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12.02.2010
HÖXTER
Bosseborner empört über Katzenhasser
VON LARS LANGE

Hat Angst um seinen Liebling | FOTO: LARS LANGE

Höxter. Eckehard Krebs aus Bosseborn hat schon länger den Verdacht, dass eine Person aus seiner kleinen Ortschaft über streunende Katzen nicht gerade erfreut ist. Vor zehn Jahren wurde seine Katze tot in einem Mülleimer aufgefunden. Vor vier Wochen, kam einer seiner Lieblinge mit verätzter Nase und bedrohlichem Gesundheitszustand nach Hause.

"Das ist wirklich ein Unding. Ich bin extrem erbost, dass sich hier in unserem Dorf so ein Katzenhasser befindet. Man muss nur mal überlegen, was für ein Leid man den Tieren zufügt", ärgerte sich Krebs.

Eckehard und Hildegard Krebs sind liebevolle Halter zweier Katzen. Die "Stubentiger" werden tagsüber nach draußen gelassen. "Dabei laufen die Tiere natürlich auch über fremde Grundstücke. Das lässt sich ja nicht verhindern. Ich kann trotzdem nicht verstehen, wie man sich aufregen kann, wenn eine Katze durch den Garten läuft. Die Tiere machen doch keinen Schaden", sagte Krebs.

Verkrümmtes Rückgrat und gebrochener Schwanz

Vor zehn Jahren kam Kitty, die frühere Katze von Eckehard Krebs, einfach nicht mehr nach Hause. Nach rund einer Woche schleppte sich das Tier unter starken Schmerzen in den Garten seiner Besitzer. Eckehard und Hildegard Krebs wollten ihren Augen nicht trauen. Kitty hatte ein völlig verkrümmtes Rückgrat und einen gebrochenen Schwanz. Der Bosseborner fuhr mit seinem Haustier sofort zum Tierarzt. Der Schwanz musste amputiert werden. Das Tier wurde wieder gesund und so konnte Kitty nach ein paar Wochen auch wieder draußen spielen.

Doch dann fehlte von der Katze jede Spur. Eckehard Krebs erfuhr später von einem Nachbarn, dass seine geliebte Katze erschlagen in der Mülltonne gefunden worden war.

"Ich konnte damals schon nicht verstehen, wie man so etwas über das Herz bringen kann. Ich persönlich habe Angst vor solchen Menschen. Wer so etwas tut, ist auch zu anderen Dingen in der Lage", erklärte der Katzenliebhaber im Gespräch mit der NW.

"Mit verätzter Nase nach Hause gekommen"

Vor rund vier Wochen dann der nächste Schock für das Ehepaar Krebs. Felix, die Schwester der getöteten Katze Kitty, kam mit verätzter Nase und Wunden an der Schnauze nach Hause. Das Tier wirkte völlig apathisch und jammerte vor Schmerzen. Laut Krebs muss Felix einen Köder mit Gift gefressen haben. Hildegard Krebs reagierte auf Rat eines Tierarztes sofort und gab dem Tier Milch zu trinken. So übergab sich Felix mehrmals und ein Teil des Giftes sei nicht in die Blutbahn gelangt. Trotzdem nahm Felix etwa drei Wochen lang keinen Bissen zu sich und bewegte sich kaum. "Wir waren uns sicher, dass Felix stirbt. Inzwischen hat die Katze aber ein bisschen zugenommen und verhält sich normal", freute sich Hildegard Krebs.

Doch Felix sei kein Einzelfall. Im Saatweg in Bosseborn sei vor etwa einem Jahr schon einmal eine vergiftete Katze gefunden worden.

An ein Versehen glaubt Eckehard Krebs inzwischen nicht mehr: "Wenn man beispielsweise Rattengift auslegt, dann macht man das so, dass keine Haustiere versehentlich davon fressen. Das ist meiner Meinung nach pure Absicht".

Tipp: Untersuchung beim Veterinäramt

Der Polizei des Kreises Höxter liegen keine Anzeigen vor. "Man hört oft davon, dass vergiftete Haustiere gefunden werden. Hinweise haben wir in der letzten Zeit aber nicht bekommen. Meistens sind es dann doch Unfälle. Beispielsweise wird Gift gegen Nager ausgelegt und diese werden dann von Katzen gefressen", sagte Peter Schneider, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Höxter.

Silja Polzin, Pressesprecherin des Kreises Höxter, rät hingegen: "Wenn man den Verdacht hat, dass ein Tier vergiftet wurde, sollte man es beim Veterinäramt untersuchen lassen. Bewahrheitet sich der Verdacht, sollte man eine Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Polizei stellen".

Im Tierheim Bad Driburg sind derartige Fälle nicht bekannt. "Bisher ist noch niemand mit einer an Gift erkrankten Katze zur Behandlung gekommen. Gehört oder gesehen habe ich auch noch nichts", sagte Karin Groß.


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