Freitag, 03.09.2010
Handy-Portal | RSS | Twitter | Impressum | Kontakt | AGB | Mediadaten

03.03.2010
BIELEFELD
Gericht bestätigt Streikverbot in der Kirche

Bielefeld (dpa). Beschäftigte der beiden großen Kirchen in Deutschland dürfen weiterhin nicht streiken. Das Bielefelder Arbeitsgericht untersagte der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Mittwoch, in kirchlichen Einrichtungen zum Streik aufzurufen.

Kirche und Diakonie in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen setzten sich damit gegen Verdi durch. In diesem Streit überwiege das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen, sagte die Vorsitzende Richterin Sabine Fischer. Die Gewerkschaft kündigte umgehend eine Berufung zum Landesarbeitsgericht an. Gegebenenfalls werde die Sache bis zum Bundesverfassungsgericht betrieben.

Verdi hatte die Mitarbeiter des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld im Mai und September 2009 aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Streiks sind aber nach Auffassung der Kirche nicht erlaubt. Entscheidend sei, dass den Beschäftigten einer kirchlichen Einrichtung das Instrument des "Dritten Weges" offenstehe, betonte die Richterin. Die Satzungen der Kirche würden die Aussperrung aus christlichen Motiven ausschließen. "Mit der Zulassung von Streiks hätte man die Kirchen gezwungen, gegen ihre Überzeugung von dieser Haltung abzuweichen, um wieder ein Gleichgewicht im Arbeitskampf herzustellen." Der "Dritte Weg" und die Dienstgemeinschaft Der "Dritte Weg" gilt in den meisten kirchlichen Organisationen.

Er versteht sich als Alternative zu einseitigen Entscheidungen des Arbeitgebers und zur Regelung durch Tarifverträge nach dem Tarifvertragsgesetz. "Da der Dritte Weg eine verbindliche Schlichtung umfasst, bedarf es keiner Konfliktlösung durch den Arbeitskampf", argumentiert die Diakonie. Dabei berufen sich die Kirchen auf Artikel 140 Grundgesetz. "Kirchen und Diakonie steht das grundgesetzlich geschützte kirchliche Selbstbestimmungsrecht zu, das ihnen die Möglichkeit einräumt, ihre Arbeitsbedingungen selbst zu regeln", sagte Pastor Günther Barenhoff, Vorstandssprecher der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.

Zudem bilden nach Ansicht der Kirche alle ihre Beschäftigten eine sogenannte Dienstgemeinschaft. "Denn alle, die in der Kirche arbeiten, verkündigen das Evangelium in Wort und Tat." Der Auftrag der Kirche könne nicht für die Dauer eines Streikes oder einer Aussperrung ausgesetzt werden. "Gott kann man nicht bestreiken", sagte Barenhoff.

Gewerkschaft pocht auf Streikrecht Die Gewerkschaft pocht dagegen auf die im Grundgesetz festgelegte Koalitionsfreiheit und das Streikrecht. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke sagte, es sei bedauerlich, dass das Gericht den Sonderstatus der Kirchen höher bewerte als die grundgesetzlich geschützten Rechte der Beschäftigten. "Wir bleiben dabei: Streikrecht ist ein Grundrecht."

Die Evangelische Kirche von Westfalen, die Diakonie Rheinland- Westfalen-Lippe und einzelne diakonische Träger hatten im September 2009 Klage gegen Streikaufrufe der Gewerkschaft eingereicht. Der Klage hatten sich auch die Evangelische Kirche Hannovers und ihr Diakonisches Werk angeschlossen. Bundesweit haben evangelische und katholische Kirche sowie Diakonie und Caritas weit über eine Million Beschäftigte.

Kommentare
..."Mit der Zulassung von Streiks hätte man die Kirchen gezwungen, gegen ihre Überzeugung von dieser Haltung abzuweichen..." wie zum Henker soll man dann die Kirche dazu bringen die Finger von den Knaben zu lassen... ist der Missbrauch von Kindern nicht auch Bestandteil tiefster kirchlicher Überzeugung... ??? Und wie kann man das Streikrecht dann bei Arbeitgebern allgemein zulassen... ist es auch nicht deren Überzeugung der Arbeitnehmerschaft nur minimalistische Existenzen zuzubilligen... Mit dieser Aussage müsste man generell das Streikrecht verbieten... Der erfolgreicheste Streit gegen die Kirche ist der massenweise Austritt und das so lange bis die geistreiche Führung erkannt hat, dass sie keine Narrenfreiheit im Staat hat...

"Gott kann man nicht bestreiken" ist ja wohl ein echter Witz. Seit wann ist Gott Arbeitgeber? Offenbar leiden viele Kirchoberen unter Allmachtsfantasien und halten sich für Gott. Zeit, die Trennung von Staat und Kirche konsequent durchzusetzen und die Kirchen den für alle gültigen Gesetzen zu unterwerfen.

Gibt doch der Artikel eigentlich wieder, wie lang der Arm der Kirche ist.

Kein Streikrecht kann m.E. eigentlich nur für die Kirchenoberen, einschl. der Pfarrer, gelten, aber doch nicht für alle weiteren Beschäftigten wie Krankenpfleger, -schwestern, Ärzte u.ä. Berufe bis hin zu den Hausmeistern. Da machen es sich die führende Köpfe recht einfach. Wenn das alles so richtig wäre, wie es die Richterin gesagt haben soll, könnte man ja alle Bediensteten der Kirchen und ihren Einrichtungen den Beamten gleichsetzen, die im Grundgesetz verbrieft bekommen haben, kein Streikrecht zu haben. Ich möchte die weiteren Bediensteten in den Kirchen und ihren Einrichtungen jedoch mit Angestellten im öffentlichen Dienst gleichstellen, die auch ein Streikrecht im Gegensatz zu den Beamten haben.

einer der Grundpfeiler der Kirche... Knabenmissbrauch und fehlende Kritikfähigkeit...



 Seite 1 von 2
weiter  
>


WAS MEINEN SIE? SCHREIBEN SIE IHRE MEINUNG



Sicherheitscode:

Bitte geben Sie oben
stehenden Code hier ein*:


*Pflichtfelder




Weitere Nachrichten aus OWL
BIELEFELD: Fahrer lässt nach Unfall schwer verletzte Frau zurück
Ein Unbekannter überholte mit seinem Wagen zunächst mehrere Autos. Dabei stieß er mit dem entgegenkommenden Wagen der Studentin zusammen. Das Auto... mehr
DETMOLD: Aras im Teuto
"Hallo Cäsar" tönt es Spaziergängern im Teutoburger Wald aus den Bäumen entgegen. Wer genau hinschaut... mehr

GÜTERSLOH: Flughafen Gütersloh: Neustart nicht ausgeschlossen
Mit dem Airbus von Gütersloh nach China? Laut Experten keine Illusion.... mehr
LÜBBECKE: Telefonanschlüsse nach Unwetter gestört
Seit dem Unwetter in der vergangenen Woche müssen mindestens 20 Haushalte in in Lübbecke ohne Telefon auskommen.... mehr



Anzeige

Fotos aus OWL
Herford: Zirkus Krone mit Löwen, Pferden. Elefanten und Artisten
Herford: Zirkus Krone mit Löwen, Pferden. Elefanten und Artisten
Herford: MARTa zeigt "Unsichtbare Schatten"
Herford: MARTa zeigt "Unsichtbare Schatten"
Schloß Holte: Unfall mit sechs Verlezten
Schloß Holte: Unfall mit sechs Verlezten
Gütersloh: The Kissaway Trail und The tunics
Gütersloh: The Kissaway Trail und The tunics
Bad Oeynhausen: Arzt bei Verkehrsunfall getötet
Bad Oeynhausen: Arzt bei Verkehrsunfall getötet
Gütersloh: Lesespass
Gütersloh: Lesespass
Videos
Regionale Wirtschaft
BIELEFELD: Goldbeck sucht 100 Ingenieure und Architekten
Bielefeld. Spurlos ist die Wirtschaftskrise auch an den Geschäften der Bielefelder Goldbeck-Gruppe nicht vorübergegangen. Der Gesamtumsatz des... mehr

"Man muss besser sein"
Bielefeld. Nur wenige Unternehmen werden 150 Jahre alt. So wie der Bielefelder Nähmaschinenbauer Dürkopp-Adler... mehr

PADERBORN/HERFORD: Eon garantiert stabile Preise
Paderborn/Herford (nw). Eon hält die Preise stabil. Der Energieversorger teilte Donnerstag mit, Privatkunden könnten sich auf stabile Gaspreise bis... mehr

VERSMOLD: Raps schluckt Versmolder Fledi
Versmold. Wechsel an der Führungsspitze und in der Unternehmensstruktur beim Feinkosthersteller Fledi: Der Kulmbacher Gewürzkonzern Raps hat alle... mehr

BIELEFELD: Bethel wieder mit Überschuss
Europas größter Diakonieträger, die v. Bodelschwinghschen Stiftungen in Bielefeld-Bethel, haben die Wirtschaftskrise verhältnismäßig gut überstanden.... mehr


Kultur
Supertramp – die Vagabunden sind los
Halle (krü). Supertramp 2010: Vierzig Jahre sind für eine Band ein stattliches Alter. Bei Licht betrachtet muss man allerdings knapp zehn Jahre... mehr

Schrei nach Frieden
Venedig. Aktueller hätte der Stapellauf am Lido kaum sein können. Während US-Präsident Barack Obama den Nahost-Friedensprozess ankurbelt... mehr

Pop-Art-Künstler Rizzi stellt im Centro aus
Oberhausen (dpa). Sein größtes Geschenk macht sich der Pop Art-Künstler James Rizzi zum 60. Geburtstag am 5. Oktober selbst: Bei der Ruhr.2010... mehr

Prinzessinnen und Lausbuben
Bielefeld. Der künstlerische Blick auf Kinder ist Thema einer Ausstellung im Sprengel Museum Hannover. Aufgeboten sind rund 100 Grafiken aus dem... mehr

"Faltenfalle? Nie gehört!"
Köln. Heute Abend zeigt die ARD das tragikomische Drama "Alles Liebe". Hannelore Elsner verkörpert darin die Mutter von drei erwachsenen Kindern... mehr