Borgentreich. Jetzt ist es amtlich: Der Wolf ist zurück in NRW. Dies wurde Donnerstag vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen bestätigt.
Ende November vergangenen Jahres wurde in Muddenhagen im Raum Borgentreich (Kreis Höxter) ein totes Schaf gefunden. Die Spuren wiesen damals darauf hin, dass ein Wolf das Schaf gerissen hatte. Wie die Neue Westfälische vom 19. Januar berichtete, sollte dies anhand einer DNA-Probe eindeutig geklärt werden. Das Ergebnis liegt jetzt vor.
"Wir bereiten uns auf weitere Besuche des Wolfes vor," so Dr. Georg Verbücheln, der für Artenschutz zuständige Abteilungsleiter des Landesamtes. Etwa drei Jahre hält sich der Wolf bereits im hessischen Reinhardswald auf, der an den Kreis Höxter grenzt.
Für die Bevölkerung in Ostwestfalen besteht laut Landesamt keine Gefahr. Die vom Aussterben bedrohten Wölfe seien Menschen gegenüber sehr scheu. Für die in Zukunft möglicherweise betroffenen Schafzüchter wird das Land Nordrhein-Westfalen Entschädigungsregelungen treffen.
Der letzte Wolf in NRW war nach Angaben des Landesamtes 1839 geschossen worden. Dies gehe aus historischen Aufzeichnungen hervor. Nach Angaben des Nabu in Berlin ziehen einzelne Wölfe teilweise bis zu 1.500 Kilometer weit, um einen Partner oder ein eigenes Revier zu finden. Biologen rechnen damit, dass es deutschlandweit etwa 60 Wölfe gibt. Sie leben vor allem in den östlichen Bundesländern. Im Mai 2009 hatte eine Wölfin in Sachsen-Anhalt fünf Junge zur Welt gebracht. Die erwachsenen Wölfe stammen vermutlich aus der Lausitz oder aus Polen.