Bielefeld. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe aus Bielefeld, hat die Private Krankenversicherung (PKV) aufs Korn genommen: "Unter dem Deckmantel der Kostenexplosion will sie eine Art Alleinvertretungsrecht mit Monopolcharakter. Dann sind wir auf dem Weg in einen Privatkassenstaat", sagte Windhorst dieser Zeitung.
Windhorst verweist auf das Beispiel Bayern, wo der Verband der Privatversicherung eine Vereinbarung mit der dortigen Kassenärztlichen Vereinigung geschlossen hat. Bayerische Ärzte können jetzt gegenüber dem PKV-Verband "Serviceversprechen" wie beispielsweise "kürzere Wartezeiten bei der Terminvergabe sowie im Wartezimmer, abgeben". Dafür erhalten sie von der PKV ein Zertifikat. Mit diesem "Gütesiegel" können sie dann "durchaus auch Werbung für die eigene Praxis bei den Privatpatienten betreiben", beschreibt der PKV-Verband die Vorteile des Vertrages.
Ärztechef Windhorst sieht darin den ersten Versuch der PKV, sich von der heute für alle Ärzte gültigen amtlichen Gebührenordnung zu verabschieden und Verträge mit einzelnen Ärzten oder Arztgruppen zu vereinbaren. "Das wäre", so Windhorst "eine Kriegserklärung an die Ärzte", weil es zu einem ruinösen Preiswettbewerb bei deren Leistungen führte. Auch die Patienten hätten nach Windhorsts Ansicht nichts Gutes zu erwarten.
Denn Sonderverträge würden bedeuten, dass Privatpatienten nicht mehr die freie Arztwahl hätten, sondern zu den Vertragspartnern ihrer Versicherung gehen müssten. Die dürften dann bei bestimmten Krankheiten nur noch die Therapien einsetzen, die sie mit der privaten Versicherung vereinbart hätten, was das Ende der Therapiefreiheit bedeutete. Windhorst: "Die PKV kann ihren Versicherten dann eine Versorgung zu ihren Bedingungen vorschreiben."















