Bielefeld. Die Bemühungen der Polizei, die folgenschwere Attacke vom Samstag, 27. Februar, auf den 17-jährigen Hendrik Plath am Bielefelder Jahnplatz aufzuklären, wurde von Erfolg gekrönt: Am Dienstag um 6 Uhr früh nahmen Kripobeamte einen 18- und einen 17-jährigen Bielefelder fest. Das seit dem Angriff halbseitig gelähmte Opfer hatte die Männer zweifelsfrei auf Polizeifotos identifiziert. Die Festgenommenen sind zum Teil geständig.
Nachdem diese Zeitung am 3. März erstmalig über den brutalen Angriff mit einer Bierflasche berichtet hatte, hatte das Kriminalkommissariat 42, zuständig für die Verfolgung von Straftaten der mittleren Gewaltkriminalität in der Innenstadt, eine fünfköpfige Ermittlungskommission unter Leitung des stellvertretenden Kommissariatsleiters Frank Möller gebildet. Die Fahndung nach den beiden flüchtigen Tätern hatte sich schwieriger gestaltet als gedacht, da keine Videokamera – weder im McDonald’s-Restaurant noch auf dem Jahnplatz – einen der Täter erkennbar gefilmt hatte. Erst ein Zufall führte zum Durchbruch.
Das 17-jährige Opfer Hendrik Plath aus Schloß Holte, dessen halbseitige Lähmung nach der erlittenen Gehirnblutung glücklicherweise langsam zurückgeht, musste bei der Zeugenvernehmung der Kripo am Montagnachmittag eine ganze Reihe von Fotos sichten. Trotzdem: Schon nach zehn Minuten blickte er direkt in die Gesichter seiner Peiniger. Gegen beide Jugendliche war bereits 2007 wegen Gewaltstraftaten ermittelt worden. "Ich war mir sofort sicher", sagte Plath.
Streit eskaliert zum Gewaltexzess
Um 6 Uhr früh klingelten sechs Kripobeamte bei dem 18-jährigen Bielefelder. Zwar öffneten Familienmitglieder die Tür, doch laut Ermittler Kai-Jörn Rosin hatte der Tatverdächtige noch geschlafen, als sie an sein Bett traten. "Er hatte Kopfhörer auf, ließ sich widerstandslos festnehmen", so Rosin.Dieser 18-Jährige räumte schließlich auch ein, vor dem McDonald’s-Restaurant seinem Opfer eine Bierflasche über den Kopf geschlagen zu haben. Die Vernehmungen der mutmaßlichen Täter dauerten bis in den späten Abend noch an. Sicher scheint aber, dass dem Streit lediglich ein Missverständnis vorausgegangen war. "Die haben stumpf nach Streit gesucht", ist sich Plath sicher. "Mein Kumpel hatte sich am Klo vorgedrängelt, ein zweiter Freund hatte ihn darauf hingewiesen und die späteren Täter wieder vorgelassen." Auf dem Jahnplatz eskaliert der Streit zum Gewaltexzess.
In Absprache mit der Staatsanwaltschaft sollen die Beschuldigten heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Ihnen wird schwere Körperverletzung, möglicherweise sogar versuchter Totschlag vorgeworfen.











