschland und die Bundeswehr keine anderen Sorge hätte.... Leute, was glaubt Ihr wohl, was der zuständige Jagdausübungsberechtigte mit den Katzen macht, wenn er sie ausserhalb der Kaserne erwischt? Bestimmt NICHT 'zufüttern' ... Und das ist dann auch gut so!

In Gaststätten dürfen Tiere mitgenommen werden, nicht in die Küche. Wenn die Gesundheit der Soldaten schon bedroht ist, weil die Tiere draußen in der Nähe leben, wie hoch müßte dann die Gefahr für Landwirte und Privathaushalte, in denen Tiere leben, sein. So einen Schwachsinn habe ich noch nicht gehört und kenne auch keine gesetzliche Grundlage, die die Vertreibung der Katzen rechtfertigt. Hoffentlich prüft die Bundeswehr vor Einsätzen der Soldaten (z.B. in Afghanistan) erst einmal die hygienischen Verhältnisse!

Mhm... da hier Kommentare mit Links zu "Konkurrenzseiten" nicht veröffentlicht werden (komisch, ich dachte immer, eine Zeitung solle Primär informieren und nicht nur Kohle machen, aber gut.) Eine grosse Deutsche, wöchentlich erscheinende (somit noch weniger "Konkurrenz für ein Lokalblatt, aber ich schweife wieder ab) Zeitschrift, die den selben Namen trägt wie eine polierte Glasscheibe, die Bilder zurückwirft, hat in ihrer jüngsten Ausgabe den Verein "Aktion Tier e.v" mal unter die Lupe genommen und einige, wie ich finde, sehr interessante Dinge herausgefunden.



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