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09.03.2010
LÖHNE
Geba-Küchen droht das Aus
Unternehmen stellt Insolvenzantrag
VON DIRK WINDMÖLLER

Ungenutzt im Lager | FOTO: ULF HANKE

Löhne. Mit der Weltstadt der Küchen geht es bergab. Gestern hat Geba-Küchen aus Löhne (Kreis Herford) nach Recherchen der NW Insolvenzantrag gestellt. Darüber sollen die Mitarbeiter heute in einer Betriebsversammlung informiert werden.

Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens gab es gestern nicht. Geschäftsführer Markus Ferstera war für die NW nicht zu sprechen.

Dass es bei Geba-Küchen nicht gut aussieht, war in Branchenkreisen schon lange kein Geheimnis mehr. Und auch die Fakten aus den letzten Monaten sprechen für sich: Schon lange macht ein Großteil der rund 130 Mitarbeiter Kurzarbeit. Die Auftragslage muss nach Angaben eines Insiders in den letzten Monaten sehr schlecht gewesen sein, "Statt 35 Stunden wird nur noch 16 Stunden in der Woche gearbeitet", sagt einer, der es wissen muss, seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte.

Welchen Einfluss das niederländische Unternehmen Mandemakers auf die Lage bei Geba hat, ist eine weitere offene Frage. Mandemakers soll stiller Teilhaber bei Geba sein und hatte im Februar die Vlothoer Küchenmöbelfabrik Pronorm gekauft. Nach dem Kauf wurde in der Branche darüber spekuliert, dass Geba und Pronorm enger zusammenrücken würden.

Großkunde sprang ab

Noch im Januar hatte sich Markus Ferstera optimistisch gezeigt. Als einziger Küchenhersteller aus Löhne hatte Geba einen Stand auf der Kölner Möbelmesse. Damals kündigte er an, im Sommer diesen Jahres die Produktion wieder so auszulasten, dass die Kurzarbeit endet.

Schon seit dem Spätsommer 2008 ist es eng bei Geba. Vor rund eineinhalb Jahren sprang der Schweizer Großkunde Sanitas Troesch ab. Die kurz danach heraufziehende Wirtschaftskrise und die Überkapazitäten auf dem heiß umkämpften Markt der Küchenproduzenten verschärften die Situation.

Wie dramatisch sich in manchen Ländern die Auftragslage für Geba verschlechtert hat, zeigt das Beispiel Spanien. "Dort mussten wir einen Auftragsrückgang von 80 Prozent wegstecken", sagte Ferstera im September im Gespräch mit der Neuen Westfälischen.

Zukunft ist offen

Die Mitarbeiter sollen heute über die Lage bei Geba in einer Betriebsversammlung informiert werden. Wer als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt wird, das stand gestern noch nicht fest. Ob Geba eine Zukunft hat, ist völlig offen.

Dass eine Insolvenz aber nicht das Aus bedeuten muss, zeigt ein Blick in die Nachbarschaft von Geba. Nieburg-Küchen hat die Insolvenz bisher ohne einen größeren Arbeitsplatzabbau überstanden. Entscheidend war, dass sich für das Unternehmen ein Investor fand.

Keine Chancen am Markt gab es für MK-Küchen. Für diesen kleinen Küchenhersteller mit 65 Mitarbeitern kam das Aus im Dezember 2005.


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Kommentare
Leider wurde schon bei Einstellungsgesprächen die Inkompetenz von Herrn Ferstera klar. Seine Devise: Nur die GF hat das sagen. Die Auswahl des Personals fand unter bedenklichen Kreterien statt. Schade, dass dieses Traditionsunternehmen über die Jahre so ausgeschlachtet wurde.

Das ist immer sehr einfach, das die Schuld immer nur bei der Geschäftsleitung gesucht wird.....

Habe den Eindruck das dort die Heuschrecken an Bord waren, verkaufen ausschlachen und noch einmal das selbe.verkaufen ausschlachten und dann Insolvenz, So haben die Bonzen genug verdient, Hoffe das Nolte und Co die Arbeiter auffangen kann Eine schlechte allgemeine Geschäfpolitik von allen die da geführt wird!!!"Geld Geld Geld und Kapital, der Arbeiter ist egal,l e i d e r

Ist Deutschlandweit ein Volkssport geworden. Ich mache mich auch Selbststäntig.

Das Dilemma von Geba ist nicht der Markt, sondern die absolut (...) Geschäftsführung. Den schweizer Kunden so zu verärgern, dass er abgesprungen ist, hat nur die GF zu verantworten. 80 % minus in Spanien ist dagegen nichts, denn 80 % von nicht einmal 200 T€ sind nichts gegen 11 Mio€ aus der Schweiz.Schade, dass die Beleg- schaft jetzt ausbaden muss, was die GF angerichtet hat. Die Aussagen von Ferstera im Januar waren Lug und Trug, die Messe Köln ein Flop mit hohen Personalkosten .



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