Bergheim/Bad Driburg. Im Fall der Vermissten Bergheimerin Silke Twardoch haben die Ermittlern noch keinen Durchbruch erzielt. Nach den Medienveröffentlichungen sind am Freitag acht Hinweise eingegangen, die abgearbeitet werden, berichtet der Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, Peter Schneider. "Ein konkretes Ermittlungsergebnis gibt es zur Zeit noch nicht", so Schneider.
Jetzt beginne die Detailarbeit. "Die Ermittlungen in Bad Driburg gehen weiter. Zwar ist die Spurensuche auf dem Parkplatz abgeschlossen, aber es müssen noch Vernehmungen zu Ende geführt werden", sagte Schneider.
Wenn der Schnee in der kommenden Woche getaut ist, erwägt die Mordkommission noch einmal mit einer Polizei-Hundertschaft, Spürhunden und Hubschrauber nach der Vermissten zu suchen.
Der Ehemann hatte seine Frau erst zwei Tage nach dem Verschwinden, am Freitag, 5. Feburar, als vermisst gemeldet.
"Es ist alles so schrecklich"
"Weitere Suchmaßnahmen der Polizei in den nächsten Tagen, wobei am Mittwoch, 10. März, auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt wurde, brachten keine Ergebnisse", erklärt Polizeisprecher Peter Schneider. Der Verdacht eines Tötungsdeliktes habe nicht ausgeschlossen werden können. Am Donnerstag, 11. März, nahm die Mordkommission ihre Arbeit in Bad Driburg auf.
Unterdessen hofft ihr Mann Roman Twardoch in jeder Minute, dass seine Frau wieder auftaucht. Der 51-Jährige ist verzweifelt. "Es ist alles so schrecklich. Ich kann das alles nicht verstehen", sagte er der Neuen Westfälischen. Warum seine Frau plötzlich verschwunden ist, kann er sich nicht erklären. "Wir haben uns morgens mit einem Küsschen verabschiedet", erzählt der Ehemann. Normalerweise habe sich seine Frau mehrmals täglich gemeldet und sich unter anderem nach ihrem Sohn erkundigt. Am Mittwoch, 3. März, an dem sich das Ehepaar in Bad Driburg verabredet hat, bliebt das Telefon jedoch stumm.
"Ich habe sie versucht, über Handy zu erreichen, aber es war schon abgeschaltet", sagt Roman Twardoch, der in Bad Driburg und Steinheim Geschäfte für polnische Spezialitäten führt. Das Zusammenleben in der Familie, die seit 2002 in Bergheim lebt, beschreibt er als harmonisch. Noch vor zwei Wochen seien seine Frau und er bei Freunden in Polen gewesen, und dort ein paar schöne Tage verlebt.
Ehemann zweifelt an Zeugenaussagen
Roman Twardoch stammt aus Polen, seine Frau, mit der er seit 19 Jahren verheiratet ist, aus Wismar. Die dortige Polizei ist bisher noch nicht in die Suche involviert. "Die Vermisste ist in unserer Region geboren. Allerdings gibt es noch kein Amtshilfeersuchen mit der Bitte um Hilfe aus Nordrhein-Westfalen", sagt Polizeisprecher Niels Burgmann von der Polizeidirektion Schwerin.
Die Spur von Silke Twardoch verliert sich am Donnerstag, 4. März. Zeugenaussagen zufolge soll sie sich mit einem bisher unbekannten Mann in der Gaststätte "Sachsenklause" an der Iburg in Bad Driburg getroffen haben. Daran zweifelt ihr Ehemann sehr. Das seine Frau aus privaten Gründen verschwunden sein könne, kann sich Roman Twardoch nicht vorstellen. "Natürlich gibt es in jeder Ehe mal Höhen und mal Tiefen", sagt er. Aber vor ihrem Verschwinden sei alles in Ordnung gewesen.
Hinweise zum Aufenthaltsort oder Beobachtungen nach ihrem Verschwinden an die Polizei Höxter, unter Tel. (0 52 71) 96 20 oder Polizei Bad Driburg, Tel (0 52 53) 9 87 00.