Bielefeld (lnw). "Und seh'n wir uns nicht auf dieser Welt...", den Satz kann jeder Bielefelder im Schlaf vollenden. Folgerichtig kommt der Satz auch in dem Kino-Trailer zur "Bielefeld- Verschwörung" vor, der am Mittwoch in - wo sonst? - Bielefeld vorgestellt wurde.
Der Film thematisiert eine Verschwörungstheorie, nach der es Bielefeld gar nicht gibt und die seit Jahren im Internet kursiert. Bis zur Premiere am 2. Juni soll der Trailer vor allem im Internet Appetit auf mehr machen. Denn ein großer Werbeetat steht der Studentenproduktion nicht zur Verfügung. Das Gesamtbudget beträgt rund 60.000 Euro, unter anderem von der Filmstiftung NRW.
Es sei ein Thriller mit einem Augenzwinkern, sagte einer der Produzenten, Fabio Magnifico, Dozent für Medienpädagogik an der Universität Bielefeld. Drehorte waren im vergangenen Jahr Bielefeld, Herford, Münster und Griechenland.
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Für die Dreharbeiten kam im Sommer 2009 auch der Urheber der Verschwörungstheorie nach Bielefeld. Der Kieler Achim Held stellte das Gerücht 1994 ins Internet. Die Idee sei 1993 auf einer Party von Kieler Studenten entstanden, erzählte er damals. Ein Student habe behauptet, er komme aus Bielefeld, andere frotzelten: "Bielefeld, das gibt's doch gar nicht". Als dann diverse Verschwörungstheorien im Umlauf waren, stellte er die Geschichte ins Netz.
Im Internet wird der Leser vor dem gigantischen Ausmaß der Verschwörung und ihren Urhebern - kurz "SIE" - gewarnt: SIE haben die Medien unter Kontrolle, die täglich aus Bielefeld berichten. SIE kaufen Hunderttausende Autos und versehen sie mit gefälschten "BI"- Kennzeichen. SIE stellen Ortsschilder auf.
Im Film werden Menschen entführt, es gibt Verfolgungsjagden, finstere Bösewichte und manchen ironischen Seitenhieb. Neben den vielen Studenten sind auch Profis zu sehen, etwa den Schauspieler Thomas Huber ("Lindenstraße", "Der Kannibale von Rotenburg").
Kooperationspartner der Studenten-Crew ist auch die Stadt Bielefeld.
"Die Stadt hat sich lange schwergetan mit der "Bielefeld- Verschwörung"", sagte Annette Klinkert von der Bielefeld Marketing GmbH. "Der Film hat es geschafft, dass sich die Bielefelder nun mit der Verschwörung identifizieren." Die Macher hoffen auf einen Erfolg des Projekts, in dem so viel Herzblut steckt. Obwohl noch nicht einmal ein Verleih gefunden ist, sind die Studenten optimistisch und selbstbewusst. "Ab Juni 2010 hat Bielefeld Helden", kündigt der Trailer an. Und einer der Bösewichte vollendet den berühmten Satz (s.o.): "... dann seh'n wir uns in Bielefeld". Ab 2. Juni im Kino.