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11.03.2010
BIELEFELD
Bundesbeauftragter für den Zivildienst steht hinter den jungen Männern
Dienst mit Zukunft
VON CHRISTIAN LUND

Ein Mann, ein Zivi | FOTO: CHRISTIAN LUND

Bielefeld. Er war nicht gekommen, um sich eine Einrichtung der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel anzusehen. Jens Kreuter, Bundesbeauftragter für den Zivildienst, wollte mit den Zivis ins Gespräch kommen. Rund ein Drittel der 100 jungen Männer, die in Bethel ihren Wehrersatzdienst leisten, löcherten den Mann aus Bonn mit Fragen. "Die jungen Menschen haben sehr offen mit mir gesprochen - und es war längst nicht alles eitel Sonnenschein", sagte Kreuter nach dem Gespräch.

Insbesondere die geplanten Änderungen beim Zivildienst führen zu Verunsicherungen. Ab 1. Januar 2011 soll er auf sechs Monate verkürzt werden. Das ist das Ergebnis einer Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP. Die Wohlfahrtsverbände hatten erklärt, sie seien dann kaum mehr in der Lage, die Arbeit ordnungsgemäß zu erledigen.

Die Union schlägt deshalb vor, dass Zivis ihren Dienst künftig um bis zu sechs Monate verlängern dürfen. Kreuter schätzt, dass etwa ein Drittel der derzeitig 90.000 Zivis in Deutschland Interesse an einem Anschlussdienst hätten. "Ich lasse die rechtlichen Fragen schon hinter den Kulissen prüfen und bin mir sicher, dass man sie sachgerecht beantworten kann", bekräftigte er die Forderung nach einer freiwilligen Anschlusszeit. Diese müsse aber jederzeit beendet werden können, sagte er.

Der westfälische Präses Alfred Buß forderte vom Gesetzgeber in dieser Sache Klarheit und zuverlässige Antworten: "Die jungen Männer und auch die Dienststellen müssen planen können." Zivi Daniel Grabinski warf einen weiteren Aspekt ein: "Es ist für die Menschen, die wir betreuen auch schwierig, sich in so kurzer Zeit immer wieder auf einen neuen Helfer einzustellen." Grabinski pflegt und betreut seit Dezember Menschen mit Behinderungen in einem Wohnheim. Zwar stellst sich für ihn die Frage nach einer freiwilligen Verlängerung nicht, denn er wird nach seiner Ersatzdienstzeit eine Ausbildung als Erzieher beginnen. "Aber wäre ich in der Situation, würde ich auf jeden Fall verlängern, weil mich die Erfahrungen hier stärken und bereichern."


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