Bielefeld. Die Probleme, die der demographische Wandel mit sich bringt, hat das NRW-Netzwerk Demographie erkannt. Wie man ihm auch über Grenzen hinweg begegnen kann, erklären Susanne Tatje, Demographiebeauftragte der Stadt Bielefeld, und Eva Persy, Koordinatorin für Nachhaltigkeit in Wien. Mit ihnen sprach Julia Renner.
Wie geht die österreichische Öffentlichkeit mit dem Thema demographischer Wandel um?EVA PERSY: Von Seiten der Medien wird das Thema nicht aufgegriffen. Bei uns wären bei einer solchen Veranstaltung wie heute keine Journalisten dabei. Und nicht jeder Österreicher weiß, was der Begriff demographischer Wandel bedeutet. Es gibt zwar auch Statistiken zum Thema. Aber in seiner umfassenden Bedeutung ist das Wort Demographie nicht bekannt.
Ist es denkbar, gemeinsame Lösungen mit der Region Ostwestfalen-Lippe für das Problem zu suchen – trotz der Entfernung?SUSANNE TATJE: Wir beginnen jetzt erst einmal mit einem Austausch. Ich glaube, dass man auch voneinander lernen kann.
PERSY: Die Probleme sind in beiden Ländern schließlich die gleichen. Und es gibt keine Konkurrenz.
Mit welchen Maßnahmen begegnet man dem demographischen Wandel in Österreich?PERSY: Jedes der neun Bundesländer hat mittlerweile einen Nachhaltigkeitskoordinator, ich bin zum Beispiel für Wien zuständig. Nun haben alle Bundesländer gemeinsam mit dem Bund eine Strategie erarbeitet. Dazu gehört auch, dass über die Grenzen der Länder zusammengearbeitet werden muss.
TATJE: Auch bei uns in der Region muss diese Zusammenarbeit noch passieren. Kommunen sollten sich nicht gegenseitig die Einwohner wegnehmen, sondern kooperieren.
Wie kann diese Zusammenarbeit trotz leerer Kassen aussehen? TATJE: Eigentlich ist das trotz Krise nicht so schwierig. Das ist vielleicht gewagt, aber ich finde, Nachbarkommunen könnten absprechen, wer sich zum Beispiel um Kindergärten und Schulen kümmert und wer um die älteren Menschen. Es wird künftig, auch mit Blick auf die Globalisierung, darum gehen, sich zusammenzuschließen.
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