Steinheim (gär). Der Bürgermeister der Stadt Steinheim, Joachim Franzke (CDU), gerät wegen seines Umgangs mit Vertretern der rechtsextremen Freien Kameradschaften stark unter Druck. Die SPD im Kreis Höxter wirft Franzke vor, in seiner offiziellen Stellungnahme gelogen zu haben. Wie berichtet, hatte Franzke mehrere Gespräche mit Rechtsradikalen geführt. Diese durften ihre Positionen auch auf einer nicht öffentlichen Sitzung der Steinheimer Ordnungspartnerschaft am 26. Januar erläutern.
Franzke hatte erklärt, er habe von der politischen Ausrichtung seiner rechtsradikalen Gesprächspartner nichts gewusst; diese hätten sich nicht zu erkennen gegeben. "Das ist nicht wahr", erklärte gestern der SPD-Vorsitzende des Kreises Höxter, Johannes Reineke. Bürgermeister Franzke habe "spätestens am 14. Januar . . . gewusst, um welche braune Gruppierung es sich handelte." Am 18. Januar habe es dazu eine Information des Hauptausschusses gegeben und am 26. Januar sei dann das Gespräch in der Ordnungspartnerschaft geführt worden.
Franzke müsse "die vollständige Wahrheit sagen, alles andere wäre Vertuschung", fordert der SPD-Kreisvorsitzende. Franzke war gestern erneut nicht zu erreichen. Nach eigenen Angaben hat er nun alle Kontakt zu den Neonazis abgebrochen. Diese Zeitung hatte bereits am 14. Januar über die Agitation der Rechtsextremisten in Steinheim ausführlich berichtet.