Minden (nas/nw). Noch ist es zu kalt für liebestolle Kröten, aber nur ein paar Grad plus, und die Wanderung zu den Laichplätzen geht wieder los. Überall in Ostwestfalen-Lippe haben Tierschützer deshalb begonnen, Schutzzäune an den besonders beliebten Wegen der Tiere aufzustellen.
Auch nächtliche Straßensperrungen stehen bereits fest – so werden beispielsweise die Kommunen Porta Westfalica (Kreis Minden-Lübbecke) und Oerlinghausen (Kreis Gütersloh) mehrere Straßen nachts dicht machen, sobald die Temperatur auf etwa 5 Grad steigt. Und dann werden auch die freiwilligen Kröten-Retter wieder unterwegs sein, die die Tiere in Eimern sammeln und sicher über die Straße zu den Laichgewässern tragen.
Einer dieser Helfer ist Klaus-Dieter Reh. Der 60-Jährige lebt mit seiner Ehefrau Rita in Schweden und versucht, die Tiere dort eimerweise umzusiedeln. In Minden hilft er nun zusammen mit seinen Enkelkindern Lotta (2) und Pol-Mathies (4), einen Amphibienschutzzaun zu errichten – gemeinsam mit der Kreisgruppe Minden-Lübbecke vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).
Erdkröten und Molche sollen so vor dem Autoverkehr geschützt werden: "Meine Tochter hat in der Zeitung von der Aktion gelesen und da haben wir uns gedacht, da könnten wir mal hingehen." Doch der Spaten lässt sich nicht so einfach in den Boden drücken. Der plötzliche Schneeeinbruch hat die Erde wieder fester werden lassen. Kein Hindernis für die Tierfreunde – sie stellen den Amphibienschutzzaun trotzdem auf.
Alle paar Meter muss zudem ein großes Loch für einen Eimer gebuddelt werden. Die Erdkröten und Molche sollen dort hineinfallen, statt über die Straße zu hüpfen. "Erdkröten sind hier am meisten vertreten", weiß Birgit Krömker von der Arbeitsgruppe Amphibien. Sie kümmert sich darum, die Kröten und Teichmolche morgens aus den Eimern zu befreien. Dann bringt sie die Tiere auf die andere Straßenseite oder zum nächstgelegenen Teich. "Im Moment sind die Erdkröten noch in der Winterstarre, dazu graben sich in den Boden ein. Einige sind bei den ersten Sonnenstrahlen aber auch schon gewandert", so die 43-Jährige.
Vier bis fünf Grad Bodentemperatur brauchen die Tiere, bis sie sich auf den Weg machen, erklärt Krömker. Feuchtigkeit ist auch wichtig: "Wenn es warm ist und regnet, fallen besonders viele Tiere in die Eimer", sagt Lothar Schmelzer, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe.
Die Biologische Station Paderborn-Senne sucht ebenso nach weiteren freiwilligen Krötenrettern wie die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Gütersloh, verschiedene Uweltämter der Region oder der BUND.
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