Löhne/Porta Westfalica (bth/lnw). Die Dönerverkäufer im Bahnhof in Löhne sind wohl die einzigen, die sich uneingeschränkt über die Folgen der beiden Güterzugunfälle in Neubeckum und Porta Westfalica-Vennebeck freuen. Durch das deutliche Mehraufkommen an Fahrgästen – zunächst durch ICE-Züge, die aufgrund des Unfalls in Neubeckum außerplanmäßig in Löhne hielten und dann auch durch Umsteiger auf den Busersatzverkehr Richtung Minden – verzeichneten sie Rekordumsätze in ihrem Imbiss.
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Auf den betroffenen Bahnstrecken rollt wieder der Nahverkehr. Der Ersatzverkehr mit Pendlerbussen zwischen Neubeckum und Hamm sowie Löhne und Minden wurde nach Angaben eines Bahnsprechers am Freitagmorgen eingestellt. Der Fernverkehr war bereits früher wieder aufgenommen worden, wenn auch mit Problemen. Berufspendler und Fernreisende müssen auf der Strecke Köln-Berlin mit Verspätungen zwischen fünf und 15 Minuten rechnen. "Dazwischen kann es auch mal Ausreißer geben", sagte der Sprecher.
Weil die Reparaturarbeiten an Oberleitung, Signalen und Gleisen noch andauern, können die Züge an den Unglücksstellen auf einer Strecke von jeweils rund zwei Kilometern nur im Schritttempo fahren.
Gestern ging bei der Bahn die Suche nach den Ursachen für die Unfälle in Neubeckum am Dienstag und einen Tag später in Vennebeck weiter. "Aus unserer Sicht reiner Zufall" ist die dichte zeitliche Abfolge der beiden Entgleisungen, wie Frank Siebel, Sprecher des Eisenbahnbundesamtes in Bonn auf Anfrage der Neuen Westfälischen sagte. Der Unfall nahe des Bahnhofs Vennebeck, bei dem drei Waggons eines Kohlenzuges entgleist waren, sei der Staatsanwaltschaft Bielefeld zur Kenntnis gegeben worden. Diese leitete allerdings keine Ermittlungen ein, da es keinen Verdacht einer Straftat gegeben habe, wie Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart auf Nachfrage sagte.
Ermittlungen in alle Richtungen
Nachbarn der Unfallstelle in Vennebeck war ein etwa 20 Zentimeter großes Loch im dortigen Gleiskörper aufgefallen. Die Witterung sei "prädestiniert für Schienenbrüche", so Werner Jacobs von der zuständigen Bundespolizeiinspektion Münster. Ob dies allerdings die Ursache für die Entgleisung war, sei noch unklar. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Dazu gehöre die Möglichkeit eines klassischen Unfalls, eines witterungsbedingten Einflusses oder der Manipulation.
Im Tagesverlauf waren zunächst zwei Gleise im Bereich der Unfallstelle in Vennebeck wieder für Züge befahrbar. Damit war ein Begegnungsverkehr der Züge im Fernverkehr wieder möglich.
Die Unfallaufnahme hatte sich für die Mitarbeiter und Techniker der Bahn und der zuständigen Behörden in der Nacht zunächst sehr schwierig gestaltet. Einsetzender Schneefall behinderte die Arbeiten. Die aus den Schienen gesprungenen Waggons konnten gegen 9.30 Uhr am Morgen wieder aufgerichtet und auf die Gleise gestellt werden. Möglichst bald soll nun auch der Nahverkehr mit Zügen wieder rollen.
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