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05.03.2010
BIELEFELD
Gewaltopfer vom Jahnplatz klagt an
Hendrik Plath (17) nach brutalem Angriff halbseitig gelähmt
VON MARIUS GIESSMANN

Bielefeld. Er spürt jede Berührung, kann seinen Arm aber nicht bewegen. Das Gehen fällt ihm schwer. Beim Aufstehen muss er aufpassen, dass er nicht umfällt, sagt Hendrik Plath. Jetzt hofft er auf die Aufklärung der Tat. Er sagt: "Ich kann mich an alles erinnern."

Hendriks Eltern wirken gefasst, sind froh, ihren Sohn wieder zu Hause zu haben - und das nicht Schlimmeres passiert ist. "Was für ein Glück, dass die Gehirnblutung so schnell stoppte", sagt Vater Werner, noch sichtlich geschockt. "Das hätte noch viel schlimmer ausgehen können." Stattdessen gibt es gesundheitliche Fortschritte, die der Familie Mut machen: Nach der Tat, bei der Unbekannte dem Schloß-Holter eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen hatten, war die komplette rechte Körperhälfte gelähmt.

Rechter Arm bleibt leblos

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"Es wird jedoch von Tag zu Tag besser", sagt Hendrik und versucht sich ein Lächeln abzuringen. "Ich kann schon wieder ein bisschen gehen." Der rechte Arm bleibt vorerst leblos. Das soll eine dreiwöchige Reha-Maßnahme ändern, die am Dienstag beginnt. "Dann trainiere ich fünf Stunden am Tag", sagt er. Schon jetzt übt Mutter Monika Bewegungen mit ihm, die die ausgebildete Pflegerin sich von der Krankengymnastin in Gilead hat zeigen lassen.

Nicht nur die zaghaften Bewegungsfortschritte, auch die große Anteilnahme von vielen Freunden, Verwandten und Offiziellen stärkt die Familie beim Kampf um Normalität. Schon einen Tag nach dem Vorfall besuchte ihn sein Schuldirektor, weil er im Gottesdienst von der Tat erfahren hatte. Am Donnerstag bekam Hendrik dann unerwarteten Besuch von Schulministerin Barbara Sommer.

"Ich sorge dafür, dass du einen Lehrer bekommst, hat sie gesagt", erklärt Werner Plath. "Damit du das Schuljahr nicht wiederholen musst." Bis der Privatunterricht beginnen kann, braucht Hendrik vor allem erst einmal Ruhe. "Ich hoffe, dass ich hier besser schlafen kann" sagt er. Alpträume hätte er nicht gehabt, trotzdem gehen ihm die verhängnisvollen Minuten des vergangenen Samstagabends immer wieder durch den Kopf.

Mit zwei Freunden traf er im McDonalds am Jahnplatz zum ersten Mal auf seine späteren Angreifer. Ein höflich gemeintes Ausweichverhalten bei einem Aufeinandertreffen in den Toiletten hätten zwei südländische Männer offensichtlich missverstanden. Minuten später wurde einer seiner Freunde von denselben Männern bespuckt und beschimpft.

Beim Retter persönlich bedanken

"Hätte ich mal nichts gesagt und wäre einfach weggegangen", sagt Hendrik. Stattdessen kam es zur verbalen Auseinandersetzung. Dann folgte ein unmissverständliches Angebot. "Lass uns doch um die Ecke gehen, dann schlagen wir uns. Hier ist zu viel Polizei", habe einer der Täter gesagt. Als Hendrik und seine Freunde nicht reagierten, ging alles ganz schnell. "Sofort flogen die Fäuste. Dann hielt mich einer fest und ich bekam von hinten einen Schlag auf den Kopf. Dann bin ich umgefallen."Sobald es Hendrik besser geht, möchte er sich bei seinem Retter Timo Kohlmeyer persönlich bedanken, der die Schlägerei stoppte. Als erstes griff jedoch eine couragierte junge Frau ein, deren Namen der Familie Plath nicht bekannt ist.

Unbekannt bleiben auch die zwei Schläger, die in einem silbernen Auto mit Herforder Kennzeichen flüchteten. Die Polizei konnte sie immer noch nicht fassen. Beide haben dunkle Haaren und sind Anfang 20. Einer, etwa 1,65 Meter groß, trug einen grauen Fleecepulli, der andere (1,70 Meter) ein blaues Oberteil. Zeugen, bitte melden (Tel. 05 21/54 50)!


Kommentar: Keine Chance den Chaoten


VON MARIUS GIESSMANN


Tatort Innenstadt: Zwei Männer schlagen auf einen dritten ein, halten ihn fest und versuchen zu treten, als das Opfer wehrlos am Boden liegt. Wie reagieren Sie? Gehen Sie weiter oder dazwischen? Wirklich vorbereiten kann sich niemand von uns auf eine solche Situation – muss man aber auch nicht.

Wichtiger ist, sich nach einem so schrecklichen Fall wie dem von Hendrik Plath zu fragen, in was für einer Gesellschaft man selbst leben möchte. Müssen wir wirklich Angst haben an einzelnen Brennpunkten, die nachts von alkoholisierten oder gewaltbereiten Gruppen besucht werden?

Die Antwort kann nur lauten: Nein. Wir dürfen den Chaoten keine Chance geben. Die haben aktuell im besten Fall noch ein bisschen Angst vor der Polizei und der Strafverfolgung, sofern Sie zu soviel Vernunft im Rausch überhaupt noch fähig sind. Die Polizei mag noch so viel Präsenz zu tatkritischen Zeiten an Anziehungspunkten wie dem Jahnplatz oder neuem Bahnhofsviertel zeigen – es wird immer dunkle Ecken geben. Das belegt auch der Versuch der Jahnplatztäter, die ihr Opfer zur Schlägerei aus dem belebten öffentlichen Raum weglocken wollten.


Denn genau dort gibt es ein hochfunktionales Netz aus Zeugen, Helfern und Verteidigern: Sie, mich und alle übrigen Passanten. So couragiert und ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit einzugreifen, wie es die beiden Retter Hendriks vergangenen Samstag getan haben, ist nicht jedermanns Sache - und aus Sicht der Polizei sogar wenig ratsam.

Es wäre aber auch nicht notwendig gewesen, wenn mehr als zwei der Umstehenden eingegriffen hätten. Wir – alle gemeinsam – dürfen die Taten solcher Chaoten nicht tolerieren, sonst ist es kein Wunder, wenn wir künftig Angst vor ähnlichen Übergriffen haben müssen. Die brutale Schlägerei am Jahnplatz geschah nicht mitten in der Nacht. Sie geschah gegen 22 Uhr, einer Zeit, zu der sicher noch mehr als zwei Personen in Sicht- und Hörweite waren.

Wenn Streitereien zu handfesten Auseinandersetzungen werden, sollte es für jeden eine Selbstverständlichkeit sein, zu reagieren und nicht wegzuschauen. Dann hätten die vereinzelten Chaoten tatsächlich keine Chance.


Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Aus Rücksicht auf das Opfer beenden wir die Diskussion. NW


Sehr geehrter Herr Deutscher, hier fährt keiner die"Nazi-Keule" aus und wenn ich dies mal tun würde, dann sicherlich mit recht… dass habe ich jedoch bei Ihnen nicht getan. Des Weiteren haben sie gerade bewiesen, dass sie meinen Kommentar wohl nicht ganz verstanden haben, denn den Namen den ich mir gegeben habe, habe ich mir aufgrund IHRES namens gegeben, was also ironisch gemeint war, haben Sie das jetzt verstanden Herr Deutscher?? Ich kann mich ebenfalls sehr gut an diesen schrecklichen Brand erinnern….und eben falls an die diversen Zeitungsberichte….und wissen Sie was ich im Gegensatz zu Ihnen noch weiß Herr Deutscher, dass nämlich z.B. : Zeitungen wie die HÜRRIYET rechts angehaucht sind, dies ist mit der BILD hier im Lande zu vergleichen….nur mal so als Info Herr Deutscher…und sie tun es schon wieder, dass Sie nämlich wieder mal alle über einen Kamm scheeren! Und das war der Grund, weshalb ich das Bedürfnis hatte, Ihren Kommentar zu kommentieren….Ich gebe Ihnen in einem recht, nämlich dass das was diese Zeitungen schrieben, rassistisch war, schön, dass Ihnen das anhand der einigen türkischen Zeitungsartikel aufgefallen ist!!!!!! Und das, weil Sie sich betroffen fühlten und dies sicherlich als unfair empfanden oder?? Und das mit recht! Und nun versetzten Sie sich mal in die Haut aller Türken, wenn die Ihren wundervollen Kommenatr lesen! Sind Sie dazu fähig, sich in andere hinein zu versetzen oder sind Sie einer von denen, der nur aufschreit, wenn man Ihm was böses will und seinem Lande…????Und wie Sie sehen Herr Deutscher, berichtet nicht jede Zeitung sinn und wahrheitsgemäß!!!! Sie werden sicherlich geschockt sein, aber auch viele deutsche Zeitungen gehören dazu! Aber ich frage mich, wieso fällt Ihnen so was hier in Deutschland nicht auf?? Komisch.... Hätten Sie meinen Artikel verstanden, dann würden Sie hier solche Äußerungen wie den "Vorwurf", dass ich z.B. laut Ihrer Aussage die "Nazi.Keule" rausgeholt hätte, nicht tätigen ….wieso stört Sie das so sehr?? Das klingt ja ebenfalls wie ein Vorwurf von Ihnen….stehen sie etwa dahinter Herr Deutscher?????? Stört es Sie, dass ich GEGEN RASSISMUS JEGLICHER ART bin?????? Wenn dies der Fall sein sollte, und ich betone hier ausdrücklich das Wort "WENN", dann dürfen Sie nun 3 Mal, aber wirklich nur 3 mal raten, was Sie sind. Also bitte weinen Sie nicht schon wieder, ich hätte Ihnen was unterstellt….. Und noch mal zum Thema Statistiken: wenn Sie wirklich eine WAHRE Zahl haben möchten Herr Deutscher, d.h. die Fakten, dann legen Sie bitte Ihren Taschenrechner zur Seite und hören Sie auf die Bild zu lesen, sondern packen Sie Ihren Rucksack und wandern schön durch Deutschland und klingeln Sie bitte an jeder einzelnen Tür und fragen Sie jeden einzelnen Menschen, bzw. forschen Sie über jeden einzelnen Bürger nach , aber wirklich jeden einzelnen bitte nach seinem Tun und lassen, dann haben sie dir richtigen Zahlen…. Denn Ihr verhalten zieht ganz und gar nicht! Mein Kommentar war an Sie gerichtet, weil Sie hier pauschalisieren und direkt die Türken angeprangert haben. Das war doch für Sie gefundenes fressen, oder?? Tun Sie mir und sich selbst doch einen gefallen; denken Sie erstmal nach bevor Sie mit Ihren tollen Zahlen "Glänzen" wollen. Nehmen Sie bitte zu den Fakten Stellung und lassen Sie ihre "Türken-Keule" mal schön unter der Erde Herr Deutscher!! Mir geht es darum, wie Sie es formulieren! Und das es viele dumme gibt, die sich dadurch, also durch Ihren Kommentar bestätigt fühlen….und das sie hier folgendes unbedingt betont haben wollen, nämlich: "Es muss betont werden, dass Deutsche mit Migrationshintergrund, also auch Spätaussiedler und Deutsche türkischer Herkunft in dieser Statistik als Deutsche gewertet wurden! Der tatsächliche Anteil einer Straftat verdächtiger Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund dürfte also noch erheblich höher sein." Na wenn das keine Hetze Ihrerseits ist Herr Deutscher…. Und an unseren toller Herr Schröder….. klar, wer "******* baut" tschüssi-kowsky…aber wer ist denn Gast???? Der, der seit einem Jahr hier lebt oder der der seit 5,10,15,20,25,30,35,40 Jahren hier lebt und schön seine Steuern zahlt? Wer ist Gast???? Ist der, der keine Deutsche Staatsangehörigkeit hat, Gast in Deutschland obwohl er seit 20 Jahren hier lebt??? Hmm…da haben wir wohl ein Problem Herr Deutscher wie??? So, soviel Stellung zu Ihren" Fakten" muss reichen !!!! Als letztes möchte ich hier noch einmal Anmerken, Gewaltbereitschaft, hat nichts mir seiner Heimat, der Herkunft, des Glaubens etc. pp. zu tun! Merken Sie sich das Herr Deutscher!

Einfach nur zum kotzen, was hier in Deutschland passiert. 2 Leute verprügeln einen 17 jährigen auf brutalster Art und Weise. Was für FEIGLINGE!!! Genau solche Leute ziehen bei einer 1:1 Situation den Schwanz ein!!! Aber dass keiner dazwischen gegangen ist, wundert mich nicht. Denn in so einer Situation kann man nur mit vollem Körpereinsatz dazwischen gehen wo die Täter dann auch schnell zum Ofer werden. Und genau dann ist man selber noch dran und bekommt ne Anzeige. Es wird ja immer von Zivilcourage gesprochen, aber genau dann heisst es nicht:"Sie haben super Zivilcourage bewiesen", sondern"Wie können SIe nur so auf einen Menschen einprügeln." Das ist doch LEIDER die Reaität hier in Deutschland!!! Und ich bleibe dabei, dass man in so einer Situation nur mit vollem Körpereinsatz die Schlägerei stoppen kann. Solche Sprüche wie:"Jetzt hört doch mal auf damit"", bringen da absolut nix. Und hinzu kommt noch, dass man meiner Meinung nach auch körperlich schon was drauf haben muss, um da zu schlichten! Wie hier jemand schon richtig geschrieben hat, gehört da auch viel Mut zu. Aber wie gesagt:Solange man sich selber noch strafbar macht, wenn man da versuchen möchte, dass Opfer zu schützen, wird es auch weiterhin so bleiben, dass da keiner eingreift, da man dann selber noch wegen Körperverletzung ne Anzeige bekommt. Ich kann nur hoffen, dass die Polizei die Täter finden und sie IHR LEBEN LANG hinter Gittern gehören und ihr LEBEN LANG dem armen Jungen Schmerzensgeld zahlen!!!

@elfblauegötter Wenn Sie sich die Statistiken anschauen, können Sie selbst herausfiltern, wie viele Tatverdächtige Deutsche deutscher Herkunft sind. Ich kann Ihnen und der Frau Türkin, die mir fehlende Zivilcourage unterstellt, auch ein konkretes Beispiel von Ausländerkriminalität nennen. Bei einem Fußballspiel eines Bielefelder Vereins wurde ein Deutscher von 2 Türken angepöbelt und tätlich angegriffen. Als sich der Deutsche tapfer wehrte, wurde ihm von einem der beiden Türken ein Messer in den Rücken gestochen. Gemeinsam mit anderen Augenzeugen eilte ich dem verletzten Deutschen zur Hilfe und nahm die Verfolgung der feigen Täter auf, die sich aus dem Staub gemacht hatten. Dann passierte das Unglaubliche. Wir, die herbeigeeilten Unbeteiligten, wurden von der herbeigerufenen Polizei an der Verfolgung der Straftäter gehindert. Diese wurden laufen gelassen und von uns wurden die Personalien aufgenommen....leider haben wir es versäumt, uns mit diesem Fall an die Medien zu wenden. Ihren 3 Punkten stimme ich voll zu. Ausländische Verbrecher sollten aber zukünftig ausgewiesen und die Haftstrafe in ihrer ursprünglichen Heimat absitzen. So wie das bei dem Vergewaltiger und Mörder der kleinen Kardelen aus Paderborn der Fall ist. Der muss nun in der Türkei für seine schrecklichen Verbrechen büßen und wird hoffentlich nie wieder deutschen Boden betreten. Umgekehrt plädiere ich natürlich auch dafür, dass deutsche Verbrecher in die Hände der deutschen Justiz übergeben werden. Jedes Land sollte die Verantwortung und die Kosten für das Handeln seiner Bürger übernehmen.

Lieber Marius Giessmann, kurze Anmerkung: Sie sollten in der Überschrift das Wort "brutalen" durch "brutalem" ersetzen. Schöne Grüße

@RIGHTNOW: Ups, danke, ist korrigiert. NW




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